Zwei wortgewaltige Monatssieger

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„Ich möchte mit meinen Texten Emotionen und Bilder in den Köpfen der Menschen wecken“, erklärte der 26-jährige Kerfala Vidala aus Essen. Er nahm am Samstagabend zum ersten Mal an einem Poetry Slam teil um seine selbst geschriebenen Geschichten vor einem Publikum vorzutragen. Sein Debüt gab er beim Poetry Slam „Wortgewal-tig“ in der Kulturbar Spunk (Festweg 21) in Ückendorf: Dort wurde unter sieben Teilnehmern der Januar-Monatssieger gesucht. In zwei Runden konnte das Publikum mit einem Handzeichen entscheiden, welche drei Teilnehmer in die Final-Runde kommen.

Sascha Thamm zu Gast

Vor seinem ersten Auftritt hat sich Kerfala Vidala gut vorbereitet: „Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Aber ich habe extra ein Buch darüber gelesen, wie man vor Leuten frei reden kann.“ In seinen Texten geht es oft um die Liebe – mal glücklich, mal traurig.

Bevor der Dichter-Wettstreit begann, stimmte der „NDR Comedy Contest“-Sieger Sascha Thamm das Publikum auf den Abend ein. Der gebürtige Remscheider ist bereits ein Urgestein in der Slammer-Szene: Er hat an über 200 Poetry-Slams teilgenommen.

Den ersten Beitrag des Wett-streits lieferte die einzige weibliche Dichterin an diesem Abend: Angelika Peplinski aus Köln ermutigte mit ihrem Text zum Anderssein. Sie appellierte eindringlich dafür, Farbe in einer eintönigen, grauen Welt zu bekennen.

Pegida-Demos ein Thema

Die Moderatoren Jasmin Sell und Björn Rosenbaum zählten bis drei und die Zuschauer konnten ihre Hände heben, wenn ihnen ein Beitrag gefallen hat. Die Themen der jungen Künstler waren sehr vielfäl-tig: Es ging um Fremdenhass und die aktuellen Pegida-Demonstrationen, um Ruhrpott-Romantik und Klischees, um Vorurteile gegen Männer und Frauen sowie um ein missglücktes Date des Grauens.

Auch Kerfala Vidala konnte das Publikum mit seinen Texten überzeugen. Auf der Bühne wirkte er souverän und nicht nervös. Mit seinem ersten Beitrag erreichte er die höchste Punktzahl der beiden Vorrunden. Gemeinsam mit Mitch Miller aus Hamburg und „Christofer mit f“ aus Herne schaffte es der Essener ins Finale. In der Endrunde konnte jeder Teilnehmer mit einem dritten Text versuchen, das Publikum zu begeistern. Zum Schluss des Abends gab es zwei Sieger: Christofer mit f und Mitch Miller gewannen mit gleicher Punktzahl. Als Preis bekamen die Finalisten einen Bleistift für ihre zukünftigen Texte.