41 Sternsinger bringen den Rentfortern Lieder und Segen

Sternsinger machen sich am 2. und 3. Januar in Rentfort auf den Weg.
Sternsinger machen sich am 2. und 3. Januar in Rentfort auf den Weg.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mädchen und Jungen ziehen am 2./3. Januar als Sternsinger durch Rentfort. Eltern und ehrenamtliche Helfer organisieren den reibungslosen Ablauf.

Sie scharen sich zu Füßen der Heiligen Familie im Stall mit dem Jesuskind in der Krippe. Ihre güldenen Kronen glänzen im fahlen Schummerlicht, die prächtigen Gewänder leuchten. Eins, zwei, drei, vier . . . Moooment! Vier heilige Könige? Genau! Und noch etliche weitere gekrönte Häupter werden sich am heutigen Freitag und am Samstag zu diesem Quartett gesellen, das sich in der Kirche von St. Josef versammelt hat.

Ihr Ziel ist indes nicht Bethlehem, die Menschen in den Häusern von Rentfort wollen Felix (11), Georg (8) und Franziska (10) im Winkel, Bennet Blömker (8), Felizitas Klopf (11) & Co. erreichen. Die Mission der Sternsinger, die für die Gemeinden St. Josef und St. Franziskus unterwegs sind: Sie sammeln Spenden für Kinder auf den Philippinen und überall auf dem Erdball. Singend bringen die prunkvoll ausstaffierten Mädchen und Jungen samt Begleitung Segen.

Selbst genähte Kostüme

Ihr Hofstaat im Hintergrund arbeitet seit Wochen emsig, damit alles glatt läuft. Eltern, Geschwister, engagierte Helfer in der Gemeinde. So wie die Mütter Maria Makowka (46) und Sandra Sump (43). In ihren Händen liegt die Organisation. „Die Kostüme haben wir mit anderen Frauen im Vorjahr selbst genäht“, erzählt Makowka. Wie viele Gewänder benötigt werden? Tochter Marie Makowka (17) zückt eine Kladde, in der sämtliche Pläne für die Aktion festgehalten sind. 41 Rentforter Sternsinger werden sich auf den Weg machen, in Gruppen mit jeweils zwei Leiterinnen.

Novum: Besuch in Gaststätten

Ein Novum: „In diesem Jahr wollen erwachsene, ehemalige Sternsinger erstmals auch durch Gaststätten gehen“, kündigt Sandra Sump an. „Wir laufen jede Straße ab“, sagt Marie Makowka. Sie ist eine der Leiterinnen, ebenso wie Christin Sump (14), Michelle Paul (18) und Tina Wessendorf (24). Wenn sie die „amtierenden Könige“ sprichwörtlich an die Hand nehmen, können sie aus Erfahrung sprechen. Haben sie doch ebenfalls früher als Sternsinger ihre Mitmenschen besucht, den Spaß in der Gemeinschaft genossen und das Gefühl, etwas Gutes zu tun.

Nicht immer willkommen

Manche freuen sich über die singenden Mädchen und Jungen, werfen Geld in die Büchse, stecken Süßigkeiten zu. Aber längst nicht bei allen ist der Besuch willkommen. „Einige kennen die Sternsinger überhaupt nicht“, stellt Maria Makowka fest. Da stehen die Kinder vor verschlossenen Pforten. „Ich habe auch erlebt, dass uns die Tür vor der Nase zugeschlagen worden ist“, erinnert sich Wessendorf. Und Beschimpfungen, die gebe es auch manchmal. Dennoch sei sie gerne als Sternsingerin mitgelaufen: „Damit anderen Kindern geholfen wird . . .“. Felix, kein Neuling, nickt energisch. Das Thema der Aktion ist für ihn und seine „Amtskollegen“ nicht entscheidend: „Hauptsache man hilft!“

Gesunde Ernährung für Kinder

Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit! – so lautet das Motto der diesjährigen mittlerweile 57. Aktion Dreikönigssingen, an der sich Mädchen und Jungen als Sternsinger sowie zahlreiche ehrenamtliche Helfer in etwa 12 000 Pfarrgemeinden in ganz Deutschland beteiligen werden. 44,5 Millionen Euro sammelten die „kleinen Könige“ Anfang des Vorjahres bundesweit.

Die Aktion Dreikönigssingen existiert seit dem Jahr 1959. Sie wird getragen vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Abschluss-Gottesdienst am 4. Januar

Die Sternsinger schreiben an Haustüren und Wände mit Kreide den Segen „C+M+B“ samt Jahreszahl. Mittlerweile haben sangesfreudige „gekrönte Häupter“ in manchen Gemeinden auch Aufkleber im Gepäck. Die kleinen Könige von Rentfort nehmen beides mit auf ihren Weg.

Weit verbreitet ist die Annahme, mit der Abkürzung würden die Anfangsbuchstaben von Caspar, Melchior und Balthasar – die Namen der Heiligen Drei Könige – genannt. Das trifft nicht zu. Die Großbuchstaben stehen für den lateinischen Segensspruch „Christus mansionem benedicat“. Zu Deutsch: „Christus segne dieses Haus“.

Ihren Abschluss-Gottesdienst feiern die Rentforter Sternsinger am Sonntag, 4. Januar, in St. Franziskus.