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Gevelsbergs Obama rührte zu Tränen

23.02.2009 | 20:25 Uhr

Gevelsberg. Es war ein denkwürdiger Autritt, ein historisches Ereignis. Und es war Gevelsberg, nicht Washington: Ungläubig blickten die Menschen sich an, hakten sich unter, manche mit Tränen in den Augen. ...

"Rut, rut, rut, rut sin de Ruse": Mit unnachahmlichem Akzent sang sich Sir Jesse Lee Davis in die Herzen der Karnevalisten. Und sogar der virusgeplagte Stadtbäcker schmetterte mit.

... Der "Barack Obama Gevelsbergs", Sir Jesse Lee Davis, sang. Und wie. Und vor allem was: "Rut sin de Ruse". Der Auftritt des großen Hoffnungsträgers für die Gevelsberger Karnevalsfreunde und die ganze Welt bildete den Höhepunkt der Narretei gestern Morgen. Prinz Gerd III. und Prinzessin Brigitte I. hatten mit Gefolge von KG Hippendorf, KaGe Grün-Weiß und zu den Klängen der Spielleute das Rathaus gestürmt. Angesichts des ungenehmigten Durchzugs einer antikarnevalistischen Regenfront hatten die Narren nicht auf die förmliche Kapitulation und Schlüsselübergabe des Bürgermeisters gewartet, sondern waren gleich ins Rathaus eingezogen.

Claus Jacobi und der Rest der Stadtspitze waren ohnehin nirgendwo aufzufinden. Dafür trat ein merkwürdiger, Jacobi wie aus dem Gesicht geschnitten wirkender Bäckermeister ins Foyer. "Der Bürgermeister ist krank geworden", verriet er. Er sei der Stadtbäcker, der als PR-Maßnahme Gebäck mit Bezug zur Stadt herstelle: Johanneskirchkuchen, Ennepewellen oder einen Schokotunnel. Für heute habe er eine "Prinzenrolle" gebacken.

Um einen ordnungsgemäßen Ablauf der karnevalistischen Revolution zu gewährleisten, drängte der Bäcker (der übrigens wie der Bürgermeister einen Magen-Darm-Virus gefangen, aber nicht rechtzeitig abgeführt hatte) darauf, dass das Prinzenpaar die Erfüllung der vom Bürgermeister gestellten Aufgaben nachweisen müsse. Dazu zählte besagter Auftritt von Sir Jesse Lee Davis, zu dem das Prinzenpaar einen Walzer aufs Parkett legte. Und Hilfslehrer Hubertus Kramer, MdL, prüfte Gerd III., Brigitte I. und den Stadtbäcker auf heimatkundliche und künstlerische Fähigkeiten und Kenntnisse. Die "größte Metropole des Karnevals östlich des Rheins" sollten sie malen. Mehr (Brigitte I., Zitat Kramer: "Ihre Lieblichkeit schießt wieder alles ab") oder weniger (Stadtbäcker) deutlich war schließlich das Hippendorf zu erkennen. Auch der Bäcker löste noch eine Aufgabe, indem er "Pomp and Glory" auf dem Kamm blies, begleitet von Günter Dabruck und Klaus Furmanek, die gestern wie gewohnt ihre Stimmungshits zum Besten gaben.

Wie es Revolutionen so nach sich ziehen, überreichten am Ende alle allen einen oder mehrere Orden. Und bei den Tanzmariechen Eva Reinicke und Jennifer Wenzel und dem Gefolge Celli Langkeit und Daniel Laake bedankte sich das Prinzenpaar mit Geschenken für die Unterstützung während ihrer Regentschaft.

Von Hartmut Breyer (Text) und Lennart Wiedemuth (Fotos)

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