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Gut Rocholz

Scharfe Kritik am Landesbetrieb

10.12.2009 | 19:21 Uhr
Scharfe Kritik am Landesbetrieb

Eigentümer und Mieter der Wohnung im Gut Rocholz fühlen sich derzeit vom Landesbetrieb Straßenbau.NRW im Regen stehen gelassen.

Offensichtlich hatte ein verstopfter Durchlass an dem unterhalb der Eichholzstraße liegenden Obergraben für die Überflutung gesorgt, die die 13 Wohnungen des Gutes am 23. November unter Wasser gesetzt hatte (wir berichteten). Obwohl der Landesbetrieb für die Wartung des Kanals zuständig ist, hat er in der Sache bisher nichts unternommen.

Immer noch hält sich die Feuchtigkeit in den betroffenen Wohnungen, teils hat sich schon Schimmel gebildet. Möbel, Türen, Tapeten sind stark in Mitleidenschaft gezogen.

Investor droht mit einer Klage

„Wir haben Kontakt mit dem Landesbetrieb aufgenommen, doch der lehnt jede Haftungsverantwortung ab”, erläuterte Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi gestern bei einem Ortstermin mit dem Investor Dr. Thomas Schmidt-Hansen, den betroffenen Mietern sowie dem heimischen Landtagsabgeordnetenen Hubertus Kramer (SPD). Die Stadt habe sich daher nun entschlossen, unbürokratisch Hilfe zu leisten, so Jacobi. In den Wohnungen wurden Trockner aufgestellt, um die durchfeuchteten Böden und Wände zu trocknen. Finanziert würde dies über für den Denkmalschutz vorgesehene Haushaltsmittel.

Zudem, so Jacobi, habe die Stadt den Schaden ihrer Haftpflichtversicherung gemeldet, damit diese den Fall mit durchleuchte. „Zeigt sich eine Verantwortung der Stadt”, versicherte Jacobi den Betroffenen, „dann werden wir sofort in die Regulierung mit eintreten.” Bisher zeige sich aber keine greifbare Verantwortung der Stadt. Er erwarte ein unbürokratische Mithelfen des Landesbetriebes, so Jacobi.

„Man bekommt den Eindruck, dass der Landesbetrieb mit Bürgerinen und Bürgern, die in einer schwierigen Situation stecken, nicht so umgeht, wie man das tun sollte”, sagte Hubertus Kramer.

Investor Dr. Thomas Schmidt-Hansen machte deutlich, dass er eine schnelle Verständigung mit dem Landebetrieb erwarte, ansonsten werde er den Klageweg beschreiten. Der Landesbetrieb sei offenbar seiner Sorgfaltspflicht der Reinigung nicht nachgekommen.

Eine Woche vor der Überflutung sei der Durchlass nachweislich der Unterlagen der Streckenwarte noch kontrolliert worden, sagte der Medienbauftragte des Landesbetriebes, Michael Overmeyer, gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Detaillierter könne er sich zur Sache allerdings nicht äußern, da der zuständige Mitarbeiter zurzeit in Urlaub weile. Man stehe aber in Kontakt mit der Stadt Gevelsberg, sagte Overmeyer.

Auf Gevelsberger Seite will man nun noch einmal einen Versuch unternehmen, den Landesbetrieb für eine schnelle Hilfe zu gewinnen. Claus Jacobi kündigte an, dem Leiter von Straßenbau.NRW einen entsprechenden Brief zu schreiben, Hubertus Kramer will ein Schreiben an NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper richten.

Hartmut Breyer

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Kommentare
14.12.2009
07:28
Scharfe Kritik am Landesbetrieb
von hagfri | #1

Planungsfehler!, Jeder der im Abflußbereich eines Gewässer ein Gebäude errichtet, betreibt usw. tut gut daran, einen Blick in die Karte des Einzugsbereiches des Gewässers zu machen. Darauf das 100 jährige Hochwasser legen. Schon wird er feststellen, das in bebauten Gebieten es praktisch kein Gewässer gibt, das nicht über die Ufer tritt und Gebäude ohne Schutz volllaufen.. Das besonders im Herbst natürliches Schwemmgut eines naturbelassendes Gewässer mitführt, ist einfach Natur. Der Abfluß wird behindert, Auch ohne verrohrten Einlauf, sucht sich das Wasser seinen Weg. Die Planer für Gebäude brauchen nur das Gebäude höher setzen, eine Erhöhung um das Gebäude bauen. Innerhalb Pumpen installieren. Kanalrückschlagklappen usw. Wird das nicht gemacht, gibt es bald wieder nasse Füße. Der nächste Starkregen kommt gewiss. Wasser ist unberechenbar, eigene Vorsorge verhindert/minimiert Schäden.

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