2014 – ein gutes Jahr für Arbeitnehmer

Der gesetzliche Mindestlohn und die Rente mit 63 bezeichnet der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in der Emscher-Lippe-Region als wichtigste Gewerkschaftserfolge des Jahres 2014. „Wir haben mit vielen Veranstaltungen und Aktionen für den Mindestlohn von 8,50 Euro geworben und gekämpft. Jetzt tritt er in Kraft und wird in unserer Region tausenden Beschäftigten eine Lohnerhöhung bescheren. Das ist eine gewerkschaftliche Erfolgsgeschichte,“ meint DGB-Regionsgeschäftsführer Josef Hülsdünker.

Gefahren für die Arbeitsplätze sieht der DGB nicht. Viele Beschäftigte würden mit dem Mehr in der Tasche die örtliche Nachfrage steigern und helfen, weitere Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Um sicherzustellen, dass der Mindestlohn auch tatsächlich gezahlt wird, wird der DGB in fast allen Städten über die neuen Mindestlohnansprüche informieren und Beratungen anbieten.

Für mehr Geld in der Börse dürften laut DGB auch die Tarifrunden für mehr als sechs Millionen Beschäftigte sorgen. Hier will der DGB die Arbeitnehmer der Chemie-, Metall- und Elektroindustrie sowie des Öffentlichen Dienstes unterstützen, die mit ihren Gewerkschaften fünf Prozent und mehr Lohn- und Gehalt fordern. Als großen Erfolg bewertet der DGB auch die Einführung der Rente mit 63. „Sie ist Ergebnis einer harten und erfolgreichen Auseinandersetzung, an der sich DGB und Gewerkschaften in der Region mit vielen Veranstaltungen beteiligten.“

Jetzt sieht der DGB neuen Handlungsbedarf: Die Senkung des Rentenniveaus auf gut 40 % des früheren Durchschnittsnettos könne nicht das letzte Wort der Politik bleiben, weil selbst langjährig gut verdienenden Beschäftigten die Altersarmut drohe. „Unsere Forderung lautet, dass Rentenniveau nicht unter 50% sinken zu lassen“, sagt Hülsdünker.

Eine besondere Herausforderung stelle die Auseinandersetzung mit rechtsradikalen Positionen dar: „Wir werden alles unternehmen, um dem Vordringen von Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Nazitum einen Riegel vorzuschieben. Unsere über 125 000 Mitglieder sind aufgerufen, sich für eine menschliche und lebenswerte Region einzusetzen, die auch Flüchtlingen eine Heimat gewährt. Abstriche an dieser Haltung werden wir nicht zulassen.“