125 Jahre „Feiertag der Arbeiter“

Mit einer Arbeiterliteraturlesung erinnert der REVAG-Geschichtsverein Zeche Graf Moltke 1 / 4 an die „Geburtsstunde des „Feiertags der Arbeiter“ vor 125 Jahren.

Der Beschluss des Pariser Kongresses, den Kampf um den Acht-Stunden-Tag als internationale Aktion zu führen, fiel mitten in die größte Streikwelle hinein, die das Deutsche Reich bis dahin erlebt hatte. Auf dem Bergwerk Graf Moltke gab es bei dem großen Bergarbeiterstreik 1889 die ersten politischen Toten im Ruhrgebiet.

Bis Dezember 1889 hatten 18 Gewerkschaften ihre Absicht erklärt, am kommenden 1. Mai zu streiken. Diese Erklärungen waren nicht unumstritten. Im Kaiserreich war die Streikneigung, verglichen mit anderen Ländern, eher gering. In Deutschland galt noch das Sozialistengesetz. Die sozialdemokratische Partei, der viele Gewerkschafter nahe standen, war zwar zu den Reichstagswahlen zugelassen, aber als Organisation verboten. Die Unternehmerverbände drohten für den Fall von Streiks mit Aussperrungen, Entlassungen und Schwarzen Listen. Wer darauf geriet, brauchte sich in seiner Gegend um Arbeit nicht mehr zu bemühen.

Die SPD beschloss auf ihrem Hallenser Parteitag im Oktober 1890, den 1. Mai als dauerhaften „Feiertag der Arbeiter“ einzuführen. Um der Provokation die Spitze zu nehmen, wollte sie von Arbeitsruhe dort absehen, wo sich ihr Hindernisse in den Weg stellten. Partei und Gewerkschaften machten den Aufruf zum Streik von der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Betriebs abhängig.

Der REVAG-Geschichtsverein lädt in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt für Freitag, 17. April, ab 18 Uhr am Karo, Schachtstr. 51, zur 2. Arbeiterliteraturlesung in Butendorf ein. Gelesen werden Geschichten und Gedichte zum 1. Mai und zur Arbeiterbewegung der 125 Jahre.

Einführung: Dr. Christine Schönebeck; Lesungen: Bürgermeister Ulrich Roland, Beatrix Petrikowski, Dr. Christine Schönebeck, Hans Nimphius und Walter Hüßhoff; musikalische Begleitung: Norbert Gerbig mit Liedern zum Mitsingen.