50 klangvolle Jahre - Brillanter Auftakt zum Jubiläum

Nicht nur das Bläserensemble begeisterte beim Auftaktkonzert zum 50. Jubiläum der Musikschule Gladbeck.
Nicht nur das Bläserensemble begeisterte beim Auftaktkonzert zum 50. Jubiläum der Musikschule Gladbeck.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Das Bläserensemble und die Solisten um Philippe Lefebvre begeisterten das Gladbecker Publikum. Ein großes Konzert auch im Gedenken an Günter Waleczek.

Gladbeck..  Hell strahlend tönt das Sextett der Blechbläser am Samstagnachmittag in der Petruskirche, festlich und majestätisch gesellt sich die Orgel dazu – mit den barocken Klängen des „Rigaudon“ von André Campra beginnt die Auftaktfeier zum 50. Jährigen Jubiläum der Gladbecker Musikschule. „Das erste Konzert des Jubiläumsjahres findet bewusst hier statt, wo alles begann“, sagt Musikschuldirektor Rolf Hilgers und erinnert an den im Vorjahr verstorbenen Günter Waleczek.

Der Kantor des evangelischen Kirchenkreises, der Gründer und langjähriger Leiter der Musikbildungsstätte war. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Puschadel dankt „für die klingende Visitenkarte unserer Stadt“. Das Bläserensemble der Musikschule rund um Rolf Hilgers (Trompete und Leitung), Nicole Hilgers (Trompete), Andreas Koriath (Trompete), Klaus Tewes (Horn), Daniel Fellmann (Posaune) und Marc Brode (Tuba) setzt die Ehrerbietung in jedem ihrer Stücke glänzend um. Präzise mit elegantem Schwung interpretieren sie die verschiedenen Bläser-Solo-Werke, ein Höhepunkt sicherlich die „Heures Mystiques“ von Leon Boellmann.

Ein „Kyrie“ von Rheinberger unterstreicht den religiösen Charakter der Veranstaltung. Wunderbar die Werke in Begleitung der Orgel, gespielt von Waleczeks Sohn Helfried. Die Kontraste der tiefen vollen Posaunen- und Tubaklänge mit den feinfühligen Einstiegen der hohen Orgeltöne sind mitreißend.

Was alles in den zwei Manualen und 32 Registern der Schuke-Orgel steckt zeigt Philippe Lefebvre, Titularorganist von Notre-Dame de Paris. Der 66-jährige Musiker, der seine Karriere in Gladbecks Partnerstadt Marcq-en-Baroeul begann, besticht schon in der Wahl der Werkefür die „Königin der Instrumente“. Da sind schwirrende leise Töne wie das Flattern eines Kolibris in der „Fantasia“ von Johann Sebastian Bach, monumentale „organo pleni“ bringen die Petruskirche zum Erbeben. Faszinierend

schnelle Registerwechsel bestechen in den „Variations sur un thème de Clement Jannequin“ und „Litanies“ von Jehan Alain. Töne die unter die haut gehen wie auch das abschließende 25-minütige Improvisationswerk von Lefebvre selbst. Über den Noten des Schlusschorals der Johannes-Passion von Bach „Ach Herr, lass Dein lieb Engelein“ zieht sich ein aufwühlender Melodiezug des Leids durch alle Register, verkündet dann wieder lieblich das Versprechen der Auferstehung.

Die 200 Gäste danken mit stehenden Ovationen. Ein größeres Geschenk, als das Gedenken an den Organisten Günter Waleczek und die Freude über den 50. Geburtstag seines „Kindes“, die Musikschule, mit einem Meister des Fachs wie Philippe Lefebvre zu feiern, konnte es wahrlich nicht geben.