100 sagen: Atomkraft, nein!
22.03.2011 | 17:35 Uhr 2011-03-22T17:35:00+0100
Gladbeck.Japan und der dort drohende GAU prägen das Stadtleben. Und viele Gladbecker erinnern sich: Es war im April 1986, als zum letzten Mal ein ganz ähnliches Ereignis tagelang das Stadtleben so intensiv prägte.
Auch nach Tschernobyl gab es Mahnwachen und Proteste. Und es gab damals vor allem eine ausführliche Diskussion über mögliche Belastungen der regionalen Lebensmittel.
Gehört die Katastrophe in Fernost in den Unterricht? „Es ist notwendig, dass die Schule als Lernort dieses Thema aufgreift“, sagten am Dienstag sowohl Christa Baxmann (Vorsitzende des Lehrerrats) als auch Schülersprecherin Lea Konietzka von der Anne-Frank-Realschule. Die Schule wird Teile ihrer Projekttagergebnisse beim Schulfest im Frühsommer präsentieren.
Jetzt erlebt Gladbeck eine ganz ähnliche Phase - vor allem auch mit Mahnwachen-Aktionen, die beachtliche Teilnehmerzahlen erreichen:
Rund 100 Gladbecker folgten dem Aufruf der Grünen Jugend und weiterer Institutionen zu einer Mahnwache am Montagabend – und ginge es nicht um so ein ernstes Thema, würden die Beteiligten sicherlich von einer schönen Atmosphäre vor dem Alten Rathaus sprechen: Kerzen flackern in der leichten Frühlingsbrise, Kinder laufen umher, sammeln Unterschriften und verteilen Flugblätter für die Großdemo am nächsten Samstag und Informationsmaterialien zum Atomausstieg. An etlichen Revers finden sich Buttons: „Atomkraft? Nein Danke!“, viele haben sich weiße Bänder ums Handgelenk gebunden – in Japan das traditionelle Zeichen von Trauer. Selbstgemalte Plakate werden hochgehalten, und quer durch alle Generationen stehen Menschen zusammen und diskutieren über die Konsequenzen des drohenden GAU.
Nach und nach werden es immer mehr, viele haben noch ihre Einkäufe dabei, kaum einer, der nicht stehenbleibt, um auf der Unterschriftenliste zu unterschreiben oder sich einer Diskussion anzuschließen. Es ist kein stiller Protest, wie es eigentlich von den Organisatoren gedacht war, viel mehr zeigt sich, dass das Bedürfnis nach Austausch auch in Gladbeck groß ist.
Und das Thema eint: Nicht nur die Grüne und Grüne Jugend sind bei der Mahnwache vertreten, auch Jusos, Bündnis für Courage, Attac, DGB, IGBCE. . .
Japan prägt auch das Schulleben. In allen Schulformen werden die Ereignisse in Fernost thematisiert. Gestern fand an der Anne-Frank-Realschule von der 3. bis zur 6. Stunde ein Projekttag Japan statt. In allen Jahrgängen wurde dort informiert und diskutiert.
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