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Stefan Dabruck

Von Gevelsberg aus an die Spitze der Charts

26.03.2016 | 06:00 Uhr
Von Gevelsberg aus an die Spitze der Charts
Stefan Dabruck (links) hat den DJ Robin Schulz vor etwa drei Jahren entdeckt, ist seitdem sein Manager und ist hier gemeinsam mit seinem Schützling bei der Grammy-Verleihung in diesem Jahr zu sehen.Foto: Privat

Gevelsberg. Musik, das ist das einzige, was der Gevelsberger Stefan Dabruck machen wollte. Nach der Ausbildung zog er ins Ausland, wurde Animateur in verschiedenen Hotelanlagen und legte Platten auf. 20 Jahre später ist er ein weltweit bekannter DJ, Produzent und hat als Manager Robin Schulz unter Vertrag, der Mann mit dem international erfolgreichsten Song aller Zeiten, der jemals in Deutschland produziert worden ist.

130-mal Gold und Platin

Als Stefan Dabruck die Nachricht erhält, dass Robin Schulz Song „Prayer in C“ diesen unglaublichen Rekord geknackt hat, sitzt er gerade mit seinem Schützling im Tourbus nach Belgien. Die Konzerthallen sind voll, die Single ist in über 50 Ländern auf Platz 1 gelandet. Aber keine Spur von Rockstar-Klischees. Es wird viel geschlafen, Disziplin halten, Interviews gegeben.

„Für den Erfolg muss man hart arbeiten“, erklärt der Gevelsberger und erinnert sich daran, wie er den jungen Musiker das erste Mal gesehen hat. Vor etwa drei Jahren, in einem kleinen Club in Osnabrück. „Ich bot ihm sofort einen Plattenvertrag an“, sagt er und zeigt auf seinen Arm. Dort steht „Robin“ geschrieben, das Tattoo hatte er aber schon bevor er Robin Schulz kannte. Er lacht. „Einer meiner beiden Söhne heißt so.“ Aber nicht nur der Vorname überzeugte den 41-Jährigen. Er hat ein Gespür für gute Musik.

In der Gevelsberger Musikschule begann Stefan Dabrucks eigene Karriere. Mit seinem Vater Günter Dabruck, der auch heute noch mit seinen Drevermann-Spatzen unzählige Auftritte hat und für gute Laune sorgt, machte er viel Musik. Auch Mutter Ulla war oft dabei. „Bei uns ging es immer irgendwie um Musik, das steckte an“, sagt Stefan Dabruck.

Eine Ausbildung hat er trotzdem gemacht, bevor es ihn in die weite Welt zog. „Um wenigstens etwas Handfestes zu haben. Auf jeden Fall wusste ich danach, was ich definitiv nicht machen wollte und war mir sicher, dass ich in die Musikbranche wollte“, erinnert er sich und ist heute noch dankbar dafür, dass seine Eltern ihn immer unterstützten und ihn ermutigten, seinen Weg zu gehen.

Die Verbindung zu seiner Heimatstadt hat er niemals verloren, kommt gern zurück – vor allem zur Kirmes. Eine Sache, die er im Elternhaus gelernt hat, beherzigt er noch heute: Trotz des Ruhms und des Geldes immer auf dem Teppich bleiben.

Das, was Stefan Dabruck erreicht hat, davon träumen Tausende: Er reist mit Privatjets um die Welt, ist manchmal an jedem Tag der Woche in einem anderen Land, lernt Promis rund um den Globus kennen. Doch Stefan Dabruck vergisst niemals seine Gevelsberger Wurzeln und wie hart er dafür gearbeitet hat, dass er nun da steht, wo er steht.

Selbst noch oft als DJ auf der Bühne

Nach ersten Gehversuchen in Deutschland zog es ihn zunächst ins Ausland. Während seiner Zeit in den Hotels in Tunesien und auf Lanzarote, bei der er für die Musikauswahl zuständig war, lernte er nicht nur seine Frau kennen, sondern knüpfte auch erste Kontakte zu Musiklabels. Er heuerte bei „Superstar Recording“ als Musiker-Scout an und zog nach Frankfurt. Seine Leidenschaft für gute Musik wurde sein Beruf, die Suche nach talentierten Musikern seine Profession. Auch seine Karriere als DJ nahm Geschwindigkeit auf. Gemeinsam mit Frank Klein spielte er in Clubs auf der ganzen Welt, schärfte weiter das Gefühl dafür, welche Titel bei den Leuten ankommen, wurde selbst immer gefragter in der Szene – bedient bis heute selbst regelmäßig vor Tausenden Tanzenden die Plattenteller.

Doch es geht noch um mehr als Talent und das Erkennen von Hits. „In diesem Geschäft muss man schnell sein.“ Wenn man etwas Interessantes höre, sollte man sofort reagieren. Bei Robin Schulz setzte er sich noch an dem Abend in den Wagen, als er den Tipp bekam. Stefan Dabruck ist viel unterwegs. „In manchen Monaten sitze ich mehr in der Bahn, als ein Zugführer arbeitet“, sagt er und lacht. „Da habe man wenigstens viel Zeit zum Musikhören.“

Als Kulturbotschafter unterwegs

Klar sei ihm auch mal ein Künstler durch die Lappen gegangen, aber viele eben auch nicht. Er entdeckt in den Jahren dutzende Top-Ten-Hits, nimmt viele Künstler unter Vertrag, wird selbst Produzent und gründet mit Frank Klein das Label „Weplay“, wird Botschafter für das Goethe Institut. „Musik ist ein großes Kulturgut“, sagt er, und weiß, dass viel mehr gute Musiker und DJs aus Deutschland kommen, als man mitbekommt.

Er selbst hat bereits 130 Mal eine Schallplatte in Gold oder Platin erhalten. „Prayer in C“ wurde bis Februar 800 000 Mal verkauft, das ist Doppelplatin. „Mein Traum war es immer, so etwas zu bekommen“, sagt er. Dann steckte er sein Ziel auf 100. Jetzt hat er nicht mal mehr Platz dafür und holt sich nur noch die wichtigsten ab, die ihm am meisten bedeuten.

An erster Stelle steht aber seine Familie – seine Frau, seine beiden Söhne Robin und Nick, seine Eltern, die er regelmäßig in Gevelsberg besucht. Und zur Kirmes versucht er auch immer da sein. „Auch wenn mir das nicht immer gelingt“, sagt er und lacht. Weil er wieder mal irgendwo auf der Welt im Namen der Musik unterwegs ist. An einem Tag ist er New York, dann in Köln, dann irgendwo in Asien, steht selbst vor Tausenden auf der Bühne.

Mit Robin Schulz ist er während der Tour auch im Privatjet in der Luft, „per Linienflug ist es schwer, immer rechtzeitig an den Konzert-Orten anzukommen“, sagt er. Abheben kommt für ihn aber nicht in Frage. „Mein Leben hat sich in all den Jahren im Musikgeschäft nicht sehr verändert“, sagt er. Nur die Wohnung sei größer geworden, der Urlaub etwas teurer, er legt wert auf Bodenständigkeit. Das Beste sei an dem, was er tue, dass er seinen Traumjob gefunden habe.

Popmusik ist immer gefragt

Viel Zeit für Privates habe er nicht, aber mehr als viele andere Berufstätige, sagt er. „Ich bin etwa drei Tage die Woche weg, den Rest bin ich zuhause.“ Er könne den Kleinen in den Kindergarten bringen, Kochen, Spielen. Abends setzt er sich an den Computer und arbeitet. „Früher sind haufenweise Platten per Post verschickt worden, heute geht alles per Knopfdruck und über das Internet.“

Auch wenn die Arbeitsprozesse einfacher wurden, die Musik bleibt für Stefan Dabruck spannend und abwechslungsreich. „Ich finde nicht, dass die Songs schlechter geworden sind, nur anders. Jede Zeit hat ihren Reiz“, sagt er, und Popmusik wird immer eine große Rolle spielen, da ist er sicher. „Die gefragtesten Popstars sind heutzutage aber DJ’s.“ Leute wie David Guetta, mit denen Stefan Dabruck ebenfalls zusammenarbeitet, oder das DJ-Projekt „swedish house mafia“, das vier Mal hintereinander für einen ausverkauften Madison-Square-Garden in New York sorgt.

„Musik macht glücklich“, sagt er und meint nicht nur die Menschen, die zu den Konzerten kommen, Platten kaufen, sondern auch sich selbst. „Und im Musikbusiness ist alles möglich.“ Für ihn führte der arbeitsreiche Weg aus Gevelsberg an die Spitze der internationalen Charts.

Carmen Thomaschewski

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2016-03-26 06:00
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