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Dreistündiges Resozialisierungsprogramm für Männer

06.02.2009 | 20:47 Uhr

Gevelsberg. Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen und Udo Lindenberg als Gäste in der Aula West? Das hört sich an wie ein großes Musikereignis. ...

"Männer muss man schlagen": Ingo Appelt erzählte den Zuschauern in der ausverkauften Halle West gestenreich vom tragischen Niedergang des einst so starken Geschlechts. (Foto: Lennart Wiedemuth)

... Doch waren es gar nicht die deutschen Rockgrößen - zu Gast war der Komödiant Ingo Appelt mit seinem Programm "Männer muss man schlagen!" An musikalischen Nebengeräuschen fehlte es nicht, am Donnerstagabend. Mit dem Song "Männer muss man schlagen" und der ersten Beleidigung an des Publikums - "Gevelsberg, wo ist das eigentlich? Am Arsch der Welt?" - animierte er zum Aufstehen und Mitmachen; zumindest den Teil des Publikums der dazu spontan in der Lage war. Denn die ausverkaufte Aula war überwiegend mit Gästen aus der gehobenen und der mittleren Altersklasse besetzt.

Appelts Hauptthema war die Wandlung des Mannes, die dieser in Zeiten der weiblichen Emanzipation durchleiden musste. Was für die Männer damit verbunden ist, konnten wohl fast alle im Saal nachempfinden: als Bauarbeiter von Einrichtungs-Heimsuchung Tine Wittler und als Vater durch die "Supernanny" ersetzt. Selbst d e r Männersport überhaupt wird von Frauen geprägt. Verniedlichungen im Fußball sind an der Tagesordnung - von Jogi über Poldi bis Schweini.

Doch nicht nur mit dieser Portion Selbstironie sorgte Ingo Appelt für Lacher, sondern ebenso mit seinen makaberen Witzen, die auch mal unter die Gürtellinie zielten. Das Gevelsberger Publikum war aber auch dafür zu haben, selbst wenn er des öfteren Witze auf Kosten von "Bundesmutti Angie" machte.

Mit seinen Songs am Klavier brachte Appelt allerdings auch einen "kulturellen Background" in die Show. So erklang wenig später sowohl sein Liebeslied "Bisschen Sex, meine Ruhe und ein Bier - mehr will ich nicht" als auch sein "Ich bin scheiße drauf".

Einen Höhepunkt zum Schluss bot Appelt mit dem Lied "Drei Engel für Angie". Darin mixte er strippend Grönemeyer, Westernhagen und Lindenberg zusammen - und stand schließlich bis auf die Unterhose (ohne Eingriff) nackt vor den Gästen. Der Applaus für seine knapp dreistündige Darbietung war riesig. Mit einer ausführlichen Zugabe zum Thema Sex bedankte er sich. Der Mann ist eben ein Dienstleister.

Von Katharina Schell

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