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Wider dem Diätenwahn: Patric Heizmann in Gelsenkirchen

04.01.2016 | 19:26 Uhr
Wider dem Diätenwahn: Patric Heizmann in Gelsenkirchen
Fitnesstrainer und Entertainer Patric Heizmann während eines Auftrittes mit seinem Programm „Ich bin dann mal schlank“.Foto: imago

Gelsenkirchen.   Patric Heizmann tritt im Schalker Sportpark auf. Der Fitness-Profi sagt von sich selbst: Ich liebe Schokolade, hasse Diäten.

Seine Bücher sind Bestseller, seine Shows füllen größere Hallen. Am Montag (19.30 Uhr) gastiert der bekennende Diät-Rebell Patric Heizmann mit seinem Programm „Ich bin dann mal schlank“ im Schalker Sportpark, Kurt-Schumacher-Straße 157-161. Über gute Vorsätze und die Traumfigur sprach die WAZ mit dem Fitnessprofi.

Welche Ziele setzt sich der Erfolgsautor und -Comedian Patric Heizmann?

Patric Heizmann: Ich lasse 2015 noch Revue passieren. Ich bin dankbar für das, was ich erreicht habe. Ich habe meine Leidenschaft für Sport und Gesundheit zum Beruf gemacht. Gesundheit ist es daher auch, was ich mir für meine Familie und mich wünsche. Ich glaube, dass es gut ist, sich mehr nach unten als nach oben zu orientieren. Der neidische Blick auf den Nachbarn mit dem besseren Job, dem größeren Haus oder dem dickeren Auto erzeugt nur Druck. Mehr Demut kann da nicht schaden.

Stichwort Neid: Sie sind austrainiert. Entstehen da nicht Begehrlichkeiten, die kaum erreichbar sind?

Heizmann: Ich bin zwar ein Sportfreak, sehe mich aber nicht als Vorbild. Ein durchgestylter Körper ist kein Vorteil, außer vielleicht wenn man nicht glücklich liiert ist wie ich seit 15 Jahren. Womit wir wieder beim Blick auf die Dinge sind. Gängigen Schönheitsbildern wie in den bunten Gazetten propagiert hinterherzujagen, ist der falsche Ansatz. Das sind Trugbilder von angeblich immer effektiveren Diäten. Ich liebe Schokolade, hasse aber Diäten. Sie sind die falsche Orientierung, erzeugen am Ende nur mehr Verbote und Frust. Denn im Prinzip schaltet der Körper dadurch auf Überlebensmodus und bunkert Reserven.

Welche Tipps geben Sie ihren Zuschauern in der Show?

Heizmann: Als Vollblutpraktiker empfehle ich nichts, was ich nicht erfolgreich ausprobiert habe. Daher sage ich: Weniger ist mehr. Besser wenig aber intensiv trainieren als exzessiv und mit geringer Belastung. Ausdauersport ist gut, aber zum Abnehmen beispielsweise uneffektiv. Wichtiger ist Kraftsport. Denn der aktiviert die Muskeln. Und je mehr und größere man davon hat, desto mehr Fett wird verbrannt.

Wie viel Sport also in etwa?

Heizmann: Dreimal wöchentlich Übungen wie Liegestütze und Kniebeuge, allerdings so viele, bis der Muskel richtig weh tut, brennt. Er soll ja merken, dass er aufbauen muss. Wer zusätzlich Rad fährt und mal eine Runde läuft, hat schon gewonnen.

Ist das auch das Thema ihrer Show?

Heizmann: Ja. Meine Motto lautet ja Comedy mit Nährwert. Ich räume mit dem Mythos auf, dass Sport durchweg schlank macht, ich erkläre den Zuschauern das effektivste Sportprogramm und zeige wie der Körper in die Lage versetzt wird, 24 Stunden Fett zu verbrennen. Und ich thematisiere die Nasch-Demenz. Vielen ist nicht klar, wie viel sie nebenbei so essen. Am Ende der Show gehen die Menschen mit mehr als 40 Tipps für eine bessere Fitness und ein besseres Körpergefühl nach Hause. Und mit dem guten Gefühl, dass Essen erlaubt ist – nur eben zur richtigen Zeit und mit der richtigen Auswahl. Sie werden Eiweiß wieder lieben.

Das müssen Sie erklären.

Lokales
Neues Buch „Essen erlaubt!“ veröffentlicht

Karten: 7,50 Euro für Injoy-Mitglieder, Gäste zahlen 12,50 Euro. Reservierung: 0209 44 011. Weitere Vorstellungen: 18. Februar (Werkstadt Witten), 23. Februar (Kulturfabrik Krefeld).

Unter dem Titel „Essen erlaubt!“ hat Patric Heizmann ein neues Buch veröffentlicht. Am 18. Januar gastiert der Comedian im Kölner Gloria mit dem gleichnamigen neuen Programm.

Heizmann: Der Körper verwertet Nahrung zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich. Stellen Sie sich Ihren Körper als Stadt vor, der Kraftwerke braucht, um Energie zu produzieren. Diese Kraftwerke sind unsere Muskeln. Geben wir ihnen Eiweiß wie Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte oder Käse, können daraus mehr Kraftwerke gebaut werden, und die verbrennen die ungeliebten Speckröllchen. Kohlenhydrate wie Reis, Nudeln, Brot oder Süßes dagegen wirken so, als würde man Papier ins Feuer werfen. Die Muskeln verfeuern es sofort, das nur schwer brennbare Fett bleibt in dieser Zeit liegen. Essen wir gleichzeitig Kohlenhydrate und Fett, wird überschüssiges Fett als Speicher für schlechte Zeiten an Oberschenkeln, Bauch und Po gebunkert.

Ihre drei Tipps für mehr Bewegung in 2016?

Heizmann: Erstens: Kleine Ziele setzen und vier Wochen durchhalten. Die ersten Erfolge machen stolz, setzen neue Kräfte und Motivation frei. Zweitens: Drei bis vier gute und sättigende Mahlzeiten am Tag. Danach sprichwörtlich die Klappe halten. Drittens: Treppe statt Fahrstuhl. Klingt simpel, aber wohl nur fünf Prozent der Menschen beherzigen diesen Tipp. Wer diesen Schritt schafft, ist auch bereit für größere Aufgaben.

Nikos Kimerlis

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Wider dem Diätenwahn: Patric Heizmann in Gelsenkirchen
Wider dem Diätenwahn: Patric Heizmann in Gelsenkirchen
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http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/wider-den-diaetenwahn-patric-heizmann-in-gelsenkirchen-id11429535.html
2016-01-04 19:26
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