Zurückhaltend im Leben wie in seinen Farben
24.08.2007 | 03:20 Uhr 2007-08-24T03:20:55+0200Gevelsberg. (kini) Einer der großen, der begnadeten Künstler unserer Stadt ist am Montag verstorben. Hans G. Michalcik, geb. am 25. 12. 1934, starb am 20. August in einem Hagener Krankenhaus. Er wurde 72 Jahre alt. Die Trauerfeier erfolgte gestern Vormit
Hans G. Michalcik hatte im Jahre 1975 zusammen mit Walter Hoppe die Gevelsberger Künstler zu einer Gruppe geeint. Das geschah anlässlich der 750-Jahrfeier St. Engelbert.
Aufgewachsen ist Hans G. Michalcik auf dem Börkey, eingeschult wurde er in die Pestalozzischule. Später studierte er an der Werkkunstschule Wuppertal Grafik und Design - wie seine spätere Ehefrau Annegret, deren Tod vor etwa 15 Jahren er nie verwinden konnte. Zwei Schlaganfälle danach raubten ihm zusätzlich Lebensqualität und lähmten seine Schaffenskraft.
Bevor Hans G. Michalcik vor einigen Jahren in das Seniorenzentrum Vogelsang übersiedelte, wohnte er in der Klosterholzstraße 62 1/2. Hier war es Walter Hoppe, der sich mit viel Herz um seinen alten Weggefährten kümmerte und versuchte, ihm neuen Lebensmut zu geben. 15 Jahre trug Hans G. seine schwere Krankheit, vor 10 Jahren musste er auch noch das Malen aufgeben. "Doch er hat nie über sein Schicksal geklagt", würdigt ihn Renate Schmidt-V. von der Gruppe Gevelsberger Künstler.
Noch zu seinem 70. Geburtstag, im Dezember 2004, ehrte Bürgermeister Claus Jacobi Hans G. Michalcik, dessen künstlerische Spuren u. a. in der farblichen Innengestaltung der Grundschule Strückerberg und der Hasencleverschule zu finden sind. Auch das alte Hallenbad zeigte seine Handschrift wie auch die seiner Frau. Mehrere seiner Bilder kaufte auch die Sparkasse an. 1978 gestaltete Hans G. Michalcik die Titelseite der Jubiläumsausgabe "100 Jahre Gevelsberg".
Hans G. Michalcik war viele Jahre VHS-Dozent, er gründete den Kurs "Malen am Sonntagmorgen", der heute noch sehr lebendig ist. "Er liebte die zarten Farben, das Aquarell, und war ein Meister im Setzen von Akzenten, im Weglassen des Unnötigen", beschreibt Renate Schmidt-V. seine Kunst. Zurückhaltend wie seine Farben war auch die Persönlichkeit Hans G. Michalciks. "Er wollte niemand seinen Stil aufzwingen. Er hat seine Schüler gelassen, hat die Richtung angegeben", spricht ihm Renate Schmidt-V. ihre Wertschätzung auch als Lehrer aus. Hans G. Michalcik konnte auch gesellig sein. So lud er den Heimatverein, dem er sehr verbunden war, zum Scheunenfest in sein vorübergehendes Atelier an der Westfelder Straße ein, und dann loderte auch ein richtiges Schmiedefeuer.
An der Trauerfeier am Freitag nahm auch seine 98-jährige Mutter teil. Hans G. Michalcik hat noch zwei Brüder und eine Schwester.
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