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Ausklang voller Harmonie und Spielkunst

21.03.2008 | 20:30 Uhr

Gevelsberg. Ein Festival mit musikalischen Höhepunkten von besonderer Qualität bilanzierte Prof. Hubert Käppel. ...

Perfektes Zusammenspiel: Das Zagreber Gitarrentrio Darko Petrinjak, Istvan Römer und Goran Listes (v.l.) (WR-Bild: Hartmut Breyer)

... Das Gevelsberger Gitarrenfestival, so ergänzte Bürgermeister Claus Jacobi in seiner Begrüßung zum Abschlusskonzert in der Erlöserkirche, habe sich als ein musikalisches Ereignis von Rang etabliert. Das überragend musizierende Zagreber Gitarrentrio mit Darko Petrinjak, Istva?n Römer und Goran Listes setzte zum Abschluss des Festivals einen überzeugenden Schlusspunkt unter die Hörerlebnisse von Rang.

Nach den slavischen Tänzen (Antonin Dvorak), die sie an das Ende ihres Programms gesetzt hatten, forderte das begeisterte Publikum gleich mehrere Zugaben ein. Die seit über 20 Jahren gemeinsam agierenden Gitarristen lieferten opulente Klangarragements, ließen einfühlsam "Inseln der Melancholie" (Komposition Goran Listes) in der vorzüglichen Akustik der Erlöserkirche entstehen und entwickelten jeder für sich solistische Brillanz der Extraklasse. Überzeugend ihr musikalischer Konsens, der eine klangschöne Einheit des Triospiels zur vollen Blüte bringt. Ganz gleich, ob bei Bach'scher Toccata oder dem kroatischen Volkslied, das sie zur letzten Zugabe erhoben: Ihr Zusammenspiel war perfekt und wirkte auch dann besonders, wenn Petrinjak den Bass-Part übernahm; in einem Konzert, das sich nahtlos in die Reihe der Höhepunkte des diesjährigen Gevelsberger Gitarrenfestivals einreihte.

Wovon sich der kroatische Konsul für Kultur und Bildung, Tusic, in Gevelsberg überzeugte. Er war eingangs des Konzerts von Bürgermeister Jacobi begrüßt worden.

Gabriel Bianco machte sprachlos

Viele sprachlose Zuhörer sah man am Mittwochabend nach Gabriel Biancos Konzert. Andere aus dem überwiegend äußerst fachkundigen Publikum (darunter nicht zuletzt Meistergitarristen und begabte Nachwuchsspieler) raunten sich zu: "Der ist erst 19. Das gibt es doch nicht." Mit unglaublicher Souveränität bot der junge Franzose ein anspruchsvolles Programm zwischen Bach und Giulianis Händel-Variationen auf der einen und modernen Klängen von Vicente Ascensio und Javier Farias Caballero auf der anderen Seite.

Bei den Barockstücken bestach Bianco mit seinem präzisen, warmen und raumfüllenden Spiel, die zeitgenössischen Stücke wurden durch perlende Läufe und große Klangvielfalt zum Erlebnis. Bachs Violinsonate Nr. 3, die als anspruchsvollste des Komponisten gilt, ließ Bianco, der schon in ganz jungen Jahren mit zahlreichen Preisen dekoriert wurde, in voller Größe ertönen. Virtuos das Allegro, kraftvoll die Fuge. Und immer vermittelte der junge Künstler das Gefühl, dass er eben nicht nur mit großem Können die Noten spielt, sondern die Kompositionen höchst kreativ interpretiert.

"So etwas habe ich eigentlich noch nicht erlebt", meinte Professor Hubert Käppel tags darauf. Biancos Auftritt sei geradezu "schockierend" gewesen, sagte er in seiner Ansprache vor dem Abschlusskonzert des Zagreber Gitarrentrios. In Fachkreisen spricht man sogar schon davon, dass Bianco an der Gitarre wirke "wie der junge Glenn Gould" am Piano.

Stehend applaudierten die Besucher, nachdem sie dem Musiker drei Zugaben abverlangt hatten. Diejenigen, die da waren, durften sich glücklich schätzen: Glenn Gould hat nie in Gevelsberg gespielt; Gabriel Bianco schon - und sie waren dabei!

Von Bernd Oesterling und Hartmut Breyer

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