Bulgarische Zauberin Magdalena Kaltcheva brillierte
07.04.2009 | 18:31 Uhr 2009-04-07T18:31:00+0200
Gevelsberg. Zehn Finger, Sechs Saiten, zwei Scheinwerfer und eine Gitarre, mehr braucht man nicht, um wahrhaft glänzende Musik zu zaubern. Und selbstverständlich braucht es dazu kompetente Kräfte, die es schaffen, das scheinbar letzte aus dem Instrument herauszuholen.
Das Finale des diesjährigen Talentwettbewerbs im Rahmen des 9. Gevelsberger Gitarrenfestivals brachte am Montag in der Erlöserkirche ein Feuerwerk an fein perlenden Klängen und virtuosen Akkordwirbeln.
Sechs junge Menschen aus Russland, Kroatien, Korea, England, Bulgarien und der Türkei hatten sich für das Finale qualifiziert und durften nochmals unter Beweis stellen, was sie allem Anschein nach bereits in die Wiege gelegt bekommen haben.
Sechs junge Musiker aus aller Welt im Finale
Einsam, aber dennoch nicht ganz allein saß jeder Gitarrist vorne, bestrahlt von zwei Scheinwerfern, als plötzlich eine Fülle an Melodien, Akkorden, Klänge und Geräuschen in die Dunkelheit traten und jedes Stück zu einem persönlichen Liebesgeständnis an das Instrument werden ließ. Teilweise 20minütige Atempausen im Zuschauerraum, die keine Seltenheit waren, entluden sich nach dem Auftritt in tosendem Applaus, der letztendlich das widerspiegelte, was der Gitarrist konnte.
Allen voran spielte sich als erste Frau überhaupt beim Gevelsberger Nachwuchswettbewerb, Magdalena Kaltcheva aus Bulgarien auf den ersten Platz und gleichzeitig in die Herzen des Publikums. Mit unglaublicher Brillanz und fein ausbalancierter Dynamik wurde die 21-jährige zur Zauberin an diesem Abend. Jury-Vorsitzender Hubert Käppel sieht in ihr ein Talent, das es noch sehr weit bringen werde. Übrigens: Ihre Eltern Ivo und Sofia („Duo Kaltchev”) gaben im vergangenen Jahr ein Meisterkonzert in Gevelsberg.
Wertvolle Gitarre für die Siegerin
Freuen darf sich die Siegerin über ein neues Instrument, das der rumänische Gitarrenbauer Konstantin Dumitriu erschaffen hat. Wert: 4500 Euro.
Knapp hinter Magdalena Kaltcheva schaffte es der Kroate Petar Culic mit „Fingerbrechern” von Mauro Giuliani und der „Capriccio diabolico” von Mario Castelnuovo-Tedesco auf den zweiten Platz. Shawn Pickup aus England belegte schließlich den dritten Rang mit einer Passacaglia von Joaquín Rodrigo, der spanische Folklore mit unorthodoxen Spieltechniken verbindet und dem Gitarristen mehr abverlangt als „bloßes” Zupfen.
Feuer, Brillanz, Eleganz und Virtuosität legten auch Kunhwa Lee (Korea), Cem Celiksirt (Türkei) und Evgeny Beleninov (Russland) an den Tag, konnten aber nicht vollends überzeugen. Nichtsdestotrotz spielen diese sechs jungen Menschen unüberhörbar in der Oberliga der Nachwuchsgitarristen und hinterließen bei jedem Zuhörer ein wohliges Gefühl von Perfektion.
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