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Für die Senioren

Sie gibt der Seniorenarbeit Herz und Gesicht

20.01.2015 | 20:00 Uhr
Sie gibt der Seniorenarbeit Herz und Gesicht
Von links die Verwaltungsmitarbeiter Gabriele Schumacher,Detlef Raufelder, Bürgermeister Claus Jacobi, Jubilarin Daniela Alze und Andreas Saßenscheidt.Foto: Carmen Thomaschewski

Gevelsberg. Frau Alte oder Frau Alzheimer ist auf manch einem Brief zu lesen, der im Rathaus landet. Sie alle sind für Daniela Alze bestimmt, die Seniorenbeauftragte der Stadt. Alleine das macht schon deutlich, wie sehr sie mit der Seniorenarbeit in Gevelsberg von den Menschen in Verbindung gebracht wird.

Sie war eine der ersten Seniorenbeauftragten in NRW und habe in den vergangenen Jahren eine prägende Arbeit für die Stadt geleistet, sagte Bürgermeister Claus Jacobi über seine Mitarbeiterin in einer kleinen Feierstunde im Rathaus. Die 51-Jährige wurde für ihr silbernes Dienstjubiläum ausgezeichnet, doch im Mittelpunkt stand dabei aber vor allem, wie Gevelsberg zu einer Kommune wurde, die für die älteren Bürger ein Herz und ein offenes Ohr hat. Denn dafür hat die Seniorenbeauftragte in den vergangenen 22 Jahren maßgeblich gesorgt.

Die ersten drei Jahre ihrer Dienstzeit verbrachte sie jedoch in einer Senioreneinrichtung in Wuppertal, lernte in der Praxis, was zur Seniorenarbeit dazu gehört. Dann wechselte sie in die Gevelsberger Verwaltung und füllte diese Aufgabe mit Leben und reichlich neuen Ideen.

Ihr Ziel sei es dabei immer, „herauszufinden, was den älteren Menschen fehlt, ein entsprechendes Projekt oder Angebot auf den Weg zu bringen und es dann in gute Hände abzugeben“. So beschreibt Daniela Alze selbst, was sie tut. Eine Aufgabe, die alles andere als einfach ist.

Als sie 1993 den Ratssaal für eine Seniorenveranstaltung hat ausräumen lassen, da habe sie sich von den Kollegen einiges anhören müssen, zumal es auch noch um die Senioren ging. „Was habe ich mir da eingebrockt“, das habe sie sich damals gedacht. Abgehalten habe sie das damals aber nicht davon, auch mal in andere Richtungen zu denken. Bis heute. Die Kreativität und Durchsetzungskraft, wenn es um die Belange für Senioren geht, die hat sie sich bewahrt und die wird sie auch die nächste Jahre mit einbringen.

Zu ihren Projekten zählt die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrtspflege, die mit ihren Angeboten für Schwung in den Leben vieler sorgt. So hat sie Seniorenmessen ins Leben gerufen und war seit 2009 maßgeblich an dem Aufbau des Seniorenbüros beteiligt. „Für alle, die in dieser Stadt älter werden, und alle, die mit Senioren zu tun haben, gibt es keine Kommunikationsprobleme mehr“, sagte Bürgermeister Claus Jacobi. Denn die Türen des Büros würden immer offen stehen. Das Büro sei Mittelpunkt eines Netzwerkes und wichtig für ein gutes Miteinander in der Stadt.

Auch viele traurige Momente

Die Tauschbücherei mit Büchern, die in großen Buchstaben geschrieben sind, dass es in fast allen Senioreneinrichtungen seniorengerechte Spiele gibt, dafür habe sie mitgesorgt. „Wichtig ist es auch, Themen anzusprechen, über die man nicht so gerne redet.“ Für Daniela Alze gehört vor allem Demenz und Sucht dazu. Schwerpunkte setzen, Mitstreiter suchen – das mache ihre tägliche Arbeit aus, aber auch die vielen Begegnungen im Alltag. „Es gibt auch sehr viele traurige Momente in meinem Beruf.“ Vor allem dann, wenn Daniela Alze Menschen trifft, die sich auf ihrem letzten Lebensweg befinden. Sie könne die Dinge nicht ändern, die bisher im Leben der Menschen geschehen seien, sagt sie, aber sie könne sie begleiten und daran arbeiten, dass es für sie etwas besser wird. Wichtig sei es aber, dass die Leute auf sie zukommen würden, sie ansprechen, damit sie weiß, welche Bedürfnisse es gibt. Als sie vor wenigen Tagen geheiratet hat, hat sie deshalb auf eines besonderen Wert gelegt: dass sie ihren Namen behält. Damit die Menschen im Ort in Sachen Seniorenarbeit auch weiter wissen, wen sie ansprechen müssen.

Carmen Thomaschewski

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2015-01-20 20:00
Gevelsberg