Junge Dohlen in Mülltonne geworfen
23.05.2012 | 18:04 Uhr 2012-05-23T18:04:00+0200
Gevelsberg. Ein Fall von Tierquälerei beschäftigt die Polizei: Vier junge Dohlen waren in der vergangenen Woche am Sunderholzer Weg in Gevelsberg in eine Mülltonne geworfen worden. Ein aufmerksamer Nachbar entdeckte die Jungvögel, von denen einer bereits tot war. Der Bonner Verein „Komitee gegen den Vogelmord e. V.“ hat daraufhin Anzeige erstattet.
Den Recherchen des Vereins zufolge seien die Tiere und das Nest zwei Tage zuvor bei Kaminreinigungsarbeiten entfernt und – „in Kenntnis der Tatsache, dass es sich um lebende Jungvögel handelte“ – von Mitarbeitern des Bezirksschornsteinfegers in der Mülltonne entsorgt worden. „Die Tiere wurden ohne Skrupel dem Hungertod ausgesetzt. Wir haben wegen Tierquälerei und Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz Strafanzeige erstattet“, erklärte Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd. Die drei noch lebenden Vögel wurden in die Wildvogelpflegestation Paasmühle in Hattingen gebracht, wo sie gereinigt, aufgepäppelt und später ausgewildert werden sollen.
Dietmar Trust, Sprecher der Kreispolizeibehörde, bestätigte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass eine Anzeige gegen den Schornsteinfeger vorliege. Der Beschuldigte sei für eine Stellungnahme allerdings noch nicht erreicht worden. Sollten sich die Vorwürfe als zutreffend herausstellen, muss der Beschuldigte mit einer Geldstrafe rechnen. Gemäß des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) gilt das Quälen und Töten von Tieren als „Sachbeschädigung“. Zu ahnden ist dies nach § 303 Strafgesetzbuch mit „Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe“.
Ein vergleichbarer Fall wie in Gevelsberg trug sich Ende vergangener Woche auch in Mönchengladbach zu. Dort waren drei junge Dohlen aufgrund ihres lauten Piepens in einer Biotonne entdeckt worden. Die Tiere wurden in die Station der Greifvogelhilfe Mönchengladbach gebracht. „Auch in diesem Fall steht fest, dass das Nest samt Jungvögeln vom zuständigen Schornsteinfeger entfernt und in den Müll geschmissen wurden“, so Alexander Heyd. Auch in diesem Fall erstattet das Komitee gegen Vogelmord Anzeige.
0mitdiskutieren