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Wünsche, Farben und Liedpoeten für Ruhr.2010

07.01.2010 | 09:00 Uhr
Wünsche, Farben und Liedpoeten für Ruhr.2010

Gelsenkirchen. Gelsenkirchens Chanteuse Maegie Koreen knüpft mit dem Projekt „RuhrChansonnale” an die Ursprünge des Kulturhauptstadt-Gedankens an. Denn die Kulturhauptstadt geht ja auf Sängerin Melina Mercouri (1920 - 1994) zurück. Die anderen Gelsenkirchener Projekte sind nicht minder interessant.

Wer hat sich die Kulturhauptstadt eigentlich ausgedacht? Die Idee geht auf Schauspielerin und Sängerin Melina Mercouri (1920 - 1994) zurück. Somit knüpft Gelsenkirchens Chanteuse Maegie Koreen mit ihrem Projekt „RuhrChansonnale” an die Ursprünge des Kulturhauptstadt-Gedankens an.  Koreens Konzept, ein „Festival europäischer Liederpoeten”, wurde als eines der ersten Twins-Projekte für das offizielle Ruhr2010-Programm ausgewählt. Zur Erinnerung: Twins stellt die Städtepartnerschaften in Europa in den Mittelpunkt. Die Ruhrgebietskommunen kommen insgesamt auf 150 Partnerstädte, in Gelsenkirchen sind es sechs. Die „RuhrChansonnale” will die „Kraft der europäischen Liedkultur” in Konzerten mit Chansonkünstlern aus den Twins-Partnerstädten und deren Kollegen aus dem Ruhrgebiet präsentieren. „Seit Beginn der Kulturhauptstadtidee arbeite ich an dem Konzept. Das Ergebnis wird toll”, freut sich Maegie Koreen.

Bereits im Boot sind Hagen, Gladbeck, Bottrop und Gelsenkirchen sowie die europäischen Partnerstädte Montluçon, Schwechat, Gliwice und Nizhni Novgorod. „Der Austausch und die nachhaltigen Kontakte, die sich ergeben und ja auch einen Grundgedanken von Twins darstellen, sind wunderbar”, so Koreen. „Ich freue mich rundum auf dieses Jahr und kann von meiner Seite absolut nichts Negatives sagen.” Kommende Woche will Maegie Koreen die „RuhrChansonnale” genauer vorstellen, u.a. mit eigener Website und einem neuen Flyer.

Drei Wünsche

„3Wishes” (Drei Wünsche) nennt der Kinderschutzbund sein 2010-Projekt. Die Zahl ist Programm: Drei Städte sind beteiligt (Gelsenkirchen, Büyükçekmeçe sowie die ungarische Kulturhauptstadt Pécs), in drei Kunstbereichen (Literatur, Malerei und Musik) arbeiteten Künstler über drei Jahre hinweg mit Kindern aus den drei Städten Kunstwerke zu vorgegebenen Themen, den Wünschen. Diese lauten „JedeMengeMiteinanderSpaß” (Bereich Literatur), „Es ist genug für alle da” (Malerei) und „Frieden” (Musik). Nach Besuchen in Pécs (2008) und Büyükçekmeçe (2009) treffen sich die insgesamt 30 Kinder nun in den Sommerferien in Gelsenkirchen. Bilder, Texte und Musik, die sie von den bisherigen Reisen mitgebracht haben und die hier noch entstehen, werden zum Abschluss gebündelt präsentiert.

Bunt wird es auf dem Ziegenmichelhof: Gemeinsam mit dem Künstler Peter Reichenbach baut das Team um Michael Lorenz das europaweit größte Färbergartenzentrum am Rand des Nordsternparks auf. „Hier können Interessierte Wandel durch Kultur erleben”, beschreibt Mitarbeiterin Stefanie Tietze den Anreiz des Projekts. „Über das Jahr sind zahlreiche Aktionen, Workshops und Schulungen geplant.” So soll Kindern und Erwachsenen der Umgang mit natürlichen Rohstoffen bunt und anschaulich nahegebracht werden.

Kontraste der Kulturen

Mit den Kontrasten der europäischen Staaten und Kulturen beschäftigt sich die Theatergruppe des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums. Die „Alternative Drama Highlights” initiieren das Festival „interTWINed - Die Jugend macht Theater im Revier”, zu dem Gruppen aus Cottbus, Newcastle upon Tyne, Avcilar, Allenstein, Dublin und Mailand kommen. Die Stücke und Workshops behandeln unterschiedliche Themen und Genres und werden größtenteils in den Muttersprachen der rund 100 Jugendlichen aufgeführt. Das Festival steigt vom 8. bis zum 13. Mai im Consol Theater.

Schließlich spielt sich das Twins-Projekt „Im Schoss der Erde”, das aufgrund der engen Beziehungen zwischen Oberhausen und der früheren Bergbauregion Carbonia-Iglesias auf Sardinien entstand, teilweise auf dem Consol-Gelände ab: In der Sammlung Werner Thiel werden vom 3. bis 5. September als Videoinstallation Interviews mit Bergleuten aus Carbonia und Iglesias auf die Wände projiziert. Im Consol Theater findet abschließend am 5. September ein Konzert mit jazzigen Interpretationen traditioneller Lieder der sardischen und deutschen Bergarbeiter statt.

Mario Stork

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