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Katzenbesitzerin geht von Tierquälerei aus

20.08.2015 | 18:52 Uhr
Katzenbesitzerin geht von Tierquälerei aus
„Es war ein furchtbarer Anblick“: Claudia Westmeier-Heinrich mit Barbarossa, dessen linke Vorderpfote amputiert werden musste. Sie geht davon aus, dass der Kater Opfer eines Tierquälers wurde.Foto: Andreas Gruber

Gevelsberg. Die Krallen rausgerissen, sämtliche Zehen gebrochen, das Fell der Pfote zerfetzt und abgerissen. In einem erbärmlichen und lebensbedrohlichen Zustand fand Claudia Westmeier-Heinrich am Mittwochmorgen ihren Kater Barbarossa im Vorgarten ihres Hauses in der Bockstraße vor. Sie geht inzwischen fest davon aus, dass ihre Katze Opfer eines Tierquälers wurde und appelliert nun an alle Pfoten-Besitzer: Passt auf Eure Tiere auf!

Es sei ein furchtbarer Anblick gewesen, als sie Barbarossa im Vorgarten fand. Ein Passant hatte angeschellt. Er hatte das stark blutende Tier beim Vorbeigehen zufällig dort liegen sehen. Die linke Vorderpfote: regelrecht zerfetzt und nicht mehr wiederzuerkennen.

Claudia Westmeier-Heinrich machte das einzig Richtige. Sie fuhr mit Barbarossa sofort zu ihrer Tierärztin Dr. Heike Kabitschke-Schmidt nach Sprockhövel. Dort wurde der schwerverletzte Kater, der mittlerweile schon sehr viel Blut verloren hatte, sofort versorgt. Die Röntgenuntersuchung ergab, dass mehrere Knochen gebrochen waren.

Pfote war nicht mehr zu retten

Claudia Westmeier-Heinrich hat Aufnahmen von der Verletzung gemacht. Sie wollte das Geschehene dokumentieren. Die Bilder, die sie machte, sind so schrecklich, dass sich unsere Redaktion gegen eine Veröffentlichung entschied.

Es kam, wie es zu befürchten war. Barbarossas Pfote war nicht mehr zu retten und wurde amputiert. Der Wundverlauf in den nächsten Tagen wird zeigen, ob möglicherweise noch der gesamte Lauf amputiert werden muss. „Das wäre schrecklich für ihn, denn Barbarossa ist ein Freigänger“, sagt Claudia Westmeier-Heinrich, die das siebenjährige Tier nun langsam wieder aufpäppelt. Nach dem ersten Schock hatte sich die Besitzerin daran gemacht, der Ursache auf den Grund zu gehen. Dass Barbarossa mit seiner Pfote irgendwo hängengeblieben sein könnte, hält sie für ausgeschlossen.

Dann wären die Knochen nicht derart zersplittert gewesen. „Ich hatte auch überlegt, ob er unter ein automatisches Garagentor gekommen sein könnte“, erzählt sie. Aber auch dann hätten die Verletzungen anders ausgesehen. Außerdem sei Barbarossa ein erfahrener Freigänger. Da sei das eher unwahrscheinlich.

Auch einen Autounfall, also dass er mit seiner Pfote unter die Räder gekommen ist, sei bei der Art und Weise der Verletzungen auszuschließen. Zu dieser Einschätzung kommt auch die Tierärztin. „Typischerweise würde das Tier dann auch Verletzungen am Kopf oder anderswo aufweisen“, erklärte Dr. Heike Kabitschke-Schmidt. Bei Barbarossa sei aber nur die Pfote selbst betroffen gewesen. Da scheide selbst eine Schlagfalle als mögliche Ursache aus, weil die oberhalb der Pfote zuschnappe. „Es ist schwierig zu sagen, was es war. Es muss etwas gewesen sein, was die Pfote gequetscht und gleichzeitig die Knochen kaputt gemacht hat.“ Die Tierärztin will nicht ausschließen, dass der Kater Opfer eines Tierquälers wurde.

Keine weiteren Fälle bekannt

Die Stadt Gevelsberg teilte mit, dass es weder aus Berge noch aus anderen Stadtteilen Meldungen von Tierquälereien gebe. „Aktuell und auch aus der Vergangenheit ist uns kein Fall bekannt“, hieß es im Rathaus. Auch dem Tierschutzverein Gevelsberg sind keine Fälle von Tierquälerei im Stadtgebiet bekannt.

Claudia Westmeier-Heinrich will durch ihren Schritt an die Öffentlichkeit andere Tierbesitzer warnen und hofft, dass sich vielleicht doch jemand meldet, der ihr Hinweise zur Klärung des schrecklichen Vorfalls geben kann.

Andreas Gruber

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2015-08-20 18:52
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