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Gevelsberg hat „die schrägste Kirmes Europas“

29.01.2012 | 18:59 Uhr

Gevelsberg.Gevelsberg hat „die schrägste Kirmes Europas“. Mit diesem doppeldeutigen Slogan soll da Volksfest künftig verstärkt überregional beworben werden (wir berichteten). In der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte „Zur Juliushöhe“ stellte der Kirmesvereinsvorsitzende Michael Sichelschmidt das neue Marketingkonzept vor, mit dem künftig noch mehr Menschen auf die Feiermeile gelockt werden sollen.

„Wir haben jede Menge recherchiert“, erklärte Sichelschmidt. Eine Kirmes mit einem so großen Gefälle sei demzufolge in Europa tatsächlich einmalig. Den Entwurf für ein neues Plakat, wie das Gesamtkonzept gestaltet von der Gevelsberger Agentur „pepper:point“, stellte er den Anwesenden vor. Der schräg nach oben verlaufende Text unterstreicht dabei optisch die Aussage. Unter anderem soll das Plakat auch im Format 2x3 Meter überregional auf Plakatwänden prangen. „Wir suchen noch Sponsoren“, so Michael Sichelschmidt. Allerdings könne der Kirmesverein die Werbung auch ohne Problem aus eigenen Mitteln finanzieren.

Neben dem Plakat ist derzeit ein Faltblatt in Arbeit, auf dem der Kirmesweg samt Rettungswegen und Rettungsdienst- und Feuerwehrstandorten ausgewiesen ist. Entfernungen und Parkplätze sind ebenso verzeichnet wie der Verlauf des Kirmeszuges inklusive der Busverbindungen.

Einige Anwesende trugen ihre Bedenken gegen die Formulierung „schräg“ vor. Der Begriff sei negativ besetzt (z. B. „schräge Typen“, die topographische Bedeutung komme nicht deutlich genug heraus. Letztlich fand das Konzept grundsätzlich jedoch breite Zustimmung. Als „wunderbar zweideutig“ und „mutig“ wurde der Slogan angesehen. Gerade im Hinblick auf das Ziel des Vereins, verstärkt Jüngere für die Kirmes zu begeistern, sei die Idee sehr gut.

Björn Schontlowskineu im Zugleiter-Team

Ebenfalls diskutiert wurde die Plakatgestaltung, die einigen zu dunkel war. Auf der anderen Seite wurde gerade das unkonventionelle daran gelobt, durch das das Plakat auffallen werde. Auch das ausgewählte Foto – eine Abendszene der Kirmes – hielten einige für nicht ideal. Schließlich verständigte man sich darauf, bis zur nächsten regulären Kirmesvereinversammlung Ende Februar einen überarbeiteten bzw. alternativen Entwurf zu präsentieren. Dann solle die endgültige Entscheidung darüber fallen.

In seinem Bericht blickte Michael Sichelschmidt, der mit seinem gesamten Vorstand einstimmig entlastet wurde, auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Im Januar hatte er die Nachfolge Gerd Laakes als Vorsitzender angetreten. Im Blickpunkt standen 2011 besonders die Schwierigkeiten, die die Kirmesgruppen durch die neu eingeführten TÜV-Prüfungen bewältigen mussten. Das sei letztlich gut gelungen, so das Fazit des Vorsitzenden.

Geklärt wurden die Termine für das laufende Kirmesjahr. Höhepunkt natürlich das Volksfest selbst, das vom 22. bis 26. Juni stattfinden wird. Programmpunkte für den Kirmesabend am 9. Juni stehen fest. Stimmenimitator Jörg Hammerschmidt, „Änne aus Dröpplingsen“ und die Band „Heaven’s Club“ werden dabei sein. In der Versammlung kündigten mehrere Kirmesgruppen zudem an, sich mit Darbietungen zu beteiligen.

Einstimmig wurde beschlossen, auch in diesem Jahr wieder eine Kirmesplakette herauszugeben. zudem klärte die Versammlung Personalien. Zur Kassenprüferin wurde Barbara Wölling-Ziegler (KG Vie ut Asbi’eck) bestimmt. Und für den ausgeschiedenen Zugleiter Winfried Wolf wird Björn Schontlowski mitwirken – in diesem Jahr zunächst als „Praktikant“.

INFO:

„Wann vie use Kiärmis fi’ert, sitt alle Völker entegriert“ lautet das diesjährige Motto der Gevelsberger Kirmes. Mit der klaren Mehrheit von 22 Stimmen entschieden sich die Mitglieder für den Vorschlag von Horst-Dieter Erdelt (wir berichteten).

Die meisten Lacher erntete Horst Behrs kurz gefasster Vorschlag „Buckelpistenzug“ – eine Anspielung auf die holprige Hagener Straße, über die der Kirmeszug läuft. 13 Stimmen gab es am Ende dafür.

Neun Stimmen erhielt das Motto, dass Hans Heinrich Lesker eingereicht hatte: „Kie’el aan, Kappe op, Halsdauk üm, Kiärmis loppen vie so rüm“.

Insgesamt standen in diesem Jahr 47 Vorschläge zur Auswahl.

Hartmut Breyer

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