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Wasser wird zur Kunst

13.05.2012 | 11:00 Uhr
Wasser wird zur Kunst
Am Stadtwaldsee in Buer hat der Börnchenbach seinen Ursprung. Die Künstlerin Claudia Schmacke will den Verlauf des Baches mit ihrer Installation „Probe“ nachzeichnen. Foto: Luftbild: Hans Blossey

Gelsenkirchen. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 zeichneten die Kunstvereine der Region den bis dato längst in Vergessenheit geratenen „Gahlenschen Kohlenweg “ als Verbindungsglied der Ruhrgebietsstädte nach. Jetzt soll das Projekt mit Landschaftskunst fortgesetzt werden: „Kunst bewegt Räume“ lautet das Motto diesmal.

Und dabei ist alles im Fluss, denn die für den Sommer 2012 anvisierten Projekte werden sich – auf ganz unterschiedliche Weise – mit Wasserwegen beschäftigen. Der Kunstverein Gelsenkirchen und die hier ansässige Kulturinitiative Emscher-Lippe (K.I.E.L.), die Initiative „virtuell visuell“ aus Dorsten und die Künstlerzeche Unser Fritz in Herne schicken dabei jeweils einen Künstler ins Rennen. Helmut Bettenhausen (Künstlerzeche) setzt mit Frottagen Kanaldeckel in Szene, Billie Erlenkamp will den Dorstener Schölzbach mit einer Stuhl-Installation wiederbeleben.

Der Kunstverein Gelsenkirchen schickt die international tätige Künstlerin Claudia Schmacke ins Rennen. Sie hat ihr Kunstwerk „Probe“ genannt, weil darin Wasserproben aus verschiedenen Bächen in Gelsenkirchen eine Rolle spielen sollen. „Mit meiner Installation markiere ich an fünf Stellen den historischen Bachverlauf von der Quelle des Börnchenbachs in Buer im Naturschutzgebiet ‘Im deipen Gatt’ an den Stadtwaldteichen bis zur früheren Mündung des Springbachs in die Emscher. Der Börnchenbach fließt in den Leither Mühlenbach, wird dann zusammen mit dem Knabenbach zum Springbach und verschwindet plötzlich unterirdisch in einem Rohr. Diesen Weg des Wassers finde ich sehr faszinierend“, sagt Claudia Schmacke, die aus Witten stammt und heute in Berlin lebt.

Kunstverein entwickelt gemeinsam mit den Künstlern

„Wir haben uns viele historische Karten besorgt und Heimatvereine konsultiert, um die Wege nachzeichnen zu können, die der Bach früher genommen hat, denn viele davon sind heute gar nicht mehr sichtbar und nur noch zu erahnen“, erklärt Ulrich Daduna vom Kunstverein.

„Uns war es wichtig, das Projekt als Kunstverein gemeinsam mit der Künstlerin zu entwickeln – und nicht einfach einen Künstler in die Region zu holen, der sich dann selbst überlassen wird“, fügt der frühere Kulturdezernent Peter Rose hinzu, der die Eröffnungsrede halten soll, wenn „Probe“ in Gelsenkirchen realisiert wird. Bis dahin kann allerdings noch ein bisschen Wasser die Emscher herunterfließen, denn wie immer bei Kunstprojekten im öffentlichen Raum müssen erst Genehmigungen eingeholt werden. Anvisiert ist daher ein Start Ende Juni. Bis dahin arbeitet Claudia Schmacke, die sich schon vor langer Zeit mit ihren Arbeiten dem Thema „Wasser“ verschrieben hat, an ihrer Installation.

Das Gelsenkirchener Wasser wird selbst zur Kunst

„Ich möchte Plexiglaskugeln, die auf Edelstahlstäben befestigt werden, entlang des Bachs aufstellen. Diese erinnern auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen an Straßenlaternen, leuchten aber nur durch das natürliche Licht, das in sie hineinfällt und von dem Wasser gebrochen wird. Und nach Möglichkeit soll jede Kugel eine Wasserprobe des jeweiligen Bachabschnitts enthalten“, erläutert die Künstlerin. So wird das Gelsenkirchener Wasser dann selbst zur Kunst. Man darf gespannt sein.

Einen Vorgeschmack auf die Landschaftskunstprojekte gibt die Ausstellung „Kunst bewegt Räume“, die ab Donnerstag, 24, Mai, in der Künstlerzeche Unser Fritz an der Alleestraße 50 in Herne zu sehen ist. Eröffnet wird sie um 19 Uhr, gezeigt wird sie bis 3. Juni. Mehr Info auf www.kuenstlerzeche.de

Anne Bolsmann


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