Vivawest-Marathon überzeugt als Volksfest und Sport-Event

Lautstarke Unterstützung von Zuschauern und Sambabands gab es für die Läufer im Nordsternpark.
Lautstarke Unterstützung von Zuschauern und Sambabands gab es für die Läufer im Nordsternpark.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Die Sonne strahlte mit den Gästen um die Wette. 150.000 Menschen tummelten sich am Sonntag rund um den Vivawest-Marathon, 7348 liefen offiziell mit. Leistungssportler, Hobbyläufer, Schüler- und Firmenstaffeln, Politiker, alte und junge Menschen. Und WAZ-Mitarbeiter Patrick Schleu.

Gelsenkirchen.. Auch wenn die Zehn-Kilometer-Strecke höchstens als „Marathon des kleinen Mannes“ durchgeht, das Erlebnis von der Gladbecker Stadtgrenze nach Gelsenkirchen war ein ganz besonderes: Viele Zuschauer, herrliches Wetter, fleißige Helfer und phantastische Stimmung – der WAZ-Selbstversuch, den der Autor dieser Zeilen unternommen hat, kann als Erfolg verbucht werden. Gute Zeiten waren für die Hauptprotagonisten auf der 42km-Strecke schwieriger zu erreichen. Und der verspätete Start drückte die Stimmung.

Die Organisatoren in Gladbeck gaben sich alle Mühe, um die Motivation an der Startlinie des Zehn-Kilometer-Laufs hochzuhalten.

Jubelstimmung an den Fanpoints

Der kalauernde Moderator Walter Hüßhoff gab Fips Asmussen-Witze zum Besten. Dass falsch geparkte Autos in Essen Schuld an der knapp halbstündigen Verspätung waren, konnte er nicht wissen, als er Gelsenkirchen den Schwarzen Peter zuschob. Hunderte Gladbecker feuerten die 1000 Läufer mit lauten Klatschhänden, die ein Sponsor massenweise verteilte, nach dem Startschuss an. Endlich konnte es los gehen!

Mit der lauferfahrenen Schwester als Tempomacherin fiel dem Chronisten der Einstig leicht. Immerhin drei Kilometer lang war das Tempo der späteren Siegerin zu halten. Den Rest übernahmen die vielen Gelsenkirchener, die den Läufern in Sachen Motivation in Nichts nachstanden: Kinder hatten Plakate gemalt, aus Fenstern wurde gerufen, in Gruppen standen die Menschen vor ihren Häusern und feuerten an. An zwei Stellen gab es einen Vorgeschmack auf den Trubel im Zielbereich: Im Nordsternpark hatte Sponsor Vivawest vor seiner Zentrale mächtig aufgefahren. Neben einer Sambagruppe auch einen sehr gut besuchten „Fanpoint“, durch den die Läufer mit viel Licht und Show durch mussten. An der Feldmarkstraße gab es als Anschub für die letzten 1,5 km den zweiten Fanpoint. Der Empfang am MiR konnte sich sehen lassen: Dicht gedrängt standen die Besucher am Rand und sorgten für Spitzensport-Atmosphäre. Der Autor freut sich nun über eine Zeit von 47:26 Minuten im ersten Wettkampf und den 24. Platz von 1000. Nächstes Jahr gern wieder!

Steigungen und Kurven machte Langstreckenläufern das Leben schwer

Bestzeittauglich war die Marathonstrecke nicht. „Eigentlich soll ein Marathon Spaß machen, aber hier musste man vom ersten Meter an kämpfen“, gab Wolfgang Thamm zu Protokoll. Der Läufer von Schalke 96 kann immerhin 93 Marathon-Läufe als Vergleich heranziehen. Steigungen und Kurven hätten nicht nur ihm das Leben schwer gemacht. Für viele Marathonläufer war es auch ärgerlich, dass sie kurz hinter den Halbmarathonis starten mussten. Bei Start und Ziel wurde es eng und mancher Top-Athlet ging am Ziel im Gewühl optisch unter.

Zahlen, Zeiten und Zickereien am Wegesrand

7348 Menschen nahmen an den verschiedenen Läufen teil, die meisten allerdings bei den kürzeren Strecken.

Die Polizei hatte erfreulich wenig zu tun. Die Sanitäter mussten einige Kreislaufschwächen und kleinere Blessuren behandeln. Zu schwereren Zwischenfällen kam es zum Glück nicht.

Politiker waren beim Halbmarathon am Start. Dabei hatte MdB Oliver Wittke (CDU) mit Rang 716 und einer Zeit von 1:53 Std die Nase vor Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) mit Rang 1529 in 2:14 Std.

In der Altersklasse ab 75 Jahren traten zwei Männer an, Werner Stöcker gewann dabei in 3:35. Bei den Frauen trat nur eine Läuferin über 65 Jahren an: Brigitta Biermanski. Sie brauchte 4:40.

Die Läufer in königsblauen und schwarz-gelben Trikots hatten kein Problem miteinander. Nur von der Zuschauerseite gab es manchen hämischen Kommentar.

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