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25 Jahre afrikanisch-deutsche Freundschaft

27.09.2010 | 18:17 Uhr
25 Jahre afrikanisch-deutsche Freundschaft
Gästa aus Sambia waren natürlich auch zur Jubiläumsfeier an der Drewitz-Gesamtschule gekommen.

Gladbeck. „Miteinander leben, voneinander lernen, füreinander da sein“ – unter diesem Motto machten sich in 25 Jahren 100 Schüler und Lehrer der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule auf den gut 7000 km weiten Weg in den Choma Distrikt in Sambia.

Und sie empfingen im Gegenzug 70 Gäste der Macha Secondary School und der St. Mark’s Secondary School in Gladbeck.

Zeitgleich fand am vergangenen Freitag im südlichen Afrika und in der Gladbecker Gesamtschule ein Festakt zu diesem Silbergeburtstag statt. „Einzigartig an dieser Freundschaft ist, dass sie wirklich gelebt wird und nicht nur auf dem Papier existiert“, betont Harald Lehmann. 1985 hatte er als Schulreferent des evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen den ersten Kontakt zwischen einer Delegation aus Sambia und dem ehemaligen Schulleiter der Ingeborg-Drewitz-Schule, Walter Kohlhoff, vermittelt. Seitdem findet im jährlichen Wechsel ein vierwöchiger Austausch statt, den die Teilnehmer in Gastfamilien verbringen. „Nur dieser enge persönliche Kontakt ermöglicht es, eigene Werte zu hinterfragen und die fremde Kultur wirklich kennen zu lernen“, sagt Projektleiter Guntram Seippel von der Gesamtschule aus eigener Erfahrung.

Die durfte im letzten Jahr auch der damals 18-jährige Lukas Akeme machen, der sich bei seiner Gastfamilie in Sambia sofort wie zu Hause fühlte. „Nach einem etwas schüchternen Anfang haben wir an der Schule zusammen gesungen und getanzt. Es war wirklich eine Ehre für mich, dort zu sein“, berichtet der Abiturient mit einem Lächeln.

Über diesen kulturellen Austausch hinaus ermöglichen seit 25 Jahren Zweckeler Schüler- und Lehrergenerationen vielen Mädchen und Jungen in Sambia überhaupt den Besuch einer der beiden weiterführenden Schulen. Der 1990 gegründete Verein „Solidarität mit Zambia“ organisiert Sponsorenläufe und ein Minilädchen, um die Reisekosten der sambischen Schülerinnen und Schüler nach Gladbeck zu finanzieren. Mit den gesammelten Spenden und mit Unterstützung der Gladbecker Wirtschaft konnten die beiden afrikanischen Internate mit Betten ausgestattet und eine Wasserfilteranlage repariert werden. Finanziell gefördert von der Rütgers Stiftung und unterstützt von Technikern vor Ort installierten Gladbecker Schülerinnen und Schüler – selbst durch entsprechenden Technikunterricht geschult – Photovoltaikanlagen an den Schulen. „Seit 2007 kann in Macha auch bei Stromausfall weiter gelernt werden“, freut sich Ian Simbeleko, der zusammen mit der von ihm geleiteten Gästedelegation aus Sambia noch bis zum 3. Oktober zu Besuch in Gladbeck ist. Zusätzlich fließen Geldbeträge aus gewonnenen Wettbewerben der IDG in das Sambiaprojekt, das am 1. Juli dieses Jahres die Auszeichnung als „ Offizielles Projekt der UN Weltdekade 2010/2011 für nachhaltige Entwicklung“ erhielt.

Für die 16-jährige Moono Mutinta aus Sambia ist es der erste Auslandsaufenthalt. „Es ist alles sehr aufregend“, sagt sie. So geht es den meisten Teilnehmern, die mit den Worten von Bürgermeister Roland „den Traum von einer friedlichen, gemeinsamen Welt leben und Vorbild für uns alle sind“. Für 25 Jahre Freundschaft und Hilfe über Grenzen hinweg bedankte sich der sambische Botschafter in Deutschland Mr. Chizinga mit einem Zitat Nelson Mandelas: „Es ist die Ausbildung, die aus der Tochter eines Farmers eine Doktorin macht und aus dem Sohn eines Minenarbeiters einen Minenleiter.“

Julia Haseloff

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