52 spannende Tage zur A 52 - von der Stadtallee bis zum Autobahnkreuz
08.02.2012 | 16:19 Uhr 2012-02-08T16:19:00+0100
Gladbeck. Seit dem 19. Dezember prägt die intensive Diskussion um den A-52-Ausbau das Stadtgeschehen: Alle in allem also 52 Tage im Zeichen eines möglichen Autobahnausbaus. Welche wesentlichen Nachrichten prägten seit dem 19. Dezember das A-52-Thema? Die WAZ gibt einen Überblick.
19. Dezember: Vorstellung der A-52-Ausbaupläne im Rathaus ; Präsentation der möglichen künftigen Trassengestaltung auf der Internetseite der Stadt mit einem Vergleich der ursprünglichen Forderungen und des Kompromiss-Angebotes von Land und Bund.
22. Dezember: Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) unterstreicht am Rande eines Termins in Brauck auf entsprechende Anfrage der WAZ, dass er viele ermutigende Signale aus der Gladbecker Bürgerschaft erhalte, den eingeschlagenen Weg zum A-52-Ausbau weiter zu verfolgen.
23. Dezember: Ralf Michalowsky (Die Linke) kritisiert die Bezeichnung Stadtallee für die geplante Straße auf dem Tunneldach; das werde ein viel befahrener Autobahnzubringer mit bis zu 10 000 Fahrzeugen täglich.
24. Dezember: Bürgermeister Ulrich Roland weist diese Kritik strikt zurück. Auf der künftigen Stadtallee werden nach seinen Angaben 3000 bis 4000 Fahrzeuge täglich zu verzeichnen sein: „Es wird also deutlich ruhiger werden.“
29. Dezember: Franz Kruse (Die Linke) wendet sich mit einem A-52-Forderungskatalog an Bürgermeister Roland - ein Kernpunkt: Alle bisherigen A-52-Fakten, darunter das bisher unveröffentlichte Verkehrsgutachten des Büros IVV, müssten auf den Tisch.
4. Januar: Die Essener und Bottroper Grünen schreiben einen Offenen Brief an die Gladbecker Grünen mit der klaren Forderung an ihre Parteifreunde, sich gegen den A-52-Ausbau auszusprechen.
5. Januar: Der Natur- und Umweltschutzverein NUR lehnt das Ausbauprojekt ab und spricht von einer „Monster -Achterbahn“.
5. Januar: Der Frage-Vorschlag der Verwaltung zum Ratsbürgerentscheid liegt den Ratsmitgliedern vor: „Soll sich die Stadt Gladbeck an der Finanzierung eines ca. 1,5 km langen Tunnels zwischen Phönixstraße und Graben-/Landstraße mit rund zwei Millionen Euro beteiligen, wenn die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden.“
6. Januar: Franz Kruse übt massive Kritik an der Frage-Formulierung der Verwaltung. Das Ratsmitglied sagt zur WAZ: „Da kommt in der Fragestellung das Wort A 52 überhaupt nicht vor. Das ist doch eine reine Suggestivfrage.“
6. Januar: Die Stadt kündigt eine Reihe von Veranstaltungen zur A 52 an, in denen fair und objektiv über das Thema informiert werden soll. Termin für die erste Veranstaltung: 9. Februar, 19 Uhr, Stadthalle.
6. Januar: Beim DGB-Neujahrsempfang unterstreicht Bürgermeister Ulrich Roland, dass es in Gladbeck nicht zu einem „Gladbeck 21“ kommen dürfe. Der Ratsbürgerentscheid sei ein geeignetes Instrument, um über das Projekt mit seinen weit reichenden Folgen abzustimmen. Der Bürgermeister macht auch nochmals seine eigene Position deutlich: „Die Lebensqualität wird sich verbessern.“
6. Januar: Das Bürgerforum A 52 legt eine umfassende A-52-Stellungnahme vor: „Runter mit der rosaroten Brille“, lautet eine der Forderungen. In vielen Einzelpunkten vom Autobahnkreuz mit Überflieger bis zur langen Bauzeit übt das Bürgerforum massive Kritik an den Ausbauplänen.
9. Januar: Das Netzwerk der A-52-Bürgerinitiativen schickt einen fünfseitigen Offenen Brief an Bürgermeister Ulrich Roland - ein Kernpunkt: Das Netzwerk fordert, an der Frage-Formulierung zum Ratsbürgerentscheid beteiligt zu werden. Die für den 12. Januar geplante Ratssondersitzung soll verschoben werden.
9. Januar: Die IGBCE Mitte begrüßt den Kompromiss zum Bau der A 52 in Tunnellage: „Die Innenstadt wird zusammenwachsen und das Konzept der Innenstadt-Erneuerung wird noch besser greifen“, so Walter Hüßhoff.
10. Januar: Die CDU tritt dafür ein, den Termin für den Ratsbürgerentscheid zu verschieben. Zu viele Fragen seien noch offen, es werde mehr Zeit für die Diskussion benötigt. Fürsprechern und Gegnern des Ausbaus müsse ausreichend Gelegenheit gegeben wird, in eigenen Informationsveranstaltungen über das Projekt zu diskutieren.
12. Januar: Der Rat beschließt mit breiter Mehrheit die Durchführung des A-52-Ratsbürgerentscheids am 25. März. In die Frageformulierung zum Ratsbürgerentscheid sind die Begriffe „Autobahn A 52“ ergänzend aufgenommen worden.
12. Januar: Am Abend lädt die CDU zum A-52-Infotreffen ein. Rund 100 Parteimitglieder und interessierte Bürger kommen ins Pfarrheim St. Lamberti. Hans-Joachim Kalb appelliert ans Publikum mit Blick auf den A-52-Ratsbürgerentscheid: „Machen Sie von Ihrem ur-demokratischen Recht Gebrauch, über eine Angelegenheit der Gemeinde zu entscheiden.“
13. Januar: Die Initiative „Mehr Demokratie“ (Köln) begrüßt die Gladbecker Ratsentscheidung für einen Ratsbürgerentscheid. „Der Ausbau der A 52 ist seit Jahrzehnten umstritten, die Fronten sind verhärtet. Der Ratsbürgerentscheid wird eine wichtige Zukunftsentscheidung auf eine breite Legitimationsbasis stellen“, sagt Landesgeschäftsführer Alexander Slonka.
17. Januar: Die SPD Mitte lädt zur Info-Veranstaltung ins Parteibüro am Goetheplatz. Rund 50 Besucher diskutieren hier das Thema äußerst kontrovers. Wendel vorm Walde unterstreicht, dass es sich bei dem vorgeschlagenen Ausbau-Kompromiss um eine gute und für die Stadt Gladbeck preiswerte Lösung handle.
19. Januar: Die DKP lädt zum A-52-Treffen ins Parteibüro an der Friedenstraße. Die DKP lehnt das Projekt grundsätzlich ab und spricht mit Blick auf den vorgeschlagenen A-52-Autobahnausbau von einer „Dinosaurier-Verkehrstechnik von gestern“.
19. Januar: Franz Kruse (Die Linke) fordert nochmals die Veröffentlichung des IVV-Verkehrsgutachtens.
26. Januar: Die Partei Die Linke lädt zum A-52-Treffen ins Parteibüro an der Lambertistraße. Die beiden Die-Linke-Politiker Ralf Michalowsky und Olaf Jung sagen: „Wir wollen das Projekt kippen und wir wollen ein Nein zum Bürgerentscheid erreichen.“
27. Januar: Erstmals ist in der WAZ eine Foto-Animation des möglichen Autobahnkreuzes A 2/A 52 zu sehen.
27. Januar: Die Grünen beraten das A-52-Projekt und stimmen auf einer außerordentlichen Stadtverbandsversammlung mit breiter Mehrheit für den Ausbau mit einem Tunnel.
30. Januar: Der Haupt- und Finanzausschuss diskutiert das IVV-Verkehrsgutachten. Am Ende einigt man sich: Alle Ratsmitglieder erhalten nun das Gutachten.
30. Januar: Auf einer IGBCE-Stadtkonferenz ist der A-52-Ausbau das zentrale Thema. Die IGBCE-Aktiven begrüßen nochmals den Ratsbürgerentscheid zur A 52 und unterstreichen, dass eine moderne Infrastruktur auch in der Region Arbeitsplätze sichere. Jeder Bürger solle die Chance nutzen, sich eigenverantwortlich eine eigene Position zum A-52-Thema zu erarbeiten.
31. Januar: Der Verein zur Förderung der Gladbecker Wirtschaft (VGW) begrüßt den vorgeschlagenen A-52-Ausbau als „längst überfällige Optimierung der Infrastruktur im Ruhrgebiet“. Auch die IHK empfiehlt den Gladbeckern, den A-52-Ausbauvorschlag anzunehmen.
2. Februar. Die Stadt eröffnet einen A-52-Infopunkt im Neuen Rathaus. Ein dreiköpfiges Team hält hier Informationen zum Ausbau-Vorschlag für die Bürger bereit.
5. Februar: Die Partei Die Linke verweist auf Zahlen aus einem weiteren Gutachten - danach ist von 15 200 Kfz pro Tag auf der Straße auf dem Tunneldach der A 52 auszugehen. Franz Kruse: „Diese dramatischen Verkehrszahlen findet man im Infopunkt der Stadt bestimmt nicht.“
7. Februar: Professor Dr. Martin Lühder, der die Stadt als Gutachter berät, weist darauf hin, dass es bei Verkehrsprognosen immer auf die konkrete Ausgestaltung der jeweiligen Straße ankomme. Bei einer verkehrsberuhigt gestalteten Stadtstraße („Stadtallee“) auf dem Tunneldach sei mit deutlich weniger als 15200 Kfz pro Tag zu rechnen.
8. Februar: Einige Anwohner der Stallhermstraße geben in der WAZ ihrer großen Besorgnis Ausdruck, dass ihre Häuser für einen A-52-Ausbau weichen müssten. Bisher hätte niemand mit ihnen geredet: „Das ist schlechter Stil.“
17:53
Ich werde mit "Nein" stimmen, glaube aber, dass die A52 kommen wird.
Bislang haben sich die an einem Ausbau interessierten Lokalpolitiker sehr schlau verhalten, indem sie die Entscheidung über den Ausbau der B224 zur A52 auf den Bürger übertragen haben, da sie immer sagen können "Ihr habt doch basis-demokratisch entschieden -wir setzen nur Euer Votum um".
Gleichzeitig wissen die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft, dass nur eine Minderheit der Gladbecker von einem Ausbau in Form von weiterer Lärmbelastung, weiterer Feinstaubbelastung, Flächenversiegelung etc. direkt betroffen ist - nämlich diejenigen, die dann im Dreieck A2 / A52 wohnen und diejenigen in einem Streifen von ca 750 bis 1000 m jenseits der A52 stadteinwärts. Alle anderen kennen die schon derzeit bestehende Belastung durch die B224 nicht und sind daher tendeziell entscheidungsoffen.
Dies werden die Entscheidungsträger in der Zeit bis zum Bürgerentscheid weidlich nutzen und für die Pro-Seite agitieren.
21:57
Zu mariogladbeck
Wenn sie schon die Linke und ein paar Tunnelgeger hinstellen und behaupten sie streuen falsche Zahlen, sagen Halb- und Unwahrheiten, dann sollten sie zumindest auf diese falschen Zahlen und Unwahrheiten auch in ihren Kommentaren eingehen und erklären und nicht nur mit ein paar Floskeln die ganze Angelegenheit abtun. Fakt ist doch, dass die Linke mit einen Antrag in der Ratssitzung dafür sorgen musste, das den Fraktionsmitgliedern und somit dem Bürger, dass Gutachten IVV ermöglicht wurde. SPD und Grüne haben doch Monate lang gemauert das Gutachten überhaupt raus zu geben. Das ist für mich als Bürger heute noch Erklärungspflichtig, warum man dieses Gutachten so lange zurückgehalten hat. Die Zahlen die in diesem Gutachten stehen kann nun jeder glauben oder auch nicht, ich jedenfalls nicht, denn das Gutachten von Strassen NRW spricht dawohl ja eine deutliche Sprache und zwar von 15200 Fahrzeugen auf dem Tunnel. Und wenn jemand das als Lüge hinstellt, dann ist das nicht korekt. Für mich taucht eher die Frage auf warum hat man das Gutachten ignoriert und nicht den Fraktionen weitergegeben, das ist für mich nicht erklärbar. Und deshalb gehe ich davon aus das man hier etwas vertuschen wollte und sie H.mariogladbeck wollen Bürger bezichtigen die gegen den Tunnel sind. Ich denke sie sollten schon einmal bei der Wahrheit bleiben und denjenigen der lügt auch genau sagen wo er gelogen hat.
19:20
So geht es seit dem 19. Dezember und so wird es wohl auch bis zum 25. März weitergehen: Die Linke und ihre Handvoll Tunnelgegner streuen wild Zahlen, Behauptungen, Halb- und Unwahrheiten mit dem Ziel, möglichst viele Gladbecker zu verunsichern.
Aber es bleibt dabei: Der Durchgangsverkehr wird durch den Tunnel fließen. Nur der Gladbecker Zugangsverkehr fließt über innerstädtische Straßen. Das tut er auch heute schon. Michalowsky schreibt:"Wer in Gladbeck auf die Autobahn will muss über den Tunneldeckel..." Das ist Quatsch. Der überwiegende Teil der Gladbecker Nutzer der B224 ist in Richtung A2/Essen unterwegs und nutzt heute die Schützenstraße als Zubringer. Warum sollte jemand, der aus dem Westen oder Norden der Stadt kommt, künftig anders fahren? Aus Süden kommender Zubringerverkehr wird hingegen künftig die Horster Straße und die neue Stadtallee nutzen, was für die Wohnbevölkerung im Umfeld der Goethe/Steinstraße eine gute Nachricht ist.
An diesen Fakten ändern auch Verunglimpfungen des städtischen Beraters Prof. Lühder nichts.
15:13
Bezahlter Gutachter verteidigt die Stadt
Es ist schon hochgradig peinlich, was die Stadtverwaltung in der Gutachten-Affäre bietet. In Ermangelung triftiger Gegenargumente zu den Aussagen des neu entdeckten Gutachtens von Straßen.NRW, schickt man nun den von der Stadt honorierten Gutachter Prof. Dr. Martin Lühder vor. Dabei hat sich dieser „Experte“ schon mehrfach selbst disqualifiziert.
Erst war der Überflieger für ihn No-Go (geht gar nicht), dann wollte er ihn blau beleuchten. Das hält er wohl für sehr attraktiv. In der Vergangenheit akzeptierte er die Zahl von mehr als 8.000 Kfz auf dem Tunnel und in der Ratssitzung am 12. Januar 2012 sprach er von nur 2.000 Autos. Fazit: der Mann ist sein Geld nicht wert, ganz gleich ob er 2.000 oder 15.200 Euro bekommt.
Auch jetzt spielt er wieder mit verschiedenen Gutachten und vermischt Daten um alles schönzurechnen. Er behauptet, dass im Straßen.NRW-Gutachten eine Schnellstraße mit 70 km/h angedacht sei. Das ist gelogen! In dem Gutachten taucht weder die Bezeichnung „Schnellstrasse“, noch die Geschwindigkeit 70 km/h auf. Ich biete nochmals an, dass sich jedermann das Gutachten selbst von meiner Website downloaden kann.
Hier der Link als Kurz-URL: http://bit.ly/w1YWRj
Lühder rechnet die Verkehrsströme auf dem Tunnel jetzt von 15.200 + X auf 7.000 Kfz runter. Das soll durch verkehrsberuhigende Maßnahmen auf dem Tunnel geschehen. Lassen wir uns doch mal auf seine Argumentation ein: wo bleiben dann die restlichen Fahrzeuge? Gehen diese Autofahrer jetzt alle zu Fuß, fahren mit der Bahn oder gehen die einfach nicht mehr zu Arbeit? Fakt ist doch, dass das Verkehrsaufkommen bewältigt werden muss. Wer in Gladbeck auf die Autobahn will muss über den Tunneldeckel, egal wie schnell dort gefahren werden darf und egal wie breit die Straße ist. Was Prof. Lühder sagt ist schlicht Unfug.
Seine Alternative kann doch nur sein, dass wenn es auf dem Tunnel Tempo 30 gibt, die Fahrzeuge sich andere Wege suchen. Die Wilhelmstrasse, die Uhlandstrasse, die Bergmannstrasse, die Horster Str., die Landstrasse und die Gartenstrasse kommen da zunächst in Frage. Will das jemand?
Herrn Prof. Dr. Lühder möchte ich noch eine Lebensweisheit mit auf den Weg geben: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert!“ Sprich: künftig können Sie ruhig noch größeren Unsinn erzählen.
So geht es seit dem 19. Dezember und so wird es wohl auch bis zum 25. März weitergehen: Die Linke und ihre Handvoll Tunnelgegner streuen wild Zahlen, Behauptungen, Halb- und Unwahrheiten mit dem Ziel, möglichst viele Gladbecker zu verunsichern.Aber es bleibt dabei: Der Durchgangsverkehr wird durch den Tunnel fließen. Nur der Gladbecker Zugangsverkehr fließt über innerstädtische Straßen. Das tut er auch heute schon. Michalowsky schreibt:"Wer in Gladbeck auf die Autobahn will muss über den Tunneldeckel..." Das ist Quatsch. Der überwiegende Teil der Gladbecker Nutzer der B224 ist in Richtung A2/Essen unterwegs und nutzt heute die Schützenstraße als Zubringer. Warum sollte jemand, der aus dem Westen oder Norden der Stadt kommt, künftig anders fahren? Aus Süden kommender Zubringerverkehr wird hingegen künftig die Horster Straße und die neue Stadtallee nutzen, was für die Wohnbevölkerung im Umfeld der Goethe/Steinstraße eine gute Nachricht ist. An diesem Fakten ändern auch Verunglimpfungen des städtischen Beraters Prof. Lüder nichts.