70 Reinigungsmängel an Gladbecker Schulen

Schlecht geputzte Klassenraumecken: Auch an der Vinzenschule gab es Beschwerden über die Arbeit des privaten Reinigungsdienstes.
Schlecht geputzte Klassenraumecken: Auch an der Vinzenschule gab es Beschwerden über die Arbeit des privaten Reinigungsdienstes.
Foto: WAZ FotoPool
Auf Antrag der CDU wurden dem Schulausschuss von der Verwaltung konkrete Zahlen zur Sauberkeit an den Schulen und zu den Reinigungsstandards genannt.

Gladbeck..  Wie gründlich kann eine Reinigungskraft 265 Quadratmeter Fußbodenfläche in Klassenräumen pro Stunde putzen, die intensiv von quirligen Grundschülern genutzt werden? Die Sauberkeit an Gladbecker Schulen hat die CDU-Ratsfraktion nach Elternbeschwerden im jüngsten Schulausschuss zum Thema gemacht und die Verwaltung gebeten, die Pflegestandards konkret zu benennen.

Ein Ergebnis war die oben angeführte Reinigungsleistung, die Martin Plischek (Leiter Amt für Immobilienwirtschaft) dem Ausschuss nannte. Diese hatte der Essener Dienstleister RGE angeboten, der so den Zuschlag erhielt, die Konkurrenzangebote lagen bei rund 260 qm/h.

Im Ausschuss kritisierten sowohl Schuldezernent Rainer Weichelt („halte das nicht für lauter“) als auch Bürgermeister Roland („nicht erfreulich“), dass die CDU mit dem Thema öffentlich Politik mache. Denn „wir arbeiten nach den gültigen DIN-Vorschriften“, unterstrich Rainer Weichelt. Diese würde eine Fußbodenreinigung von einmal wöchentlich vorgeben.

Der Schuldezernent erinnert daran, dass die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) in ihrem Prüfbericht Einsparpotential von rund 200 000 Euro bei den Reinigungskosten durch weitere Privatisierung aufgewiesen habe. Die Stadt (als Stärkungspaktkommune) sei aufgefordert worden dieses umzusetzen. Die Verwaltung habe trotz Kostendruck das Intervall von 2,5 auf lediglich zwei Reinigungen pro Woche reduziert.

Was die Stadtspitze nicht erwähnte: Dass die DIN 77 400-Vorgaben Mindeststandards sind. In deren Einleitung wird nämlich auch angemerkt, dass den Anforderungen an die Schulreinigung, „unabhängig von der Budgetsituation der Kommune“ besondere Bedeutung beigemessen werden müsse. Das Landesgesundheitsamt hat zudem einen Muster-Reinigungsplan veröffentlicht, wonach Klassen mindestens drei Mal wöchentlich feucht gewischt werden sollen.

Dass die vom Arbeitgeber vorgegebene Putzleistung nicht ordentlich zu schaffen ist, hatte eine Reinigungskraft der WAZ berichtet. Sie sei gezwungen „runde Ecken zu putzen“. Missstände, die der Verwaltung über die Hausmeister gemeldet werden, erklärte Martin Plischek im Ausschuss. Allein im Jahr 2014 rund 70 Mängel!

Ob es besser ist, die bis 2016 privat vergebene Reinigung wieder von städtischen Kräften erledigen zu lassen, prüft zurzeit eine Arbeitsgruppe.

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