Kornbrennerei Saure wird jetzt erst einmal entrümpelt
16.01.2009 | 17:30 Uhr 2009-01-16T17:30:49+0100Gevelsberg. (wp) Mit dem neuen Jahr wird sich in der alten Kornbrennerei Saure im Dorf eine Menge bewegen. Die Weichen dazu stellte die außerordentliche Mitgliederversammlung des Verschönerungsvereins Gevelsberg (VVG) am 17. Dezember (WP berichtete).
Das Produktionsgebäude des ehemaligen Brennerei-Ensembles Saure wurde 1888 errichtet und als erstes Gebäude 1983 in die städtische Denkmalliste aufgenommen. 25 Jahre schon dauern die Bemühungen an, diesen in der Keimzelle der Stadt angesiedelten Gebäudekomplex zu erhalten. Nach dem einstimmigen Votum der Mitgliederversammlung packt der Verschönerungsverein das ehrgeizige Projekt nun an.
Im Frühjahr geht es mit der Entrümpelung los. Gerettet werden vorher aber noch einige alte Schätzchen für das Museum des Heimatvereins. Dessen Vorsitzende Marlis Schäfer warf mit Axel Mertins in diesen Tagen einen Blick auf die Innenausstattung der Kornbrennerei. Sie entschieden sich für eine Kartoffelwaage, Tonkrüge, Schilder und technische Instrumente. Diese industriellen Erinnerungsstücke werden aus dem Gebäude geholt, sobald die Außentemperaturen etwas angestiegen sind.
Im Erhalt dieses Denkmals und seiner Nutzung als Bürger- und Kulturzentrum sieht der Verschönerungsverein auch die Erfüllung einer Bürgerpflicht, nämlich sich für ein attraktives Gevelsberg zu engagieren. Mit der hergerichteten Kornbrennerei kann dann ebenso die Stadt auf eine repräsentative Stätte mit Ambiente und Stil für offizielle Anlässe wie Empfänge und dergleichen zurückgreifen. Die äußere Fassade wird so wiederhergestellt, wie sie einmal ausgesehen hat.
Der Verschönerungsverein wird das Haus auch bewirtschaften. Durch Mieteinnahmen sollen die laufenden Kosten wieder eingespielt werden. Vorstellbar sind Familien- und Vereinsfeiern, ebenso Lesenächte für Kinder, Seminare, Konzerte und vieles mehr. Das Parterre wird barrierefrei zu erreichen sein.
Es wird nicht jeden Tag in dem Haus gefeiert, doch ist auch an die Anwohner gedacht. Eine Entlüftung über das Dach oder andere Maßnahmen sollen den Lärmpegel niedrig halten. Was die Parkmöglichkeiten angeht, so laufen Gespräche, den Schulhof der Musikschule als Stellplatz nutzen zu können. Im Gegenzug will der Verschönerungsverein Spielgeräte auf dem Hof der Grundschule Strückerberg aufstellen.
Altbürgermeister Dr. Klaus Solmecke hat über die bisherigen Überlegungen hinaus eine Förderinitiative angeregt. Deren Unterstützung könne es dem Verein ermöglichen, zum Beispiel eine hochwertigere Innenausstattung zu erwerben als bisher im Budget vorgesehen. Rainer Brune und Michael Habbel schlugen eine Baustellenparty vor, deren Erlös ebenfalls in das Projekt einfließen könne.
Dr. Klaus Solmecke zu dem Vorhaben des Verschönerungsvereins: "Kein anderer Verein hätte den Mut aufgebracht, dieses städtebaulich bedeutende Projekt in Angriff zu nehmen."
Baubeginn soll nach der Kirmes sein, die Einweihung in der zweiten Häfte nächsten Jahres.
13:15
Den Mut des Verschönerungsvereins ein solches Risiko auf sich zu nehmen kann man schon bewundern. Bei einer öffentlichen Subvention von inzwischen 1,41 Millionen Euro ,die damit höher ist als die geschätzten Baukosten, fällt die Bewunderung nicht mehr so gewaltig aus, vor allem dann, wenn sich auftuende Finanzlücken , wie zuletzt im Dezember, vom Stadtrat schnell durch eine Erhöhung des Zuschusses geschlossen werden.