Wie der Sessel "Gelsenkirchen" zu seinem Namen kam

Ein Verkaufsschlager: der "Gelsenkirchen Club Chair" von Pastel Furniture begeistert amerikanische Kunden.
Ein Verkaufsschlager: der "Gelsenkirchen Club Chair" von Pastel Furniture begeistert amerikanische Kunden.
Foto: Pastel Furniture
Was wir bereits wissen
In den USA hat sich der "Gelsenkirchen Club Chair" zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Gesucht wurde jedoch lediglich ein "exotischer Name".

Gelsenkirchen.. Gelsenkirchener Barock ist bei Möbelstücken hierzulande ja eher verpönt – in Las Vegas hingegen ist es der letzte Schrei: Der „Gelsenkirchen Club Chair“, entworfen von der Firma Pastel Furniture, ist dort zum regelrechten Verkaufsschlager geworden.

Modernes Design mit Stil

Dabei ist der Sessel wahrlich kein Schnäppchen, kostet zwischen 450 und 670 Dollar – pro Stück. „Der Gelsenkirchen Club chair zeichnet sich aus durch sein schickes und modernes Design und bereichert jeden Raum mit Qualität, Stil und Komfort“, heißt es in der Artikelbeschreibung im Katalog der Firma, die ihren Showroom im World Market Center Las Vegas und eine Filiale in High Point in North Carolina hat.

Auch über das Internet wird der Sessel mittels diverser Internetseiten vertrieben.

Als „Club Chair“ bezeichnet man in den USA übrigens einen gemütlichen Ohrensessel, der durch seine geschwungene Lehne auffällt – mit einschlägigen Clubs hat das nichts zu tun.

Keine Aufregende Geschichte

Pastel Furniture hat den Gelsenkirchen-Sessel in drei Varianten im Programm: In hellblau, orange und dunkelbraun mit Kunstlederbezug – und keines der Modelle erinnert an „Gelsenkirchener Barock“. Wie also ist diese amerikanische Firma auf diesen Namen für ihren Sessel gekommen?

Die WAZ hat nachgefragt und folgende Antwort bekommen: „Die Geschichte dieser Namensfindung ist eigentlich gar nicht besonders aufregend“, erklärt Amber Chen von der Marketing-Abteilung der Möbelfirma bescheiden.

Google spuckte Städtenamen aus

„Als wir den Sessel zum ersten Mal gesehen haben, waren wir uns sofort einig, dass er ganz viel europäisches Flair versprüht. Deshalb haben wir nach einem Namen gesucht, der zu diesem exotischen Design passt“, so Chen.

„Also haben wir die Google Suchmaschine angeschmissen und nach einem passenden Namen gesucht. Als uns dabei der Städtenamen Gelsenkirchen begegnete, war uns sofort klar, dass der zu diesem Sessel wie die Faust aufs Auge passt“, erzählt die Amerikanerin, und dabei gibt sie zu, dass weder sie noch ihre Mitarbeiter Gelsenkirchen jemals besucht haben. (Andere Städte im Ruhrgebiet übrigens auch nicht).

Von Europa inspiriert

So kam der „Gelsenkirchen Club Chair“, den übrigens nach Auskunft der US-Firma kein deutsches Möbelunternehmen im Angebot hat, ganz zufällig zu seinem Namen.

Im Online-Katalog von „Pastel Furniture“ reiht sich der gemütliche Ohrensessel mit den Beinen aus „echtem europäischem Walnussholz“ ein in die Reihe mit dem „Aliante“, dem „Elisabeth“ und dem „Freeport Club Chair“ – andere deutsche Städtenamen finden sich dort erstaunlicherweise nicht. Die waren wohl nicht exotisch genug...