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Erfolgreiche Frauen diskutieren

08.10.2010 | 18:28 Uhr
Erfolgreiche Frauen diskutieren
Bunter Salon im Café der VHS Gevelsberg. Foto: Volker Speckenwirth

Gevelsberg. Fast bis auf den letzten Platz gefüllt war das Foyer der VHS bei der Veranstaltung „Salto Feminale – Wie Frauen leben und arbeiten wollen“, zu der der Bunte Salon gemeinsam mit dem Netzwerk business frauEN eingeladen hatte. Dabei ging es besonders um das Leben der heutigen Frauen und die Bewältigung der Vereinbarung von Arbeit und Kindern.

„Frauen müssen sich oft überschlagen, um alles unter einen Hut zu bringen, deshalb der Name der Veranstaltung“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte Christel Hofschröer den Gedanken hinter der Veranstaltung, „Die Frage ist, wie wir leben wollen und zu welchem Preis.“ Um diesen Fragen nachzugehen, hatte der Bunte Salon vier Frauen eingeladen, die von ihren persönlichen Erlebnissen mit der Gleichberechtigung von Frauen und Männern erzählten und ihre eigenen Lebensplanungen preisgaben.

Ina Wohlgemuth leitete das Gespräch und konnte als Führungskraft und fünffache Mutter aus eigenen Erfahrungen in der Wirtschaftswelt berichten. Mit ihr am Tisch saßen Karin Schulze, die eine eigene Unternehmensberatung führt und mehrere Ehrenämter ausfüllt, Linda Michalek von der Heinrich-Böll-Stiftung und Marion Schmitt, die in der Geschäftsführung der Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft Ennepe-Ruhr/Hagen tätig ist.

Gemeinsam erzählten die Frauen über ihre Wege in die jetzigen Positionen und diskutierten Fragen, wie die nach einer gläsernen Decke, die Frauen in Unternehmen einen Aufstieg verwehrt. Karin Schulze berichtete, dass sie in ihrem Leben nie abhängig sein wollte und immer danach strebte, gestalterisch tätig zu sein. Daher habe sie ein eigenes Unternehmen gegründet, in dem sie ihren Mitarbeiterinnen große Freiheiten lasse, so dass diese auch selbst gestalten könnten. Ebenso wie Karin Schulze ist auch Marion Schmitt in ihrem Leben ihren Weg gegangen und hat es geschafft, obwohl sie alleinerziehend war und ihre Eltern pflegen musste, in ihrem Beruf Karriere zu machen.

Unabhängigkeit zählt

„Ich fühle mich wohler, wenn ich plane und gestalte und mache auch gerne mal Saltos, wenn hinterher etwas Produktives rauskommt.“

Das jüngste Mitglied der Gruppe war Linda Michalek. Sie berichtete, dass jüngere Frauen Diskriminierungen heute nicht mehr in Schule oder Berufseinstieg erlebten, sondern vielmehr bei Aufstiegschancen vernachlässigt würden. Für eine Änderung dieser Strukturen seien aber nicht die Frauen alleine verantwortlich, sondern alle gemeinsam. Linda Michalek warnte davor, die Diskriminierungen weiterzugeben, indem man sich beispielsweise eine Haushaltshilfe leiste, die nicht sozialversichert und damit dann benachteiligt ist.

Viel diskutiert wurde auch die Frage nach dem Preis einer steilen Karriere. Dabei kamen auch aus dem Publikum Stimmen, die bezweifelten, dass ein Leben, das nur aus Arbeit bestünde, erstrebenswert sei. Karin Schulze und Marion Schmitt stellten heraus, dass sie immer Kraft aus ihrer Arbeit geschöpft haben und Spaß daran hatten, auch wenn oftmals Zeit für die Familie verloren ginge.

Für die Zukunft wünscht sich Marion Schmitt ein Grundeinkommen und eine Lebensarbeitszeit, die Pflege, Familien- und Erwerbsarbeit mit einschließt und Karin Schulze darauf, dass Frauen in Führungspositionen völlig akzeptiert und gleichberechtigt werden.

Nora Dahlhaus

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