Wer dahinter steckt ...
02.08.2010 | 17:04 Uhr 2010-08-02T17:04:00+0200
Peter lebt in seiner stillen und stummen Welt. Ihm fehlen die Worte, der 60-jährige ist taubstumm. Aber obwohl er nie Vögel hat singen, den Wind in den Bäumen hat rauschen und Wasser hat plätschern hören können, obwohl Musik für ihn ein Fremdwort ist und er sich seinem Gegenüber nicht äußern kann, sorgt der 60-jährige mit seiner Gabe dafür, dass wunderschöne Decken, Flaschenhüllen oder Karten entstehen.
Peter zaubert nämlich in der kleinen Werkstatt hinter dem Café LebensArt des Sozialverbandes St. Georg mit Nadel und Faden: Er stickt Kreuzstichmotive mit absoluter Hingabe und Können. Die Arbeiten sind sein Leben. Ein Leben, das ihm in jungen Jahren nicht gönnte, die Gebärdensprache zu erlernen, weil das in den 50er Jahren nicht üblich war. Da verschwanden behinderte Menschen wie er in Heimen, wurden stigmatisiert statt gefördert.
Leckere Likörchen in ausgefallenen Flaschen
Seinen Geschwistern war es zwanzig Jahre später besser ergangen, sie durften ihre Defizite ausgleichen. Heute arbeiten sie in verantwortungsvollen Berufen. Doch Peter sorgt dafür, dass Besucher des Cafés LebensArt bewundernd seine Arbeiten anschauen und kaufen können.
Doch nicht nur Peter gehört zur Mannschaft des etwas anderen Cafés auf der Theodor-Otte-Straße 152 im Schatten der Spielothek. Ein Café, das nicht so leicht zu finden ist, wenn man es zum ersten Mal sucht. Wer es aber gefunden hat, der kommt immer wieder. Zum einen ist es einfach schön, in diesem hellen, freundlichen und gemütlichen Café abzuspannen, Kaffeespezialitäten und andere Leckereien genießen zu können. Die Küche bietet allerlei: Von Marmeladen über Essig- und Ölspezialitäten, leckeren Likörchen bis hin zum grünen oder roten Pesto: Das alles zum Verschenken wunderschön verpackt. Für den eigenen Gaumen gibt es vom Frühstück bis zum kleinen Snack aber auch allerlei Appetitliches.
Freundlich umsorgt wird man dabei unter anderem von Fatma, die ansonsten im Arbeitsbereich hinter dem Café den anderen zur Hand geht. Edith, der man ihre polnischen Wurzeln noch an der Sprache erkennt, näht im Raum hinter LebensArt geschickt weiße Litze rund um kleine grüne Banner, Wimpel. Dabei sitzt bei ihr jeder Griff. Und darauf ist sie richtig stolz, wo sie doch sonst immer alles so schnell vergisst...
Bärbels Schildchen kratzen bestimmt nicht
Bärbel sorgt dafür, dass in Kleidung von Heimbewohnern Namensschildchen eingenäht werden, damit jeder nach der Wäsche auch seine eigenen Sachen wieder bekommt. Sie näht ganz aufmerksam und sorgfältig, Mit kleinen Stichen. Da kratzt nichts, wie bei den anderen Schildern, erklärt sie und lässt das auch gleich nachprüfen. Das Schildchen in der Bluse ist samtweich...
Und dann ist da noch Saskia, die von zu Hause viel Förderung und Unterstützung bekommt. Sie ist für die vielen bunten Kerzen im Café verantwortlich. Mit geschickter Hand gießt sie warmes Wachs in die Formen, dekoriert und färbt, wie ein Profi. „Ich arbeite schon für den Winter vor.“ Im letzten Jahr da habe sie voller Eifer Tannenbäume als Kerzen gegossen und überhaupt nicht aufgepasst, wie viele sie da machte. „Und jetzt steht noch ein Schrank voll - aber Weihnachten kommt ja wieder!“
Scheu und still sorgt Magdalena in ihrer Bügelecke dafür, dass Dutzende von lang- und kurzärmeligen Herrenhemden ordentlich gedämpft und gebügelt werden. Das Resultat kann sich mit maschinell Gebügeltem nicht nur messen, es ist deutlich besser! Ein entsprechendes Kompliment lässt die psychisch kranke Frau mit den traurigen Augen kurz strahlen. Sie ist aber schon so gut wie voll ausgelastet. Neuaufträge würden problematisch. Es geht eben nicht um Profit. Das alles geschieht im Verborgenen hinter dem Café und sorgt doch dafür, dass diese LebensArt existiert. Hier lohnt sich eben nicht nur der Kaffee...
09:43
Diese Journalisten schreibt wieder Schrott
taubstumm
kriege wieder dicken Hals...
06:09
Peter lebt in seiner stillen und stummen Welt.
..so dumm ist Peter nicht,dass er meint die Welt ist stumm-Still ist richtig! Die geschätzte Autorin
sollte,wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt,eben nicht diesen Begriff taubstumm aus den diskriminierenden 50er Jahren verwenden.Peter ist nicht stumm-er kann nicht artikulieren,weil er gehörlos ist und deshalb kein Spracherwerb stattgefunden hat!