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Mit wenig Aufwand spannende Lernspiele erstellt

11.03.2010 | 18:25 Uhr

Würfeln statt Frontalunterricht, Puzzle legen statt schnödem Papierkram, eine Astronautenprüfung statt Test zwischen den Klausuren - Schule könnte so schön sein.

Knapp 23 Schüler und sieben Lehrer und Lehrerinnen testeten während des Workshops „Lernspiele im Unterricht”, was der Markt hergibt. Sehr zur Freude von Organisator Matthias Rieger, selbst Lehrer am Gevelsberger Gymnasium und bis 2009 Fachleiter für Geschichte.

Frischer Wind in den Klassenzimmern

Seit Oktober warb Rieger für diese Veranstaltung bei seinen Kollegen. Denn Rieger wünscht sich frischen Wind in den Klassenzimmern.

Lernspiele machen nicht nur für Schüler den Alltag bunter und das Erlernen neuer Fakten spannender. Kordula Kupferschmidt, Deutschlands beste Lehrerin des Jahres 2009, Realschullehrerin in Wuppertal und an den Wochenenden nebenberuflich Entwicklerin für Lernspiele, ist jedenfalls überzeugt: „Lernspiele bringen den Schülern Erfolgserlebnisse und Lehrern neue didaktische Möglichkeiten.” Kein Humbug mit bunten Plättchen, sondern solide Pädagogik mit vorweisbaren Lernerfolgen bei den Schülerinnen und Schülern. „Der Lerneffekt ist gigantisch”, sagt Kordula Kupferschmidt.

Obacht ist trotzdem angebracht, denn viele der auf dem Markt angebotenen Spiele sind fehlerhaft oder enthalten keine Lernzielkontrolle- unverzichtbar, damit die Schüler ihren eigenen Erfolg oder Misserfolg direkt überprüfen können. Auch deshalb empfiehlt Kupferschmidt den Griff zu Schere und Papier oder aber den Besuch auf ihrer eigenen Webseite, denn dort bietet die 35Jährige geprüftes und garantiert richtiges Material an.

Ein Laminiergerät, eine Vorlage, buntes Papier, einen PC und ein bißchen Zeit braucht es für die Herstellung eines Lernspiels. Und genau da liegt das Problem für die Pädagogen. Elke Wirtz, langjährige Lehrerin für Erdkunde und Geschichte und die einzige der angesprochenen Lehrer, die bereit war, auch öffentlich ihre Meinung zu vertreten, sagte: „Ein solches Spiel selbst herzustellen ist zu viel Arbeit. Ich habe Kurse in der Oberstufe und dafür keine Zeit. Wenn mir ein solches Spiel zur Verfügung gestellt wird, dann gerne.” Auch die Referendare Kathrin Hallmann und Martin

Einsatz im Unterricht gut vorstellbar

Geier können sich den Einsatz eines Lernspiels im Unterricht gut vorstellen. „Wenn es passt, bin ich dabei.”

Die Schüler würde es freuen. Schnell ist die Spielanleitung durchschaut, und noch schneller sind die Schüler der Unter- und Mittelstufe mitten im Spiel um Punkte, oder auf der Suche nach dem perfekten Puzzleteil. Und welcher Berg ist eigentlich der höchste in Europa? Die Antwort sei hier verraten: Der Montblanc.

Ina Blumenthal

Kommentare
18.03.2010
21:41
Mit wenig Aufwand spannende Lernspiele erstellt
von matz247 | #2

Na, da würde ich ja mal gerne wissen, wer diesen Kommentar geschrieben hat! Die Zahlen stimmen nicht so ganz, denn das oberste Kriterium für einen Lernerfolg ist Interesse. Natürlich ist lerning by doing effektiver als trockener Frontalunterricht, aber wenn Schülerinnen und Schüler sich nicht angesprochen fühlen, es sie nicht persönlich betrifft, oder man sie als Lehrer nicht emotional berühren kann (und dafür bietet der Geschichtsunterricht sich geradezu an), dann wird auch das, was wir Ergebnissicherung nennen vergleichsweise dürftig ausfallen.
Siehe Prof. Dr. Dollase - einfach mal googeln !!

Matthias Rieger, Lehrer für Französisch und Geschichte am Gymnasium Gevelsberg

12.03.2010
10:04
Mit wenig Aufwand spannende Lernspiele erstellt
von proSchule | #1

Super, endlich kommt mal Bewegung in eingefahrene Strukturen. Wenn man bedenkt, dass man nur 5% durch Hören und 5% durch Lesen lernt, aber 80% durch selbst Tun, dann verwundert es nicht, dass die Schüler begeistert sind. Warum werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht umgesetzt? Liegt es am Schulministerium oder an den Lehrern? Sind die Vorgaben so eng gestrickt, dass man als Lehrer keine eigenen Ideen im Lehrplan einbringen kann? Keine Ahnung. Aber wenn Unterricht wieder Spaß machen würde, wären die Schüler wieder interessierter und es gäbe nicht so viele Misserfolge und Schulwechsel (vor allem für Jungs). Es geht auch anders - siehe Helene Lange Schule in Wiesbaden.Hier gehen die Schüler gern zur Schule und freuen sich, wenn die Ferien vorüber sind. Kaum zu glauben, aber wahr. Wer noch mehr erfahren möchte:
Siehe Hirnforschung Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer.
Einfach mal googeln.

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