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"Warum gehen Menschen mit Husten ins Theater?"

18.02.2009 | 19:14 Uhr

Gevelsberg. "Warum gehen Menschen mit Husten nicht zum Arzt, sondern ins Theater?" fragte sich der Silscheder Jürgen Taake am Freitag Abend bei seinem Jahresrückblick im "filmriss"-Kino.

Jürgen Taake ließ 2008 Revue passieren - mit großen Gedanken und kleinen Anekdoten. (WR-Foto: V. Speckenwirth)

Wie schon im letzten Jahr blieben dabei weder die großen Ereignisse, wie zum Beispiel die Finanzkrise, noch die kleinen, wie die Neueinweihung der Mittelstraße in Gevelsberg, vor seinem sarkastischem Unterton verschont. "Man muss das doch auch mal so sehen", lautete abermals das Motto des kabarettistischen Abends.

Im gut gefüllten Foyer des Kinos begrüßte Taake die Zuschauer und lobte herzlich deren Mut, sich trotz des "gefährlichen" Datums (Freitag, der 13.) hergetraut zu haben. Direkt entschuldigte er sich, dass er leider nicht zum Friseur gegangen war, so gäbe es doch viel zu wenige davon in Gevelsberg: "Und bei einem Friseur, der mit dem Begriff ,Freestyle´ wirbt, weiß man ja nicht, wie man da am Ende wieder heraus kommt."

In knapp zwei Stunden ließ Taake das Publikum das vergangene Jahr 2008 in chronologischer Reihenfolge Revue passieren. "Und führe uns nicht in Versuchung" begann Taake sein Potpourri aus verschiedenen Zitaten zum Thema Versuchung und Globalisierung, dass sich mit der Frage beschäftigte, ob es nicht vielleicht der Sinn des Lebens ist, dieser manchmal erlegen zu dürfen. So konnte auch er der Versuchung nicht widerstehen, die Gedanken großer Autoren wie die von Oscar Wilde und Mark Twain in seine Geschichte einzubauen.

Eines der abgehandelten Themen war selbstverständlich der Umbau der Mittelstraße, der, so deckte Taake auf, der Stadt "keinen Cent gekostet" haben dürfe. So sei die 780 Meter lange Einkaufsmeile "ziemlich gefahrlos". - Warum nur ziemlich? "Na, weil den Autofahrern zu anfangs noch nicht ganz klar war, dass Tempo 20 auch wirklich Tempo 20 ist und die Streifen auf der Straße keinesfalls Parkstreifen sind." So habe das Ordnungsamt die Investition in den ersten Wochen ganz schnell durch Blitzkästen und Knölchen wieder eingesammelt.

Mit reichlich Sarkasmus berichtete Taake zudem von der B42, die durch Silschede führt, wo zwar keine neuen Bäume, aber dafür jetzt ein Schild "Deutsche Alleenstraße" an den Straßenrand gepflanzt wurde.

Auch internationale Geschehnisse kamen auf die Bühne. So zum Beispiel die Verurteilung von zwei amerikanischen Soldaten, die einen Hundewelpen von einer Klippe geworfen haben, und dessen Kameraden, der vier Menschen getötet hatte - und dafür einen Orden bekam.

Damit das Publikum sich von diesen harten Fakten erholen konnte, trug Taake zwischendurch Kurzgeschichten vor, die er für die Gevelsberger "Nacht der Poeten geschrieben" hatte.

Die Geschichten selbst behandelten u. a. allseitsbekannte Männer- und Frauen-Probleme, einen fiktiven Hausverbotsbrief an ein Ehepaar von der Kaufhauskette Karstadt bis hin zu einem Dialog mit einer Socke.

Stilecht ahmte er Politiker und Prominente nach, die er der Reihe nach, auf die selbstgestellte Frage "Warum hat das Huhn die Straße überquert?" fiktiv antworten ließ.

Einer der Höhepunkte des Abends war das Weihnachtsbackrezept; so nehme man: "Eine Tasse Mehl, eine Tasse Zucker, ein Teelöffel Backpulver ... und einen Liter Ossenkemper (Kräuterlikör aus Schwelm). Dieser Part sorgte für viele Lacher und wurde vom Publikum als "der wirklich beste Text" geflüstert.

Den Abschluss bildete die Geschichte über die Rhabarberbarbara, die auch 2008 schon für Lacher sorgte.

Von Sophia Hembeck

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