Drei Glocken der Pauluskirche läuten demnächst in Litauen
20.06.2007 | 09:00 Uhr 2007-06-20T09:00:28+0200Gevelsberg. (bl) Silvester 2006 fand der letzte Gottesdienst in der Pauluskirche statt. Damals kündigte Pastor Dirk Küsgen schon an, dass Orgel (inzwischen demontiert), Bänke und Glocken eine neue Heimat in Litauen finden werden. Dort, im Ostseebad Palang
Gestern nun schlug die letzte Stunde für die Glocken im Turm der Pauluskirche. Nachdem Fachleute aus Hagen-Haspe sie aus ihren Aufhängungen gelöst hatten, ließ ein Kran die Stahlglocken vorsichtig nach unten. "ICH WILL LOBEN DEN NAMEN DES HERRN/DES ALLERHÖCHSTEN" (Psalm 7,18) steht auf der etwa 1080 Kilogramm schweren und damit größten der vier Glocken. Diese und die zwei kleineren Glocken mit 620 Kilo und 460 Kilo Gewicht treten demnächst ihre Reise nach Litauen an.
Lediglich die mit etwa 120 Kilo kleinste Glocke bleibt in Gevelsberg. Es handelt sich um die Nebelglocke des Schiffes "SMS Wittelsbach", die der damalige Küster Paul Kunz 1948 auf einem Schrottplatz in Dortmund fand und für die Haufer Kirche erwarb. Sie könnte eventuell zusammen mit anderen Erinnerungsstücken einen Platz in einer Vitrine in einem Nebenraum der Erlöserkirche finden. Fest steht, dass das Wandkreuz aus der Pauluskirche im Gemeindesaal der Erlöserkirche aufgehängt wird. Die künftige Nutzung der Pauluskirche ist heute noch ebenso unklar wie beim letzten Gottesdienst vor einem halben Jahr.
Die Glocken-Geschichte der Haufe ist bewegt - und auch etwas unübersichtlich: Im ersten Glockenstuhl des Betsaals Haufe fanden 1893 zwei Bronzeglocken Platz. Im ersten und zweiten Weltkrieg wurde jeweils eine eingeschmolzen und später ersetzt. Die gestern aus dem Turm geholten drei großen Stahlglocken wurden am 2. September 1951 mit einem Festgottesdienst eingeweiht. Spenden hatten diese nicht billige Neuanschaffung ermöglicht.
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