Zwei neue Gesundheitszentren in Buer geplant

Investor Harald Janßen (Bildmitte) von der Grundstücksgesellschaft Janßen), Projektentwickler Stephan Patke (li.) vom Zentrum für Beatmung und Intensivpflege (ZBI) in Berlin und Bergmannsheil-Geschäftsführer Neugebauer stellen die geplante Baumaßnahme für zwei neue Gesundheitszentren vor. Die Kosten für diese Investionen belaufen sich auf 20 Mill. €.
Investor Harald Janßen (Bildmitte) von der Grundstücksgesellschaft Janßen), Projektentwickler Stephan Patke (li.) vom Zentrum für Beatmung und Intensivpflege (ZBI) in Berlin und Bergmannsheil-Geschäftsführer Neugebauer stellen die geplante Baumaßnahme für zwei neue Gesundheitszentren vor. Die Kosten für diese Investionen belaufen sich auf 20 Mill. €.
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Was wir bereits wissen
Gelsenkirchens Krankenhaus-Landschaft wird sich verändern. 20 Millionen Euro will die Janßen Grundstücksgesellschaft mbH aus Bremen in den kommenden zwei Jahren investieren. Entstehen werden zwei Gesundheitszentren am Bergmannsheil in Buer und im Büropark Schloss Berge.

Gelsenkirchen.. Gelsenkirchens Krankenhaus-Landschaft wird sich verändern. 20 Millionen Euro will die Janßen Grundstücksgesellschaft mbH aus Bremen in den kommenden zwei Jahren investieren. Am Bergmannsheil in Buer entsteht ein Gesundheitszentrum (4800 Quadratmeter) u.a. für Beatmungs- und Wachkomapatienten (48 Betten). In diesen Standort fließen zwölf Millionen Euro, 100 Arbeitsplätze für hoch qualifizierte Mitarbeiter werden geschaffen.

Parallel dazu plant das Bremer Unternehmen im Büropark Schloss Berge ein Gesundheitszentrum für Innere Medizin (2500 Quadratmeter) zu errichten und an einen weltweit tätigen Gesundheitskonzern zu vermieten, der in den Produktbereichen Dialyse, Krankenhaus und ambulante medizinische Versorgung von Patienten tätig ist. Investitionshöhe: acht Millionen Euro. Auch am Standort Büropark Schloss Berge sollen 25 neue Arbeitsplätze entstehen. 75 Mitarbeiter, die bereits in Gelsenkirchen arbeiten, werden dort zusammengezogen.

Ambulante Patientenversorgung

Das Gesundheitszentrum für Beatmungs- und Wachkomapatienten folgt neuen, innovativen Strukturen in der ambulanten Patientenversorgung: direkte medizinische Versorgung, intensive medizinische Pflege und trotzdem familiär. „Ziel ist, möglichst viele Patienten aus ihrer Situation herauszuholen“, sagt Projektentwickler Stephan Patke vom Zentrum für Beatmung und Intensivpflege (ZBI) in Berlin, einem der größten privaten Betreiber in Deutschland.

Ein wichtiger Schritt sei dabei, den Patienten ein möglichst häusliches Ambiente zu schaffen. Dazu gehören Verwandte, eigene Möbel, unter Umständen auch Haustiere. Die Station nimmt Wachkoma-Patienten auf, die eine Verweildauer von mehreren Wochen bis zu mehreren Jahren haben. Mit dem neuen Konzept erziele man zum einen mehr Erfolge bei der Behandlung von Wachkoma-Patienten, zum anderen spare es den Kostenträgern im Gesundheitswesen viel Geld, so ZBI-Vertreter Patke. Den „Spareffekt“ durch das geplante bundesweite Netz von ZBI-Zentren beziffert er auf „drei bis vier Milliarden Euro“.

Standort überzeugt Investor

Aus Sicht des Investors Harald Janßen ist Gelsenkirchen als Standort „prädestiniert“. Der Bedarf im Ruhrgebiet, die direkte Vernetzung mit medizinischen Abteilungen des Bergmannsheil, die Infrastruktur mit Anbindungen an Autobahnen, nicht zuletzt das Kultur- und Sportangebot, das für eine soziale Teilhabe von Wachkoma-Patienten wichtig ist, haben den Bremer überzeugt, sich für den Standort Buer zu entscheiden.

Die Janßen Grundstücksgesellschaft baut und vertreibt seit 1998 Eigentumswohnanlagen für Senioren und im Gesundheitsbereich. In Dorsten erbaute er die Seniorenresidenz St. Elisabeth, in Hamm 2012 das Gesundheitszentrum Medicum. Er ist der Investor des geplanten Gesundheitszentrums an der Paracelsus-Klinik in Marl.

Baubeginn nach Sommerpause

„Das ist eine gute Nachricht für Gelsenkirchen“, sagte Oberbürgermeister Frank Baranowski und verwies auf den Stellenwert der Gesundheitswirtschaft für die Stadt hin. 19 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Gelsenkirchen seien dort tätig. Einen positiven Effekt für Stadt und Region haben auch die Investionen, das Steueraufkommen und der Zustrom von Fachkräften. Lob gab es für die städtische Wirtschaftsförderung.

Baubeginn für die beiden Gesundheitszentren sind im Spätsommer bzw. Herbst 2015. Die voraussichtliche Fertigstellung der beiden Projekte ist für das Jahresende 2016/Übergang 2017 angesetzt.