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Kirmesabend 2010

Roberta „rockte“ den ganzen Saal

13.06.2010 | 18:35 Uhr
Roberta „rockte“ den ganzen Saal
Sängerin Roberta Lorenza Foto: Volker Speckenwirth

Roberta Lorenza trat ein schweres Erbe an, denn die Stimmung im Saal war nach der Verabschiedung von Klaus und Willi auf dem Höhepunkt. Dennoch schaffte es die nach eigenen Angaben 1,54 cm große Sängerin, „mein Eltern stammen aus Italien, ich aus Aachen“, den Bogen weiter zu spannen. Mit ihrem unglaublichen Temperament und zu Beginn italienischen Gassenhauern wie „Que Sera, Sera“ , „Cantare“, „Gloria“ und „Mamma-Maria“ brannte sie mit ihrer kraftvollen Stimme ein wahres Feuerwerk ab. Bei den Partyhits „Komm’ hol das Lasso raus“, „Wieder alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ oder „Hey Baby“ hielt es kaum einen auf dem Stuhl und alle sangen und klatschten begeistert mit. Auch ihre Interpretation des Siegerliedes beim Eurovision Song Contest von Lena mit „Satellite“ kam super rüber. Bei „Simply the best“ von Tina Turner sauste Roberta ins Publikum und erhielt auf dem Tisch tanzend Szenenapplaus. „Ich habe so viel Power, das muss einfach raus“, rief sie.

Es gehört zu einem gelungen Kirmesabend, das auch Kirmesgruppen ihren nicht unwesentlichen Beitrag leisten. Rolf Balbinot und Volker Rittmann mit Hund Luise trafen sich als Rentner in der schön gestalteten Mittelstraße und philosophierten über das Rentnerleben. Besonders stolz war Rittmann auf seinen Hund. „Der holt mir jeden Morgen die Zeitung, obwohl ich keine abonniert habe.“ Probleme mit dem vom Arzt verschriebenen Stärkungsmittel hatte sein Sketchpartner. Ich kriege das Röhrchen einfach nicht auf.“ Das Sparpaket der Regierung regte beide auf, denn angeblich sollen Rentner nicht mehr an der Prostata operiert werden. „Die sagen wir Rentner hätten genug Zeit zum Pinkeln!“

Was wäre ein Kirmesabend ohne die Kirmesschrammeln Günter Dabruck und Klaus Furmaneck. Sie präsentierten das Kirmeslied 2010 „Usen Willi sitt vie quitt, nu kömmt dä nigge Hammerschmiett“.

Und der kam dann auch. Da sein Mikro vorher von Klaus Furmaneck genutzt wurde, schraubte er es erst einmal hoch. „So, das ist jetzt Menschengröße.“ „Noch 13 Nächte , dann ist unsere schöne Kirmes“, begrüßte er die Gäste. „An der WM sollten wir uns nicht stören. Wir können ja das Kirmestor von dem längsten Zebrastreifen Europas (der Mittelstraße) aus, vor das Rathaus stellen und ein paar Bettlaken als Leinwand aufhängen. So haben wir dann unser Public viewing. Nur sollten wir nicht soviel Krach machen, damit die im Rathaus nicht wach werden.“ Die Plastikbecher vom Boulevard betrachte er kritisch. „Jetzt habe ich neben meiner Galerie schöner Kirmeskrüge sechs Plastikbecher stehen. Da sollte sich ProCity noch einmal Gedanken machen“, rief er unter tosendem Applaus den Verantwortlichen zu. Seiner Mutter habe er von seinem neuen „Job“ erzählt und dabei das Outfit der Traditionsfigur der Kirmes erklärt. „Toll, und was ist das jetzt“, habe sie gefragt. „So was wie die Heidekönigin, bloß mit einem Hammer“, sein zweiter Erklärungsversuch. „Junge, ich habe immer schon gewusst, aus dir wird mal was“, kam die trockene Antwort von der Küste. Für den Kirmeszug versprach der Hammerschmied tolle Darstellungen. „Beim überm Zaun niggeln habe ich schon tolle Sachen gesehen.“

Die Frauengruppe der Hippendörfer ließ bei ihrem musikalischen Auftritt die Regenwürmer husten und die KG Aechter de Biecke präsentierte einen Sketch in einem „Nobel-Restaurant“.

Der vom Schicksal gezeichnete Ehemann vom Börkey alias Klaus-Jürgen „Pio“ Piorek berichtete mit derben Sprüchen aus seiner „Ehe“, die nach seiner Definition übersetzt, „Einer hatte erbarmen“, lautet. Der Schlankheitswahn der jungen Mädchen ist ihm ein Dorn im Auge. „Nicht essen, aber rauchen“, regte sich Pio auf. „Meine Tochter muss auf dem Balkon rauchen. Rief mich doch jetzt ein Nachbar an und meinte, auf deinem Balkon brennt ‘ne Dachlatte.“ Für die Frauen im Saal lieferte er einen Tipp aus der „Männersprache“. „Schatz, ich komme später heim heißt: Komme besoffen mitten in der Nacht und mache das halbe Haus wach“. Über die Reinlichkeit seiner Frau. „Bei uns in der Küche kannst du vom Boden essen, da findet man immer etwas.“ Die Schwelmer bekamen auch ihr Fett weg. Er habe auch Schwelmer Blut. „An der Stoßstange, dem Kotflügel...“ Wegen seiner Sprüche hätte seine Frau jetzt angedroht aus dem Fenster zu springen. „Ok. Aber nimm den Hund mit.“ Die Gäste können sicher sein, dass es im Hause Piorek netter zugeht, allein schon, damit er im nächsten Jahr wieder von seinem harten Schicksal berichten kann.

Zum Finale kamen alle Akteure mit den Standartenträgern der Kirmesgruppen noch einmal auf die Bühne. Anschließend spielte die Band „No Limit“ zum Tanz auf.

Ralf Sichelschmidt

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