Groß hilft Klein bei den Hausaufgaben
09.04.2008 | 18:07 Uhr 2008-04-09T18:07:32+0200Gevelsberg. Schüler helfen Schülern: An der Städtischen Realschule haben Neunt- und Zehntklässler die Hausaufgabenbetreuung für ihre jüngsten Mitschüler übernommen.
Mehr als 50 Mädchen und Jungen, vorwiegend aus den Klassen 5 und 6 - einige Siebtklässler sind auch dabei -, haben sich angemeldet. "Montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 13.10 bis 14.10 Uhr treffen sie sich in Gruppen mit etwa fünf Schülern", erklärt Schülersprecher Mohamed Bartu. Der Zehntklässler und seine Mitstreiter kümmern sich dann um die Jüngeren: helfen, wenn sie bei den Hausaufgaben etwas nicht verstehen oder lernen vor Klassenarbeiten mit ihnen. In dieser Zeit steht Beratungslehrerin Margitta Tilly als Ansprechpartnerin zur Verfügung, und schaut bei den Gruppen, die jeweils einen Raum im Neubau nutzen, nach dem Rechten.
"Ein Schüler einer unteren Klasse hat uns von der SV gefragt, ob man so etwas nicht einrichten könnte", erzählt Mohamed. Die Schülervertreter nahmen das Projekt mit Unterstützung von Margitta Tessenow und ihrem Beratungslehrerkollegen Rolf Tilly in Angriff. Schulleiterin Ruth Dahlhaus verschickte einen Elternbrief und erhielt große Resonanz. "Wir sind keine Ganztagsschule, die Hausaufgabenbetreuung bietet, und können das auf absehbare Zeit nicht werden", so Dahlhaus. Man könne aber mit einem solchen Angebot dem einen oder anderen Kind unter die Arme greifen.
Vor den Osterferien startete das Projekt zunächst auf Probe - mit positivem Ergebnis, sodass es nun zur festen Einrichtung geworden ist. Für jedes Kind und Tag zahlen die Eltern fünf Euro im Monat. "Überwiegend sind die Schüler für einen Tag pro Woche angemeldet", berichtet Margitta Tessenow, "etliche aber auch für alle drei." Das Geld wird an die zwölf Tutoren, die jeweils eine Gruppe übernehmen, verteilt. 25 Euro im Monat beträgt der Lohn also.
Schulleiterin Ruth Dahlhaus hat bereits einen positiven Effekt festgestellt. "Ich unterrichte selbst eine fünfte Klasse in Deutsch. Daraus nimmt ein Schüler, der ziemlich desorganisiert ist, an der Betreuung teil", erzählt sie. Seitdem sei bei ihm eine Verbesserung zu erkennen.
Auch am Städt. Gymnasium startete übrigens in diesen Tagen ein Projekt zur Hausaufgabenbetreuung.
0mitdiskutieren