Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 18°C
Prozess

Verurteilter Sexualstraftäter lauerte in Gelsenkirchen erneut Frauen auf

26.09.2011 | 18:05 Uhr

Gelsenkirchen/Essen. Ein 31-Jähriger wurde wegen Vergewaltigung einer Frau zu fünf Jahren Haft verurteilt. Im Mai 2010 wurde er aus der sozialtherapeutischen Anstalt entlassen. Seit Montag steht der Sauerländer wegen vier neuer Fälle sexueller Nötigung vor Gericht in Essen.

Es war Nacht, sie wollten nach Hause. Da tauchte er aus der Dunkelheit auf, bedrängte sie, forderte Sex. Todesangst dürften einige der vier Frauen empfunden haben, die er in der Umgebung des Gelsenkirchener Hauptbahnhofes belästigte. Seit Montag muss er sich vor der XVI. Essener Strafkammer wegen sexueller Nötigung verantworten.

Das äußere Geschehen räumt der 31-Jährige, der weit jünger wirkt, ohne Umschweife ein. Nur das sexuelle Motiv, das ihm die Anklage unterstellt, weist er zurück: „Ich wollte nicht vergewaltigen.“ Macht habe er demonstrieren wollen, Menschen in Angst versetzen. Mehr nicht.

„Ruhig, nicht schreien“

Er ist kein unbeschriebenes Blatt. Im Mai 2010 war er nach fünf Jahren Haft aus der sozialtherapeutischen Anstalt in Gelsenkirchen entlassen worden. 2005 hatte das Landgericht Hagen ihn wegen Vergewaltigung einer Frau, die er auf offener Straße angefallen hatte, zu dieser Strafe verurteilt.

Damals gab es an seinen Absichten angesichts der voll­endeten Tat keinen Zweifel. Aber die vier Gelsenkirchener Fälle, die jetzt verhandelt werden, enden alle mit entschiedener Gegenwehr der Frauen und der Flucht des Angeklagten. So lässt sich nur vermuten, wie weit er gehen wollte.

Enorm ist seine Rückfallgeschwindigkeit. Im Mai 2010 sucht der Sauerländer sich nach der Haftentlassung eine Wohnung in Gelsenkirchen, nicht weit entfernt vom Hauptbahnhof. Sieben Monate später, am zweiten Weihnachtstag, findet er sein erstes Opfer . Um Mitternacht sieht er eine Frau auf dem Heimweg vom Bahnhof. Er spricht sie im Bereich Dessauer Straße an, sagt, dass sie eine hübsche Figur habe, belästigt sie sexuell. Sie will mit dem Handy die Polizei rufen, doch er hält ihr den Mund zu. „Ruhig, nicht schreien“, warnt er sie laut Anklage. Als sie dennoch schreit, flüchtet er.

Psychiaterin bescheinigt erhöhtes Rückfallrisiko

Am 15. Januar die nächste angeklagte Tat : Um vier Uhr morgens wartet eine Frau am Busbahnhof. Er setzt sich zu ihr. Sagt, sie solle ihn küssen, und umschlingt ihre Hüfte. Sie wehrt sich, beide stürzen zu Boden, und er fährt ihr mit einer Hand in den Hosenbund. Mit der anderen hält er ihr den Mund zu. Doch sie beißt zu. Als ein Passant kommt, ergreift er die Flucht.

Die beiden anderen Fälle passieren beide am 9. April. Um ein Uhr nachts greift er auf der Dresdner Straße einer Frau an die Brust, nachdem er zuvor demonstrativ an sich selbst manipuliert hatte. Auf ihr Schreien hin, ergreift er die Flucht. Kurz danach, um 2.30 Uhr, wiederholt er sein Verhalten bei einer Frau an der Bochumer Straße. Als sie laut um Hilfe ruft, rennt er weg.

Für den Angeklagten, der aus einer problematischen Familie aus dem Sauerland stammt, geht es neben der Haft um die Sicherungsverwahrung. In einem vorläufigen Gutachten hat Psychiaterin Maren Losch ihm ein erhöhtes Rückfallrisiko bescheinigt.

Stefan Wette

Kommentare
27.09.2011
20:24
Verurteilter Sexualstraftäter lauerte in Gelsenkirchen erneut Frauen auf
von Elektrosteiger | #8

Und der Gutachter sollte auch verknackt werden...

Aber die Gutachter sind ja wie Aale...

Die winden immer raus...

Und zum Schluß ist das Opfer...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Parksünder fährt Politesse und Abschleppkraft um
Parksünder
Rigoros hat sich ein Parksünder gewehrt, die Kosten für den angerückten Abschleppwagen zu bezahlen: Er fuhr Politesse und Abschleppkraft einfach um.
Pfingsten in Gelsenkirchen
Ab ins Wochenende
Das lange Wochenende bringt viele bunte Veranstaltungen für Groß und Klein mit sich.
Ein Mainzelmann reist um die Welt
Buch
Autorin Ellen Norten hat die kleine Figur dabei begleitet und einen Reiseführer geschrieben.
Aus für Wertstoffsammlung per Tonne und Container in Gelsenkirchen
Wirtschaft
Das Holsystem für Elektroschrott zum Beispiel über die blaue Wertstofftonne sowie über die Depotcontainer wird zum 30. Juni wieder eingestellt in...
Ausschuss soll Heimkinder-Skandal in Gelsenkirchen aufklären
Heimkinder
Gelsenkirchen lässt die Heimkinder-Affäre von einem Untersuchungsausschuss durchleuchten. Im Fokus steht vor allem der ehemalige Jugendamts-Leiter.
Fotos und Videos
Die Ruhe vor dem Sturm
Bildgalerie
Fans beim Rock Hard
Das isst der Pott
Bildgalerie
WAZ-Serie
article
5103980
Verurteilter Sexualstraftäter lauerte in Gelsenkirchen erneut Frauen auf
Verurteilter Sexualstraftäter lauerte in Gelsenkirchen erneut Frauen auf
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/verurteilter-sexualstraftaeter-lauerte-in-gelsenkirchen-erneut-frauen-auf-id5103980.html
2011-09-26 18:05
Gelsenkirchen