Möhre und Knöpfe für den Schneemann
04.09.2007 | 09:32 Uhr 2007-09-04T09:32:07+0200Gevelsberg/Whitehorse.
Theresa Fröhlich (16) schreibt heute zum ersten Mal aus ihrem Gastland Kanada. Die Schülerin des Städtischen Gymnasiums flog am Samstag, 25. August, für zehn Monate nach Whitehorse. Über ihre Erlebnisse dort berichtet sie in den nächsten Monaten in der Westfalenpost.
Die Landschaft hier oben im Norden Kanadas ist gigantisch, und meine Familie könnte besser nicht sein.
In den Wochen vor meiner Abreise gab es viel zu tun wie Gastgeschenke kaufen, Konto einrichten und Koffer packen. Zum Abschiedsgrillfest mit der Familie bekam ich viele nette Geschenke. Dazu gehörten dicke Wollsocken für den kanadischen Winter, eine warme Mütze und ein bisschen Startgeld in kanadischen Dollars. Über eine Idee mussten wir alle sehr lachen: eine Möhre und zwei Knöpfe - für den ersten Schneemann den ich hier baue.
Dann kam der Freitag, mein letzter Tag zu Hause, und ich musste mich auch von meinen besten Freunden und meinem Freund verabschieden. Das war besonders hart, immerhin würde ich alle erst in einem Jahr wiedersehen.
Meine Eltern und meine große Schwester Viktoria Luise brachten mich am nächsten Tag zum Düsseldorfer Flughafen, wo mein Flug um 10 Uhr morgens starten sollte. Ich durfte zwei Koffer à 23 kg mitnehmen. Einer meiner Koffer wog genau 22,9 Kilo. . . Am Flughafen traf ich zum Glück schon einige Austauschschüler, die ich vom Vorbereitungstreffen kannte. So war ich nicht allein unterwegs. Ab Frankfurt startete um 13 Uhr der Gruppenflug nach Vancouver. Insgesamt flogen 52 Schülerinnen und Schüler mit zwei Betreuern der Organisation nach Kanada.
Die kürzeste Strecke nach Vancouver führt über Grönland, und so konnten wir die atemberaubende Landschaft aus Eis aus dem Fenster bestaunen. Der Flug dauerte 10 Stunden, um 14.15 Uhr Ortszeit erreichten wir Vancouver.
Nachdem alle ihr Visum erhalten hatten und durch den Zoll waren, ging der Weg für jeden anders weiter. Manche wurden schon in Vancouver von ihren Gastfamilien abgeholt, andere mussten noch einen Anschlussflug nehmen. Zu diesen Schülern gehörte ich, immerhin liegt Whitehorse etwa 2700 km nördlich von Das Erste, was mir auf dem Weg zu meinem neuen Zuhause auffiel, war der viele Platz. Natur, wohin man schaut. Überall stehen Bäume und die Stadt ist umringt von Wäldern und kleinen Bergen. Obwohl hier nicht viel Verkehr herrscht, sind die Straßen doppelt so breit wie in Deutschland.
Als wir zu Hause ankamen wurde ich von Lucy, dem Hund, und meiner 12-jährigen Gastschwester begrüßt. Sie hatte ein Schild gemalt: "Welcome home Theresa!"
Ich habe mein eigenes Zimmer hier, das Gästezimmer.
Am nächsten Tag fuhren wir mittags wieder zum Flughafen, um dort meine Gastmutter abzuholen. Sie war ein paar Tage in Vancouver bei ihrer Familie gewesen. Ich fühle mich sehr wohl hier und alle kümmern sich nett um mich. Mit der Sprache habe ich kaum Probleme, ich verstehe fast alles und wenn doch nicht, erklärt man mir alles.
Direkt dieses Wochenende werden wir mit dem Wohnmobil campen, dann werde ich das erste Mal eine Angel in der Hand halten. Aber darüber berichte ich das nächste Mal.
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