Verwaltung stellt Wohnbericht vor
09.02.2012 | 18:23 Uhr 2012-02-09T18:23:00+0100
Gevelsberg.Gevelsberg mangelt es nach Auffassung der Stadtverwaltung nicht an attraktiven Flächen für künftige Wohnbebauung. Gerade um junge Familien in der Stadt zu halten bzw. sie anzulocken, könnten und müssten auf diesen Flächen in den nächsten Jahren Neubaugebiete entwickelt werden. Auf der anderen Seite drohten aber auch Leerstände durch den absehbaren Bevölkerungsschwund und nicht mehr zeitgemäße Wohnungsangebote. Durch ein Leerstandsmanagement soll unter anderem verhindert werden, dass sich dadurch Problemgebiete entwickeln.
Drohendem Leerstand sinnvoll begegnen
All dies geht aus einer ausführlichen „Darstellung der Bestandssituation und der Möglichkeiten zur Entwicklung für den Gevelsberger Wohnungsbau für die kommenden 15 Jahre“ hervor. Auf Antrag der SPD-Fraktion, die das Thema „Wohnen“ als besonders wichtig für die künftige Entwicklung Gevelsbergs hervorhob, erarbeitete die Verwaltung den Bericht. Nun wurde er den politischen Gremien vorgelegt.
Der Bericht stellt zunächst allgemeine Entwicklungen und Trends dar: die Zunahme von kinderlosen Ein- und Zwei-Personen-Haushalten, das Schrumpfen der Zahl von Erwerbspersonen zwischen 20 und 40 Jahren, den Wunsch nach größeren Wohnungen, der Trend zum Wohnen in der Innenstadt und das Bestreben älterer Menschen, so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben.
Auf dieser Basis stellt der Bericht die schon getroffenen Maßnahmen , aber auch künftige Möglichkeiten zur Gestaltung in Gevelsberg dar.
So werde die Umgestaltung der Hagener Straße auch die angrenzende Bebauung attraktiver machen. Für die Stadtteile Berge-Knapp und Vogelsang beantragte die Stadt Städtebaufördermittel, um das Wohnumfeld zu verbessern – nicht zuletzt um Leerstände zu vermeiden. Die Umgestaltung des Haufer Bahnhofes und des Ennepebogens trügen dem Bericht zufolge maßgeblich zur Aufwertung des „Wohnumfeldes Innenstadt“ bei.
Trotz der Verbesserungsmaßnahmen müsse bei einem langfristigen Bevölkerungsrückgang mit einer nachlassenden Nachfrage gerechnet werden. Bei zusätzlichem Neubau werde sich Leerstand nicht vermeiden lassen. Daher werde sich der Abriss von Wohnungen nicht vermeiden lassen. Größere Aktionen dieser Art erwartet die Stadt aufgrund der Wohnstrukturen in der Innenstadt allerdings nicht.
„Klar zu erkennen ist, dass eine Anpassung des Wohnungsbestandes – auch im Bereich des Wohnumfeldes – an die zukünftigen Bedürfnisse und Gegebenheiten unumgänglich ist, wenn dauerhafter Leerstand vermieden werden soll“, so das Fazit der Verwaltung.
Gezielte Verbesserung im Wohnumfeld
Um einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Wohnkapazitäten zu erhalten, soll nun zunächst eine Leerstandsermittlung vorgenommen werden. Daraus könnten gegebenenfalls gezielte Verbesserungen im Wohnumfeld und -grundriss sowie für den Abriss abgeleitet werden. Aus den Ergebnissen könnten dann Vorschläge für ein Leerstandmanagement formuliert werden.
Die Bereitstellung von Bauland wird in dem Bericht ebenfalls thematisiert. Um einem weiteren Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken und möglichst auch Zuzüge zu erreichen – insbesondere für die Zielgruppe der 25- bis 50-jährigen berufstätigen Familiengründer – sei neben der Bestandsentwicklung auch die Ausweisung neuer Flächen für den Wohnungsbau erforderlich. Die aktuell vorhandenen Flächen zur Bebauung mit Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften sind dem Bericht zufolge annähernd ausgeschöpft.
In einer Übersicht hat die Verwaltung nun die Flächen dargestellt, die gemäß Flächennutzungsplan für Wohnbebauung nutzbar wären. Dabei wurde eine Einstufung in Prioritäten von I bis V vorgenommen. Höchste Priorität haben demnach Flächen, auf denen durch einen rechtskräftigen Bebauungsplan Baurecht besteht, oder die nach §34 Baugesetzbuch (unbeplanter Innenbereich) bebaut werden könnten (siehe Infobox). Darüber hinaus hat die Stadt auch die derzeit laufenden Bauvorhaben darin aufgeführt.
Lob aller Fraktionen für umfangreichen Bericht
Der umfangreiche Bericht wurde fraktionsübergreifend in den jüngsten Sitzungen des Stadtentwicklungs- und des Hauptausschusses gelobt. Als „sehr gut gelungen“ bezeichnete Heiko Schack (FDP) die Darstellung. SPD-Fraktionschef Gerd Vollmerhaus betonte, dass noch nicht viele Städte so weit seien.
Der Ausschuss beschloss einstimmig, dass die Verwaltung nun die Leerstände ermitteln und Vorschläge für ein Leerstandmanagement formulieren solle. Zudem solle die Verwaltung auf Grundlage der Prioritätenliste mit den jeweiligen Eigentümern der möglichen Bauflächen in Kontakt treten.
12:22
Wäre sehr toll, wenn Gevelsberg mehr (bezahlbaren) Wohnraum für Familien stellen würde - auch mal zur Miete, denn nicht jeder möchte oder kann Eigentum kaufen.
16:29
Seltsam nur, das passt nicht mit den Planungen der Bürgermeister der Kreisstädte zusammen. Sie beraten und planen seit 2008/2009 interkommunale Gewerbegebiete im Kreis. Gevelberg gehört dazu.
Herr Jakobi kennt die Planungen und Bedingungen. Schließlich gehört er zu den Planern.
Seine Aussage in dem Zeitungsartikel vom 07. 06 2011
( Bürgermeister loben den Kreis)
Aussage Herr Jacobi
Denkbar ist für Jacobi allerdings, Pläne für eine Wohnbebauung auf bisher noch freien Flächen aufzugeben, um die Gewerbegebiete zu ermöglichen: Da hat sich in den vergangenen Jahren bei den Ansprüchen etwas verändert.
Bedingung für die interkommunalen Gewerbeflächen, sind Ausgleichsflächen.
Diese können auch aus aufgegebenen Bebauungsplänen/Flächen für geplante Wohngebiete bestehen.
Jetzt nach etwas mehr als ein halbes Jahr nach seiner Aussage hat sich anscheinénd schon wieder, diesmal sehr kurzfristig,etwas an den Ansprüchen geändert.
07:28
#1
Der Bauverein Gevelsberg als Eigentümer plant dort mittelfristig (was immer das heisst) eine Neubebauung unter Einbeziehung der Rocky Tokki Hochhauses.
http://www.derwesten.de/staedte/gevelsberg/krefftsiedlung-soll-wieder-familien-heimat-bieten-id736018.html
06:13
Es ist schon merkwuerdig, das die Haeuser der Hauferstrasse 50 -70 im Jahre 2006 abgerissen wurden und bis heute das Gebiet nicht neu bebaut wurde. Was will der Eigentuemer mit dem unbebauten Grundstueck erreichen ?