Aufbruchstimmung an der Realschule
15.05.2009 | 18:27 Uhr 2009-05-15T18:27:00+0200Gevelsberg. An der Städt. Realschule herrscht Aufbruchstimmung. Mit Beginn des kommenden Schuljahres bezieht die Schule zusätzliche Räume im ehemaligen Teil der Hauptschule. Die gewonnenen Kapazitäten nutzt die Schule für die Umsetzung eines neuen Raumkonzeptes. Weitere Neuerung: die Einführung einer Mittagspause.
„Zum ersten Mal seit Bestehen der Schule werden wir gut mit Räumen versorgt sein”, meint Schulleiterin Ruth Dahlhaus. Vor mehr als 40 Jahren war das Schulzentrum Alte Geer in Betrieb genommen worden, seitdem hatten Haupt- und Realschule Rücken an Rücken gelebt. Durch den Wegzug der Hauptschüler zu Beginn des Schuljahres in die neue Hauptschule Gevelsberg im Schulzentrum West kann die Realschule nun zwölf Klassenräume für sich nutzen.
„Wir werden ein neues Raumkonzept umsetzen”, erläutert Ruth Dahlhaus, „auf das, was in Europa Standard ist”. Dieses Konzept sieht so genannte Lehrerräume vor. Das heißt, dass jeder Lehrer immer in „seinem” Raum unterrichtet, die Schüler also wandern. Bisher war es umgekehrt. „Die Lernumgebung wird so wesentlich intensiver”, nennt die Schulleiterin einen Vorteil. Der Klassenraum könne besser – und fachspezifisch – gestaltet werden. „Die Kinder tauchen im Idealfall in eine andere Welt ein”.
„Die Lehrer haben künftig einen festen Arbeitsplatz.”
Dadurch, dass die Schüler nicht mehr unbeaufsichtigt in den Räumen sein werden, dürfte es zudem weniger Zerstörungen geben. Und durch das Umherwandern der Schüler in den Pausen werde auch Mobbing und Streitereien Raum entzogen. „Und die Lehrer haben künftig einen festen Arbeitsplatz”, so Dahlhaus, die betont, dass nicht nur die Lehrer von dem Konzept begeistert seien, sondern auch die Eltern dem hundertprozentig zugestimmt hätten.
Insbesondere um die Völkerwanderungen in den Pausen reibungslos zu ermöglichen, sind noch bauliche Maßnahmen erforderlich. So soll der Weg hinter der Aula großzügiger gestaltet werden. Und im Bereich der Turnhalle soll ein Platz geschaffen werden.
Umgebaut wird auch der Anbau der Schule. Dort wird künftig das Pausenzentrum der Schule zu finden sein. Die Realschule setzt damit eine Vorgabe der Landesregierung um. Alle Schüler, die mindestens sieben Stunden Unterricht am Tag haben, werden dort eine einstündige Mittagspause (vor der sechsten Stunde) verbringen können. Die Schüler können dort ein warmes Mittagessen – momentan ist die Schule mit verschiedenen Anbietern dafür im Gespräch – einnehmen, zudem sollen ein Ruheraum, Sitzecken sowie ein Medienzentrum mit Büchern, Hörbüchern und mehr eingerichtet werden. Spielmöglichkeiten werden ebenfalls angeboten sein. Dafür wird auch der Schulhof neu gestaltet. Der Pavillon wird im Sommer abgerissen, Spielflächen sollen entstehen. „Das wird sich ins neue Schuljahr bewegen”, meint die Schulleiterin. Für die Gestaltung gebe es die tollsten Ideen, „dafür müssen wir aber das Portmonee der Stadt befragen. Und wir suchen auch Sponsoren.”
„Wir werden noch nicht Ganztagsschule”, betont Ruth Dahlhaus. „Wir wollen in diese Richtung vorsichtig starten.” Der Ganztagsunterricht bedeute für die Schüler eine große Umstellung, damit sollten sie langsam konfrontiert werden.
„Es ist ein richtiger Schwung, der durch die Schule geht.”
Obwohl die Hauptschüler bereits ein Jahr früher als ursprünglich geplant das Schulzentrum verlassen hatten, hielt die Realschule an ihrem Zeitplan für die Nutzung des neuen Terrains fest. „Die Stadt hat sich auch zunächst um die Vermarktung des anderen leer stehenden Gebäudeteils gekümmert.” Dort zog die Verwaltung der Firma DEH Tiefkühlbackwaren ein (wir berichteten).
Seit Beginn des laufenden Schuljahres entwickelt eine fünfköpfige Steuergruppe aus dem Kollegium sowie eine Arbeitsgruppe mit Schüler-, Lehrer- und Elternvertretern Ideen für die künftige Gestaltung der Realschule. „Es ist ein richtiger Schwung, der durch die Schule geht”, meint Dahlhaus.
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