Illegale Entsorgung war Lieferung
14.04.2010 | 17:40 Uhr 2010-04-14T17:40:00+0200
Große Aufregung herrschte auf dem Baugelände des ehemaligen Geersportplatzes. Bereits vor Ostern hatte hier ein oder mehrere Lkw auf einem der Freiflächen Bauaushub abgekippt.
Da hier noch eine rege Bautätigkeit herrscht und täglich Bau- und Handwerkerfahrzeuge unterwegs sind, fiel das keinem Anwohner auf. Auch dass der Aushub nicht abtransportiert sondern angeliefert wurde, und nicht von den Bautätigkeiten auf dem Gelände stammte, bemerkte niemand.
Letztendlich türmten sich etwa 30 bis 40 Fuhren auf dem noch ungenutzten Baugrundstück auf. Der Geschäftsführer der Netimmobilien GmbH, Wieland Rahn, traute seinen Augen nicht, als er das von seinem Unternehmen vermarktete Baugelände besichtigte und den Berg entdeckte. „Es sind um die 250 Qubikmeter Erdaushub, die hier ohne unsere Genehmigung einfach abgeladen wurden”, zeigte sich Rahn sichtlich sauer. Dass sich immer wieder Handwerker hier ihres Bauschutts illegal entledigen, ist schon fast normal für Wieland Rahn. Aber gleich eine solche große Menge Erdaushub, fand er doch ziemlich dreist.
Die Polizei und das Ordnungsamt informierten sich vor Ort über den Sachverhalt und die Beamten der Polizei nahmen eine Strafanzeige gegen Unbekannt auf. Nach ersten Ermittlungen bei den Anwohnern sollte es sich um ein rotes Kippfahrzeug ohne Anhänger gehandelt haben. Bei erfolglos verlaufenden Ermittlungen sah Geschäftsführer Rahn schon gewaltige Kosten auf die Netimmobilien GmbH zukommen. Nach seiner ersten groben Schätzung würden sich die Kosten für die fachgerechte Entsorgung der gesamten Menge auf etwa 5 000 bis 10 000 Euro belaufen.
Bei der Recherche vor Ort sprachen wir gestern auch mit einem Ehepaar, das direkt neben dem abgelagerten Aushub sein Eigenheim errichtet hat. Mann und Frau fielen aus allen Wolken, als sie den Grund meiner Anwesenheit erfuhren. Sie selbst hatten den Aushub hier abkippen lassen, um ihn in den nächsten Tagen zur Verfüllung rund um ihr Eigenheim zu verwenden. Dabei vergaßen sie und der beauftragte Unternehmer allerdings, erst Rücksprache mit der Immobiliengesellschaft zu nehmen und nach einer Genehmigung für die Zwischenlagerung zu fragen.
Wieland Rahn war erleichtert über die schnelle Aufklärung der „illegalen” Bodenablagerung: „Die Strafanzeige haben wir selbstverständlich sofort zurückgezogen.”
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