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Was nun, Herr Tann?

05.07.2010 | 16:56 Uhr
Was nun, Herr Tann?
Seit sieben Monaten steht Guido Tann (45) an der Spitze der Gelsenkirchener CDU. Er hat Wolfgang Meckelburg abgelöst, der 22 Jahren lang die Partei geführt hatte. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen. Im Dezember 2009 wurde Guido Tann zum Vorsitzenden der CDU gewählt. Sieben Monate später zieht er im Gespräch mit der WAZ eine Bilanz, spricht über die Krise der Union und blickt nach vorne.

Die Gelsenkirchener CDU hat bei der Kommunalwahl ein Desaster erlebt und bei der Bundestags- und Landtagswahl ihre Mandate verloren. Die Ratsfraktion wurde durch die Kampfkandidatur von Wolfgang Heinberg gespalten. Die Bundesregierung fällt immer tiefer im Ansehen der Bürger. Die Bundespräsidentenwahl ging für die Union fast in die Hose. Und in der Landes-CDU kriselt’s kräftig. Fällt Ihnen zurzeit überhaupt etwas Positives über die CDU ein?

Guido Tann: Mit fällt ein, dass die Gelsenkirchen CDU im Dezember unter großer Zustimmung der Ortsunionen einen neuen Vorstand und einen neuen Vorsitzenden gewählt hat. Die CDU ist wie eine Familie: In schwierigen Zeiten rücken wir enger zusammen.

Sie haben bei Ihrer Wahl vor sieben Monaten einen Neustart versprochen. Hat es diesen Neustart gegeben?

Die ersten fünf Monaten waren vor allem geprägt durch die Vorbereitung und Durchführung des Landtagswahlkampfes. Nach der Landtagswahl hat meine Zeit als Vorsitzender eigentlich erst richtig begonnen.

Was steht nun an?

Wir werden intern über Inhalte diskutieren. Als neuer Vorsitzender werde ich am 28. September beim Parteitag die inhaltlichen Leitlinien setzen für die Gelsenkirchener CDU.

Wo wollen Sie denn inhaltlich Akzente setzen?

Ich habe klare Vorstellungen. Aber haben Sie Verständnis dafür, dass ich — anders als es auf höheren Ebenen passiert – die Partei mitnehmen muss. Deshalb werden wir zunächst intern diskutieren.

Als Außenstehender kann man derzeit den Eindruck gewinnen, dass es im CDU-Kreisvorstand den Einzelkämpfer Tann, aber kein Team gibt.

Es gibt dieses Team. Ich haben keinen Zweifel, dass die Stellvertreter Est, Petershöfer und Hensel meine Arbeit tatkräftig unterstützen. Und es gibt einen regelmäßigen Austausch zwischen Fraktion und Partei.

Ist denn die Beobachtung richtig, dass die Partei zurzeit gelähmt ist?

Die Partei ist stark verunsichert. Aber wir wollen nicht in Selbstmitleid verfallen, sondern durch Arbeit, Arbeit, Arbeit dagegen halten.

Muss es in der CDU einen Neuanfang mit einem radikalen Schnitt geben?

Nein. An die Strukturen will ich zunächst nicht rangehen. Wir würden ja dadurch noch mehr an Bürgernähe verlieren, wenn wir beispielsweise die CDU Ückendorf mit der CDU Rotthausen fusionieren würden. Aber wir müssen über andere Veranstaltungsformen reden.

Wie viele Mitglieder hat die CDU zurzeit?

Wir haben zurzeit rund 1100 Mitglieder. Unser Ziel ist es nächst mal, diese Zahl zumindest zu konsolidieren. Und durch unsere Arbeit wollen wir auch einmal wieder mehr Mitglieder gewinnen.

Die Gelsenkirchener CDU hat durch die Abwahl von Wolfgang Meckelburg im Bund und Oliver Wittke im Land an Macht, Einfluss und Möglichkeiten verloren. Wie wollen Sie dem entgegenwirken?

Es ist sicherlich schwer für die CDU in Gelsenkirchen wie im Ruhrgebiet insgesamt, bei Landtags- und Bundestagswahlen ein Direktmandat zu holen. Deshalb sind hier Bezirks- und Landespartei grundsätzlich gefordert, auch Bewerbern aus dem Ruhrgebiet über den Listenplatz oder über einen anderen Wahklreis ein Mandat zu ermöglichen.

Welche Rolle wird Ihre Parteien in den kommenden Jahren in Gelsenkirchen spielen? Sehen Sie eine Chance, wieder zur SPD aufzuschließen?

Da muss man die langfristige Perspektive sehen. Bei der nächsten Kommunalwahl wird unser Ziel sein, die absolute Mehrheit der SPD zu brechen. Dass die CDU mal wieder die stärkste Fraktion oder den Oberbürgermeister stellt, darüber kann man sich wohl ernsthaft erst wieder in zehn Jahren Gedanken machen.

Wird es nach der Ära Meckelburg eine Ära Tann in der CDU geben oder sind Sie nur ein Übergangsvorsitzender?

Ich haben Ihnen die langfristige Perspektive der CDU aufgezeigt. Und es ist mein persönliches Ansinnen, die Partei wieder in Nähe der Mehrheitsfähigkeit zu bringen.

Lars-Oliver Christoph

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Kommentare
06.07.2010
17:44
Was nun, Herr Tann?
von Hometown-Glory | #5

Zitat:Dass die CDU mal wieder die stärkste Fraktion oder den Oberbürgermeister stellt, darüber kann man sich wohl ernsthaft erst wieder in zehn Jahren Gedanken machen

Bis dahin dürfte diese Stadt wohl komplett pleite sein, dann ist es, leider, zu spät!

06.07.2010
11:12
Was nun, Herr Tann?
von Das große Museum | #4

Herr Tann sollte die örtliche CDU erst einmal von politischen Wendehälsen reinwaschen.
Diese Partei hat sich einen Kuckuck ins politische Nest geholt.
Macht einen auf Erwerbsunfähigkeitsrentner aber ansonsten ein quietschfideles Leben führen können. Gestern z. B. wurde mal wieder lange und kräftig bis in die Nacht gefeiert. Das kann er, aber arbeiten kann er angeblich nicht mehr.
Ziemlich unglaubwürdige Parteimitglieder.

06.07.2010
00:52
Was nun, Herr Tann?
von Gelsen-Brasilianer | #3

genau, da war doch was!War das nicht, dass dieser feiner Herr, die Sg Wattenscheid in Ruin gestürzt hat!

05.07.2010
20:59
Was nun, Herr Tann?
von Stammwähler | #2

Wenn Herr Tann das alles so gut schafft wie bei Wattenscheid 09, dann sind das ja schöne Aussichten für die GE-CDU.......

05.07.2010
20:33
Was nun, Herr Tann?
von Gelsen-Brasilianer | #1

Tann - Eine Flasche^^

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