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Drei-Städte-Menue

Ein Leckerbissen in nur 15 Minuten

16.12.2011 | 18:18 Uhr
Ein Leckerbissen in nur 15 Minuten
Tanja und Bernd Hoffmann schmeckt die Suppe. Foto: Volker Speckenwirth

Ennepe-Ruhr.   Wir haben Landfrauen aus Ennepetal, Gevelsberg und Schwelm gefragt, was sie zu Weihnachten servieren. Das Vorgericht kommt von Tanja Hoffmann.

„Wer am Heiligen Abend oder zu Weihnachten ein Drei-Gänge-Menü auf den Tisch bringen möchte, der sollte für die Vorspeise nicht allzu viel Zeit brauchen“, sagt Tanja Hoffmann. Sie denkt da ganz pragmatisch, die Landfrau aus Gevelsberg. Deshalb hat die 38-Jährige sich die Knoblauch-Suppe mit Sahne als ihren Beitrag zum „Drei-Städte-Menü“ ausgesucht. „Die reine Zubereitungszeit dauert nicht viel länger als eine Viertelstunde“, versichert sie und beweist es auch an ihrem Herd.

Knoblauchsuppe zum Fest – und wenn Kinder mit am Tisch sind? „Kein Problem für die Mädchen und Jungen“, meint Tanja Hoffmann, „ich habe das Gericht am zehnten Geburtstag von meinem Sohn Thorben ausprobiert. Allen seinen kleinen Gästen hat sie geschmeckt. Und auch meine Tochter Vanessa ist begeistert, sie ist 14 Jahre alt.“ Und etwas schmunzelnd fügt die Landfrau hinzu: „Man muss schließlich nicht allen sagen, was für Zutaten in welchem Gericht drin sind.“

Und tatsächlich: Ihre Suppe ist eine Delikatesse. Sie hat das Aroma von Knoblauch, riecht und schmeckt aber nicht penetrant danach. Vielleicht liegt es an den zwei Bechern Sahne. Die ist für Tanja Hoffmann wichtig: „Ich mag keine klaren Suppen, durch die ich durchgucken kann.“ Eine zusätzlich pikante Note bringen die scharf gebratenen Speckwürfel, obwohl die Köchin behauptet, dass sie eigentlich gar nicht notwendig wären: „Die Suppe schmeckt auch ohne den Speck. Dann ist sie nämlich für Vegetarier geeignet.“ Wer trotzdem auf ein Röstaroma in der Suppe nicht verzichten möchte, der könne zum Beispiel stattdessen Brotwürfel in der Pfanne mit Butter und Chilli braun brutzeln lassen.

„Die Qualität wird auch nicht schlechter, wenn die Suppe bereits einen Tag vorher zubereitet und am Heiligen Abend aufgewärmt wird. Allerdings sollte man auf jeden Fall den Speck frisch zubereiten,“ versichert Hoffmann. Wenn sich trotz sorgsamen Umrührens Mehlklümpchen in der Suppe bilden, hilft es, zum Beispiel einmal mit dem Zauberstab oder einem Quirl durch den Topf zu rühren.

Weihnachten ist für eine Landfrau oder Bäuerin – wie man früher sagte – eigentlich ein Tag wie jeder andere. Wie etwa bei Ärzten, Feuerwehrleuten, Busfahrern oder Polizisten kann die Arbeit nicht einfach auf die Tage nach dem Fest verschoben werden. 50 Kühe stehen in den Ställen des Milchbetriebs am Niederbröking in Gevelsberg. „Es ist eher ein kleiner Betrieb“, sagt Bernd Hoffmann. Aber er reicht, um die Familie zu ernähren. Im Augenblick ist der Landwirt mit dem Milchpreis zufrieden, Anfang des Jahres sah das ganz anders aus. Vor 21 Jahren hat der heute 43-jährige Bernd Hoffmann den Betrieb von seinen Eltern übernommen. Der Vater war damals verstorben. Seine Frau Tanja war damals erst 17 Jahre alt, als sie Verantwortung mit übernehmen musste.

Bereut hat die Landfrau es auch nie. Schon als Kind hat sie auf dem Betrieb geholfen. „Vielleicht wäre ein wenig mehr Zeit fürs Shoppen schön“, sagt sie. Aber so wichtig scheint ihr das auch nicht zu sein. Für ihre Kinder könne es eigentlich nichts Besseres geben, als auf einem Bauernhof aufzuwachsen.

Weihnachten wird bei der Familie Hoffmann im Familienkreis gefeiert. Was sie selbst als Hauptgericht servieren wird, dass hat die Landfrau noch nicht entschieden: „Vielleicht wird es Lachs mit einem Stück Brot. Es könnte aber auch auf ein schönes Rindersteak hinaus laufen.“ Oder Tanja Hoffmann wartet ab, was ihre „Kolleginnen“ aus Ennepetal und Schwelm in den beiden Folgen unserer Serie „Drei-Städte-Menü“ auf den Tisch bringen. Für die Knoblauchsuppe mit Sahne wünschen wir Ihnen auf jeden Fall erst einmal guten Appetit.

Zutaten für fünf Personen:
30 Gramm Butter
30 Gramm Mehl
zwei Becher süße Sahne
0,75 Liter klare Fleisch- oder Gemüsebrühe
halbe Knolle Knoblauch
Salz, Pfeffer
gewürfelter Speck nach Geschmack
Chillibutter oder Butter und Chillies

Zubereitung:
Für eine helle Mehlschwitze die Butter im Topf schmelzen, Mehl unterrühren, durchschwitzen, nicht dunkel werden lassen. Mit Brühe ablöschen. Ständig rühren, damit keine Klumpen entstehen. Sahne einrühren, zerkleinerten Knoblauch dazu, aufkochen.

Chillibutter in der Pfanne schmelzen. Speck kross anbraten und unter die Suppe rühren – schmeckt auch ohne. In einem Suppenteller anrichten, Petersilie drüber streuen.

Klaus Bröking

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