Wer ausstellen darf, kann sich geadelt fühlen

Ausstellungskurator Peter Liedtke betrachtet die Portraitserie " Ückendorf Scans " des österreichischen Fotografen Kurt Hörbst. Die Fotoserie ist eine der Neuaufnahmen des Pixelprojekts Ruhrgebiet, die im Wisschenschaftspark Gelsenkirchen gezeigt werden.
Ausstellungskurator Peter Liedtke betrachtet die Portraitserie " Ückendorf Scans " des österreichischen Fotografen Kurt Hörbst. Die Fotoserie ist eine der Neuaufnahmen des Pixelprojekts Ruhrgebiet, die im Wisschenschaftspark Gelsenkirchen gezeigt werden.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum 12. Mal stellen Fotografen beim Pixelprojekt Ruhrgebiet im Wissenschaftspark in Gelsenkirchen aus. Heute wird die Ausstellung eröffnet.

Gelsenkirchen.. Industriedenkmäler stehen verlassen, umgeben vom Wildwuchs der Natur, Gesichter zeichnen authentische Menschen im Revier, architektonische Gegensätze der Bauwerke dokumentieren arm und reich: Ab heute 18.30 Uhr bis zum 8. August präsentieren im Wissenschaftspark 19 Fotografen in 18 Fotoserien beim Pixelprojekt Ruhrgebiet Impressionen von Menschen, Wohnungen, Landschaften und Bauwerken. Projektleiter Peter Liedtke gilt als Vater der Ausstellung, die er 2002 zum ersten Mal organisiert hat. Die Resonanz ist gewaltig. Bis zum heutigen Tag haben sich 273 Fotografen mit 435 Fotoserien in Gelsenkirchen gezeigt.

Wer seine Fotodokumente ausstellen möchte, muss sich bewerben. „In diesem Jahr“, so Liedtke, „mussten wir aus 105 Fotoserien von 70 Fotografen die eindrucksvollsten Dokumente auswählen.“ Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen die Anfragen.

Erfolg des Projekts hat sich herumgesprochen

Der österreichische Fotograf Kurt Hörbst hat Menschen aus Ückendorf liegend eingescannt und in Lebensgröße ausgestellt. Auch S04-Trompeten-Willy ist unter den Portraits zu finden. Das Pixelprojekt hat auch bei Fotografen einen hohen Stellenwert. Peter Liedtke: „Viele empfinden es als Adelsschlag, wenn sie hier mit in die Ausstellung aufgenommen werden.“ In der Jury, die die Fotos bewertet, sitzen neben dem gelernten Fotograf Liedtke auch Professoren und Experten vom Folkwang- und Ruhr Museum. So mancher Fotograf profitiert von der Darstellung seiner Werke. Die werden schließlich auch von Werbeagenturen und Unternehmen aufmerksam begutachtet. Viele Exponate sind auch in anderen Ländern als eindrucksvolle Dokumente der Zeitgeschichte und des bürgerlichen Lebens gezeigt worden.

Mittlerweile hat sich der Erfolg des Gelsenkirchener Projekts in der Szene herumgesprochen. Vor einigen Monaten ist im Saarland „Pixelkult“ gegründet worden. Die Aussteller wollen Künstler aus dem Saarland, Lothringen und Luxemburg für ihr Projekt gewinnen.