Titel krönte einzigartiges Comeback
16.02.2010 | 17:57 Uhr 2010-02-16T17:57:00+0100
Gevelsberg. Nein, die Videokassette mit der Aufzeichnung von dem Rennen von damals werde er sich nicht anschauen. Und eine Gedenkminute will Klaus-Peter Thaler am Mittwoch auch nicht einlegen, wie er schmunzelnd sagt. Vor 25 Jahren wurde der 60-jährige Gevelsberger Weltmeister im Rad-Cross.
„Ich wusste gar nicht, dass das Jubiläum vor der Tür steht”, sagte der ehemalige Radrennfahrer und heutige Geschäftsmann am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. „Aber es stimmt. Es war im Februar, ein Sonntag.” Am 17. Februar 1985 gegen 14 Uhr startet im Münchner Olympiapark das Rennen der Querfeldein-Profis.
Mit zwei Sekunden Vorsprung ins Ziel
Klaus-Peter Thaler erwischt einen guten Start. Er rast über den teils gefrorenen, teils aufgeweichten, matschigen Boden. „Die Temperaturen lagen unter dem Gefrierpunkt. Aber die Sonne schien und weichte die Strecke an einigen Punkten auf. Das gefiel mir, ich hatte richtig Spaß an dem Rennen”, erinnert sich Thaler.
Zwei Jahre lang war der damals 35-Jährige kein Rennen gefahren. Er arbeitete stattdessen als Bundestrainer. Doch es gab Krach mit dem Verband und den Sportlern. Also stieg Klaus-Peter Thaler selbst wieder aufs Rad und kämpfte sich zurück. „Ich habe so viel trainiert wie nie zuvor. Dennoch hatte mir keiner ernsthaft den Sieg zugetraut”, sagt er. Eine Fehleinschätzung, wie sich zeigen sollte.
Rund zwei Kilometer vor dem Ziel setzt sich der Gevelsberger von seinen ärgsten Verfolgern aus den Niederlanden und aus Luxemburg ab. Als Führender geht er in die letzte Kurve – und rettet mit zwei Sekunden Vorsprung den Sieg ins Ziel. 11 000 begeisterte Zuschauer feiern Klaus-Peter Thaler, den neuen Weltmeister aus Deutschland. Bei der Siegerehrung lässt Thaler seinen Gefühlen freien Lauf. Er weint Tränen des Glücks. „Der 17. Februar 1985 war sicherlich der ergreifendste Tag meines Sportlerlebens”, sagt er auch 25 Jahre später.
Auch am Jubiläumstag sitzt Thaler auf dem Rad
Die Leidenschaft fürs Radfahren verblasste bei Thaler über all die Jahre ebenso wenig wie der Glanz der zweieinhalb Jahrzehnte alten Goldmedaille. Auch am Jubiläumstag will der 60-Jährige in die Pedale treten. „Ich bin auch die vergangenen Wochen oft mit dem Mountainbike durch den Schnee gefahren. Am liebsten von Silschede über Haßlinghausen bis nach Hattingen”, sagt Klaus-Peter Thaler. Der Weltmeister liebt das Radfahren und die frische Luft. Das Anschauen der Videokassette mit der Aufzeichnung des WM-Rennens von 1985 hat da als Alternative keine Chance. Auch nicht am Jubiläumstag.
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