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Kathy Kelly (Kelly...

Himmel und Erde waren im Einklang

14.03.2010 | 17:33 Uhr
Himmel und Erde waren im Einklang

Gevelsberg. So volle Kirchen werden selbst zu Heiligabend immer mehr zur Seltenheit, umso wunderlicher war das Bild, das die Erlöserkirche zu Gesicht bekam, der Grund dafür war aber mehr als nachvollziehbar: Die Lokalmatadoren des Gospelgesangs, die „Flying Vocals”, empfingen Kathy Kelly.

Auf den fast 420 Plätze gestaltete sich das Publikum genauso heterogen, wie das Programm, das unter Themen, wie „Glauben”, „Religiosität” und „Menschlichkeit” zusammenfassbar war und durchaus etwas andächtiges hatte, allerdings mit dem besonderen Potential sich zu einer Stehparty zu entwickeln.

Den Anfang machten die Flying Vocals, die sich in ihrem Jubiläumsjahr dieses „kleine” Ereignis in Form Kathy Kellys gönnten. Im August 2009 kam die Anfrage, ob sie nicht mit Kathy im Rahmen ihrer Deutschland-Tournee auftreten wollen. Es kam nur ein „Ja” infrage, so zusammenfassend Chorleiter Christof Bente und Vorstand Michael Kochenrath. Trotz kleinerer, technischer Anlaufschwierigkeiten, war dem Publikum Gänsehaut von der ersten Sekunde an garantiert. Mit Funk-Rhythmik und Pop-Melodik schafften sie den Spagat zwischen anmutiger Ruhe und exaltierter Freude. Die Musik bedingte auch einen schönen Hingucker: In den Gospelroben wirkte alles noch ein wenig erhabener und pompöser.

Den Hauptteil nahm dann Kathy Kelly im Sologesang ein, die von dem Hagener Andreas Recktenwald begleitet wurde. Mit eigener Gitarre und Akkordeon stellte sie ihre Weltbürgerlichkeit unter Beweis, wie z.B. in Selbstkompositionen nach spanischen Gedichten. Im Hintergrund schwang immer ein minimalistisches Volkslied mit, dem sie durch ihr erdig-volles Timbre eine besonders melancholische Note gab. Abseits jeglichem vergangenen Familien-Kitsch gab die irische Fee einen kleinen Einblick in den mystischen Hintergrund ihrer Musik, der zum Schluss die Kirche zum Tanzen brachte und in dem Moment die Lust auf ein Guinness nicht abwegig machte.

In ein „Oh Happy Day” mündete die quasi-afro-amerikanische „Messe”. Rhythmisches Mitklatschen wurde zum euphroischen Applaus.

Matthias Nowakowski

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