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Vielsaitige Konzerterlebnisse

24.03.2009 | 17:38 Uhr
Vielsaitige Konzerterlebnisse

Gevelsberg. Saitenvirtuosen der Extraklasse werden sich in der Karwoche ein Stelldichein in der Erlöserkirche geben. Das 9. Gevelsberger Gitarrenfestival wartet mit einer Reihe von Meisterkonzerten auf.

Dominiert an den meisten Abenden die klassische, der Gitarre auf den Korpus geschriebene oder umgeschriebene Musik, so wird die „Crazy Guitar Night III” zum Auftakt am Samstag, 4. April, um 19 Uhr die Grenzen weiter fassen.

INFO
Kartenverkauf

Karten für die Crazy Guitar Night III zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) und für die Meisterkonzerte (13 Euro/erm. 9 Euro) gibt es bei der Städtischen Musikschule, Lindengrabenstraße 18, 02332/2851, E-Mail: webmaster@gitarrenfestival-gevelsberg.de

Es sind auch Abonnements für drei Konzerte zum Preis von 35 Euro (erm. 24 Euro) erhältlich.

Hauptakteur des Abends ist das Joscho Stephan Quartett. Der gebürtige Mönchengladbacher Stephan hat sich in den vergangene Jahren international einen hervorragenden Ruf verschafft. Sein „Gipsy Jazz”, dessen Wurzeln auf den legendären Jazzgitarristen Django Reinhardt zurückgehen, begeisterte im vergangenen Jahr das Publikum im berühmten New Yorker Jazzclub „Birdland”. Derzeit tourt er durch Großbritannien und Irland.

Joscho Stephan auf Django Reinhardts Spuren

Große Abwechslung versprechen die weiteren Musiker des Abends. Der Engländer Russell Poyner entführt mit Liedern von John Dowland in die Zeit um 1600. Der englische Komponist war durch das Projekt „Songs from the Labyrinth” von Popstar Sting mit dem Lautenspieler Edin Karamasov einem breiten Publikum bekannt geworden. Poyner gab bereits vor zwei Jahren Kostproben seines Könnens im „filmriss”.

Der Bremer Meistergitarrist Jens Wagner widmet sich bei seinem Auftritt dem englischen Jazz- und Rockgitarristen John McLaughlin, der mit Miles Davis, Carlos Santana, Paco de Lucia und anderen Größen spielte. Wagner spielt u. a. Stücke, die McLaughlin als Mitglied des Fusion-stilbildenden Mahavisnu Orchestras komponierte.

Das deutsch-katalanische „Duo Joncol” lässt spanische und lateinamerikanische Musik hören – von de Falla und Granados bis zu kubanischen Klängen von Leo Brouwer und brasilianischen Rhythmen von Paolo Bellinati. Das „Duo Joncol” sind Britta Schmitt, ehemals Schüler in der Gitarrenklasse von Festivalleiter Hubert Käppel an der Musikhochschule Köln, und der Katalane Carles Guisado. Beide lernten sich in Barcelona während des Studiums bei Professor Zoran Dukic kennen.

Eben dieser Zoran Dukic wird am Sonntag, 5. April, um 20 Uhr in der Erlöserkirche auftreten. Der 40-jährige Kroate studierte ebenfalls bei Professor Hubert Käppel und zählt zu den herausragenden Vertretern der neuen Gitarristengeneration.

Der junge Tscheche Patrick Vacik und das „Amadeus Guitar Duo” werden am Dienstag, 7. April, 20 Uhr, zu hören sein. Vacik ist Mitglied des Prager Gitarrenquartetts, das zu den besten der Welt gezählt wird. Das Amadeus Guitar Duo sind die Kandierin Dale Kavanagh und der Deutsche Thomas Kirchhoff, die zu den erfolgreichsten Duos ihrer Art in Europa zählen. Beide haben auch das bedeutende internationale Gitarrensymposium Iserlohn/Villigst ins Leben gerufen, das im August bereits zum 18. Mal stattfinden wird.

Gabriel Bianco: „Glenn Gould der Gitarre”

Eines der größten Talente der klassischen Gitarrenszene ist der Franzose Gabriel Bianco, der am Mittwoch, 8. April, um 20 Uhr auftritt. Bereits im Vorjahr begeisterte der 21-jährige die Zuhörer in Gevelsberg. In Fachkreisen wird er als „Glenn Gould der Gitarre” bezeichnet, weil er ähnlich wie Gould ganz eigenständige Interpretationen, nicht zuletzt von Bach-Werken, bietet.

Zum Abschluss der Meisterkonzertreihe gastieren am Donnerstag, 9. April, um 20 Uhr Goran Krivokapic und das Eden Stell Duo in der Erlöserkirche. Der Montenegriner Krivokapic ist ein alter Bekannter in Gevelsberg, trat dort zuletzt 2005 auf. Er ist ebenfalls Käppel-Schüler und gewann zahlreiche internationale Preise. Die Engländer Mark Eden und Christopher Stell sind eines der innovativsten Gitarrenduos der Welt. Beide bieten eine große Bandbreite, die von Rameau und Scarlatti über Villa-Lobos bis zu Lennon/McCartney reicht.

Wer sich für mögliche Meister von morgen interessiert: Am Montag, 6. April, findet ab 20 Uhr das Finale des Talentwettbewerbs in der Erlöserkirche statt.

http://www.gitarrenfestival-gevelsberg.de/

Hartmut Breyer

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