Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 16°C
Verbraucher

Viel Energie geht zum Fenster 'raus

26.06.2012 | 15:51 Uhr
Viel Energie geht zum Fenster 'raus
Die Verbraucherberatung in Gelsenkirchen hat ihr Angebot der Energieberatung ausgebaut. Architekt Martin Grampp unterstützt als Honorarkraft die Energieberaterin Senta Zimmermann.Foto: Martin Möller

Bochum.   Eigenheimbesitzer können sich von Experten der Verbraucherzentrale im eigenen Hause zum Thema energetische Sanierung beraten lassen.

Der Blick auf den Kontoauszug ist ernüchternd. Die hohen Heizkosten belasten die Haushaltskasse. Der Eigenheimbesitzer fragt sich, wie viel Energie wohl zum Fenster ‘raus geht? Nach Antworten auf die Fragen verunsicherter Bewohner suchen Energieberater der Verbraucherzentrale (VZ). Gegen eine Gebühr von 60 Euro forschen sie im Haus nach Schwachstellen bei Fenstern, Wänden, Heizungssystemen oder auf dem Dach.

Die Beratungsstellen beteiligen sich am Projekt „Klimaschutz und Energiewende konkret“ (KEK). Gefördert wird es vom Land NRW und der Europäischen Union. Drei Energieberater arbeiten in Gelsenkirchen auf Honorarbasis für die Verbraucherzentrale.

Die Anfragen steigen mit den Heizkosten

Durch den drastischen Anstieg der Energiekosten wollen immer mehr Hausbesitzer ihre Wohnungen durchchecken lassen, um zu erfahren, wo sie Energie einsparen und somit die Kosten senken können. „Die Anfragen nach einer Energieberatung im eigenen Hause nehmen zu“, sagt Ute Helfferich, Leiterin der Gelsenkirchener Beratungsstelle.

Das Thema hat in der VZ einen besonders hohen Stellenwert. Senta Zimmermann, hauptamtlich beschäftigte Energieberaterin, will über Informationsnetze immer mehr Menschen erreichen, um sie mit dem Thema vertraut zu machen. Martin Grampp ist einer der drei Berater, die Senta Zimmermann zur Seite stehen.

90 Minuten dauert der Haus-Check

Der 46-jährige Architekt nimmt bei Anfragen per E-Mail Kontakt zu Hausbesitzern auf und vereinbart einen Termin. In 90 Minuten checkt er das Gebäude, lässt sich die Rechnungen zeigen, überprüft Fenster und Türen, das Heizsystem, Warmwasserbereitung, Dach wie auch Außenwanddämmung.

Bei der energetischen Optimierung der Gebäudehülle spielt der Einbau moderner Fenster mit Wärmeschutzverglasung eine wichtige Rolle. „Je nach Alter und Beschaffenheit der Fenster“, weiß Grampp, „können mit dem Einbau bis zu 20 Prozent der Energie eingespart werden.“ Auch eine veränderte Einstellung der Heizungsanlage kann zehn Prozent weniger Energieverbrauch bedeuten.

Fachmann erstellt individuellen Sanierungsplan

Doch mitunter muss auch das Heizungssystem erneuert werden, sollen die Kosten drastisch sinken. Meistens sind es mehrere Schwachstellen im Haus, die unnötig Energie fressen. Der jährliche Stromverbrauch beim Neubau liegt durchschnittlich bei 65 kw/pro qm. Bei älteren ungedämmten Häusern klettern die Verbrauchswerte schnell auf 250 kw/h. Martin Grampp: „Mein Ziel ist es, durch Veränderungen einen Neubaustand zu erreichen.“

Im individuellen Sanierungsfahrplan des Fachmanns ist auch eine Kosten-Nutzen-Kalkulation enthalten. Sie soll darstellen, ob sich der finanzielle Aufwand nachhaltig lohnt, unabhängig vom Vorteil der Ressourcenschonung.

Doch nicht nur Eigenheimbesitzer sollen vom langfristigen Vorteil einer energetischen Sanierung überzeugt werden. Die Beraterinnen bitten auch Bewohner in Mehrfamilienhäusern, sich an ihre Vermieter zu wenden. Ute Helfferich: „Wir können die Eigentümer aufklären, für welche Investitionen es Fördergelder und zinsgünstige Kredite vom Staat gibt.“

Klaus Johann

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Gelsenkirchen verwandelt sich in ein spanisches Dorf
Festival
Zum dritten Mal wird das Straßenfest „GEspana“ am ersten Juniwochenende gefeiert. Neu ist ein Auftakt mit Flamenco in Resse am 30. Mai.
Keine Antworten auf spannende Frage
Am Ende der Woche
Als die SPD die Diskussion um die Aufhebungsvertrags-Vorlage vom Hauptausschuss in den Rat schob, schadete sie am Ende sich selbst.
Die Gelsenkirchener Verwaltung blieb eine Antwort schuldig
Politik
Warum erhielten die Stadtverordneten den Aufhebungsvertrag der Stadt mit Alfons Wissmann in der Sondersitzung nicht früher?
Stadt Gelsenkirchen zahlt 10 Euro Knöllchengebühr zurück
Parkschild
Der junge Mann war sich gaanz sicher: „Hier darf man parken.“ Weit gefehlt. Er kassierte ein Knöllchen – bekommt die 10 Euro jetzt aber von der Stadt...
Für berufstätige Eltern wird der Ausstand zur Zerreißprobe
Kita-Streik
Zwei Wochen Kita-Streik und kein Ende in Sicht: Eltern und Großeltern fragen sich, wie sie Beruf und Kinderbetreuung organisieren sollen.
Fotos und Videos
Tag 1 beim Rock Hard
Bildgalerie
Fans beim Rock Hard
Feuer frei für Venom
Bildgalerie
Rock Hard Festival
Das isst der Pott
Bildgalerie
WAZ-Serie
article
6811895
Viel Energie geht zum Fenster 'raus
Viel Energie geht zum Fenster 'raus
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/viel-energie-geht-zum-fenster-raus-id6811895.html
2012-06-26 15:51
Energie, Strompreis, Sanierung, Haus, Besitzer, Renovierung, energetisch
Gelsenkirchen