Viele Kinder müssen üben
28.11.2008 | 15:11 Uhr 2008-11-28T15:11:00+0100
Der Anteil der Vierjährigen, die Sprachförderung benötigen ist noch einmal angestiegen – über dem Landesdurchschnitt liegt er ohnehin.
Nach der jüngsten Lernstandserhebung „Delfin”, die im Sommer durchgeführt wurde, brauchen 800 der teilnehmenden 2162 Kinder zwei Jahre vor der Einschulung eine Förderung ihrer Sprachfähigkeit. Das ist ein Prozentanteil von rund 37 %. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil 28 Prozent. Auch im Land ist der Prozentsatz angestiegen, von 19 auf 23 %. 37 000 der 160 000 getesteten Kinder haben Defizite in der altersgemäßen Sprachentwicklung.
Dass in Gelsenkirchen die Probleme größer sind, ist für Schuldezernent Manfred Beck keine Überraschung. In vielen Familien mit sozialen Problemen herrscht „Spracharmut”, auch der überdurchschnittliche Migrantenanteil schlägt in den Werten durch.
Immerhin über 700 betroffene Kinder gehen in den Kindergarten. Dort werden sich geschulte Fachkräfte um die Sprachförderung kümmern. Pro Kind stellt das Land dafür 340 Euro zur Verfügung. „Wir müssten noch mehr für die Förderung tun”, wünscht sich Beck. Problematisch wird es bei 46 getesteten Kindern, die nicht in Kindereinrichtungen sind. Aus diesem Kreis kommen auch oft die schwierigen Fälle.
Der zusätzliche Spachunterricht ist übrigens keine freiwillige Veranstaltung, sondern Pflicht wie die zwei Jahre später anstehende Schulfpflicht. In 17 Fällen musste die Stadt laut Beck in der ersten Delfin-Runde im vergangenen Jahr sogar Bußgelder verhängen. -er
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