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Sparkassen-Bilanz

Von Krise keine Spur

08.02.2012 | 18:22 Uhr
Von Krise keine Spur

Gelsenkirchen.  Der Sparkassenvorstand blickt „alles in allem zufrieden“ auf das Geschäftsjahr 2011 zurück. Mit 3,25 Mrd Euro Bilanzsumme hat das Geld-Institut seine Spitzenposition in der Stadt gehalten.

3,254 Mrd Euro Bilanzsumme im Jahr 2011, 110 000 Privatgirokonten allein in Gelsenkirchen, dazu 31 Geschäftsstellen, 859 Beschäftigte, über 3,5 Mio Euro, die nur für Sponsoring und Spenden ausgegeben wurden – die Sparkasse Gelsenkirchen ist in der Stadt eine Macht. „Wir haben unsere Spitzenposition gehalten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Bernhard Lukas und blickt „alles in allem zufrieden“ auf das Geschäftsjahr 2011 zurück.

Europäische Schuldenkrise, Börseneinbruch, Unsicherheit an den Märkten – nichts, was die Sparkasse massiv in ihrem Geschäft getroffen hätte. Im Gegenteil. „Im Zusammenhang mit den Sorgen der Bürger waren die Sparkassen Profiteur. Sie werden als vertrauensvolle, solide Geldinstitute angesehen“, sagt Lukas. In Krisenzeiten suchen Kunden sichere Geldanlagen. Entsprechend waren 2011 – unsexy, aber sicher – Sparkassenbriefe gefragt. Die Einlagen in diesem Segment stiegen um 28,8 % von 219 auf 282 Mio Euro. Zum Renner wurden festverzinsliche Wertpapiere. Nach 53,4 Mio Umsatz 2010 wurden letztes Jahr 120,6 Mio Euro verbucht – plus 126 %. „Die Zahl spiegelt die Nervosität der Anleger wider“, glaubt Vorstandsmitglied Stephanie Olbering-Weihs.. Insgesamt erzielte die Sparkasse ein Umsatzplus von 40 % im Wertpapiergeschäft.

Das Zuwachssparen blieb beinahe unverändert bei 534 Mio Euro (-0,7 %), um 4 % legten leicht die Ratensparverträge auf 262 Mio Euro zu, rückläufig (-9,5 %) war das Geschäft mit Geldmarktkonten. Nur noch 488 Mio Euro wurden 2011 in dieser Form auf Sparkassenkonten angelegt.

„Leider hatten wir weniger Kreditnachfrage seitens der Unternehmen“

Erstmals seit Jahren erlebte die Sparkasse laut Lukas wieder einen Anstieg bei den Allzweckkrediten. Sie stiegen bei den Neuzusagen um 14,9 % auf 44,7 Mio Euro, insgesamt wurden für 64,9 Mio Euro Allzweckkredite bearbeitet. Die Banker werten das als Zeichen für die wachsende Konsumbereitschaft der Kunden. Insgesamt wurden Kredite für 1,729 Mrd Euro vergeben (+ 0,7 %). „Leider hatten wir weniger Kreditnachfrage seitens der Unternehmen. 125,7 Mio Euro 2010 standen 2011 nur noch 108,3 Mio Euro gegenüber (- 13,8 %). „Wir könnten mehr“, sagt Lukas, auch weil die Sparkasse Gelsenkirchen eine exzellente Eigenkapitalquote aufweist. Mit 13,1 % übertrifft sie deutlich die vorgeschriebenen 4 % und auch die „künftig schärferen gesetzlichen Anforderungen“, so Lukas. Für ihn steht der Rückgang bei der Kreditaufnahme durch Unternehmen und Selbstständige aber durchaus auch „für die Liquiditätskraft der Firmen, die ihre Investitionen zum Teil aus dem in den letzten Jahren gestiegenen Cashflow finanzierten.“

Bausparen hat längst kein verstaubtes Image mehr.

104,6 Mio Euro Darlehenszusagen an Privatpersonen wurden zu 57 % für Wohnungsbaukredite vergeben. Knapp 60 Mio Euro also, die großenteils in die eigenen vier Wände investiert wurden. Lukas: „Wohnungsbau in Gelsenkirchen hat nach wie vor einen großen Nachholbedarf. Gerade einmal 20 % der Bürger wohnen in Eigentum, bundesweit sind es im Schnitt 40 %. Bei den aktuellen Zinssätzen sind die Finanzierungskosten f günstig wie kaum zuvor. Das belebt auch das Geschäft der Sparkassen Immobilien GmbH. 85 Objekte mit einem Gesamtwert von 11,7 Mio Euro wurden 2011 vermittelt (+ 40,3 %). „Unser Rekord bisher“, so Olbering-Weihs. Annähernd das Rekordergebnis von 2010 (38 Mio Euro) wurde mit 37,2 Mio Euro bei der Bausparsumme erreicht. Olbering-Weihs: „Bausparen hat längst kein verstaubtes Image mehr. Die Nachfrage nach Betongold hat sich weiter verstärkt.“

Jörn Stender

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