Veranstalter Lieberberg kritisiert Organisation bei den „Big4“ in Gelsenkirchen
04.07.2011 | 17:58 Uhr 2011-07-04T17:58:00+0200
Gelsenkirchen.Die desolate Getränke-Situation und teilweise tumultartigen Szenen während des „Big4“-Konzertes könnten für die Gelsenkirchener Arena Folgen haben. „Wenn man uns hier wieder sehen will, muss sich einiges ändern“, sagt Veranstalter Marek Lieberberg.
Auch zwei Tage nach dem Konzert mit Anthrax, Megadeth, Slayer und Metallica in der Gelsenkirchener Arena ist Marek Lieberberg mächtig sauer. Lieberberg, das ist Kopf der Konzertagentur MLK. Sein Unternehmen stellt seit mehr als zwei Jahrzehnten das Mega-Festival „Rock am Ring “ auf die Beine und hat darüber hinaus unzählige Groß-Konzerte veranstaltet. Er kennt also das Geschäft und weiß, wie es funktioniert. „Am Samstag hat es offensichtlich nicht überall funktioniert“, reagiert er auf unsere Berichterstattung und auch auf die Reaktionen der Netz-Nutzer. Vor allem im Innenraum spielten sich vor den Getränkeständen tumultartige Szenen ab - es hat einfach zu wenig Zapfhähne für zu viele Durstige gegeben. Da die Wartezeiten sehr lang wurden, drohte die Situation zwischenzeitlich zu eskalieren. Der Druck der Menschen wurde immer größer, selbst die Stände wackelten bedrohlich und mussten letztendlich von Sicherheitskräften beschützt werden.
„Das sind eindeutig Defizite, die dringend abgestellt werden müssen“, betont Marek Lieberberg. Es ist eine scharfe Kritik an das Management der Gelsenkirchener Arena, das für die Versorgung verantwortlich war. Lieberbergs Konzertagentur habe in Sachen Getränkestände, Personal und auch Notdurft-Möglichkeiten (Dixi-Klos) kein Mitspracherecht gehabt. Erste Gespräche mit Rüdiger Mengede von der Arena-Betriebsgesellschaft seien bereits geführt worden, „denn wir können nicht einfach so wieder zur Tagesordnung rübergehen. Da muss jetzt dringend etwas passieren“, so Lieberberg.
Für die massive Kritik vieler Besucher hat Marek Lieberberg Verständnis, „denn es ist ja fast fahrlässig, was da passiert ist.“ Stundenlanges Anstehen, um bei einer mehr als sechsstündigen Veranstaltung ein Getränk oder etwas zu essen zu bekommen, seien schlicht nicht hinnehmbar. Ein weiterer Kritikpunkt: „Wasser muss zwingend das günstigste Getränk auf so einer Veranstaltung sein. Das war aber nicht der Fall.“ Hinzu kommt, dass es nicht nur an Getränkeständen und Personal gemangelt habe, sondern auch an Möglichkeiten, die Notdurft zu verrichten.
„Knappenkarte ist Unsinn“
Auch den Ärger der Zuschauer über die verpflichtende Nutzung der „Knappenkarte“ in der Arena kann Lieberberg nachvollziehen. Bei diesem System kaufen die Zuschauer eine Karte und laden sie mit einem frei wählbaren Geldbetrag auf. Nur mit dieser Karte kann dann an den Getränkeständen bezahlt werden, Bargeld wird nicht angenommen. „Bei Fußballspielen ist das vielleicht sinnvoll, aber bei einem Konzert ist es Unsinn“, schimpft Lieberberg. Denn viele lassen sich aufgrund der langen Wartezeiten einen eventuellen Restbetrag auf der Karte nach Konzertschluss nicht mehr auszahlen.
„Es muss sich eine Menge ändern“, so Lieberberg. Das gelte auch für die öffentlichen Nahverkehr, der die Zuschauer bei der Abreise zum Teil auf die Geduldprobe gestellt hat. „Wir als Veranstalter zahlen eine Menge Geld an die ÖPNV-Betriebe, damit eine Versorgung gewährleistet ist. Das muss dann auch entsprechend umgesetzt werden“, fordert er. Und verspricht: „Das was in Gelsenkirchen passiert ist, wird hier so nie wieder passieren.“
Rüdiger Mengede, Geschäftsführer der „FC Schalke 04 Arena Management GmbH“, wollte sich vorerst nicht zu der Kritik äußern. Er kündigte eine offizielle Stellungnahme für Dienstag an. DerWesten wird über diese Entwicklung weiter berichten.
„Toningenieure der Bands sind für Sound verantwortlich“
In der Kritik stand am Samstag nicht nur die Versorgung in der Arena, sondern bisweilen auch der Sound. „Wir hatten modernste und äußerst leistungsstarke Technik im Einsatz“, sagt Marek Lieberberg. Nur: „Wir können nicht mehr tun, als diese Kapazitäten zur Verfügung zu stellen“, so der Konzert-Veranstalter. Wie diese Technik genutzt wird, „darauf haben wir keinerlei Einfluss“. Es handele sich um einen Hoheitsbereich der jeweiligen Bands und die Toningenieure der Musiker entscheiden, wie die Soundeinstellungen vorgenommen werden.
13:36
Da es hier immer noch nicht einige verstanden haben, MLK ist der bundesweite Veranstalter NICHT der regionale bzw. lokale. Die sind nämlich Dirk Becker Entertainment und V.Arena Leute. Hinzu kommen noch Veranstalter für das Merchandising & Co. Ist halt alles nicht so einfach und primitiv wie in der Welt des S04.
08:03
#66
Ich beurteile Rechtschreibfehler nur bei Leuten, die anderen in primitivster Weise Unfähigkeit vorwerfen, aber selber nicht in der Lage sind, auch nur einen Satz richtig zu schreiben. (siehe #36)
23:32
@ #51 Und was jetzt?
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/Arena-Chef-gesteht-Fehler-beim-Big4-Konzert-in-Gelsenkirchen-ein-id4842708.html
Ich hoffe dein post ist dir wenigstens peinlich du Schwätzer.
23:22
Also ich kann wirklich nur mit dem Kopf schütteln wenn ich manche Kommentare hier lese.
Zunächst mal zur #1:
Sie hätten sich im Vorfeld ihres Kommentars besser informieren sollen, dann wär ihnen sicher aufgefallen das der vergleich der BIG 4 mit dem Oldie-Marathon, Grönemeyer und der Schlagernacht wohl nicht so recht ins Bild passt.
Nun zu #25:
Keiner kann sagen wie weit die Situation im Innenraum von einer Katastrophe entfernt war. Ein Schrei, der sturz einer Person oder sonst was hätte vielleicht gereicht um eine Panik auszulösen.
Dann zu dieser aussage von ihnen
Wer Festivals à la Rock am Ring hinbekommt, scheitert an der Arena? Das glaubt er doch selbst nicht.
Herr Lieberberg hat in keiner Weise behauptet er wäre gescheitert, im gegenteil, er verweist auf die Fehler anderer. Wie kommen sie bitte zu dieser Meinung?
Und auch diese Sätze lassen mich stark an ihrem Urteilsvermögen zweifeln.
Einfach auch mal an die eigene Nase fassen und überlegen ob es wirklich sein muss, sich bei einem Konzert so abzuschießen und die Stände zu belagern als gäbe es ohne Bier keinen Morgen mehr.
Wir sprechen von 57.000 Menschen, gehen wir davon aus das 50.000 davon nur ein einziges Bier trinken möchten und gehen von 15 sek. für den gesamten Vorgang aus (zapfen, überreichen und bezahlen), was wir auf 33 Bierstände verteilen . Das sind 6,3 Std. und dann hat jeder dieser 50.000 nur EIN Bier.
Es musste sich niemand abschießen und die Stände belagern um dieses gedränge zu erreichen. Natürlich geht diese rechnung nicht ganz auf da sich ja 12.000 Zuschauer 3 Stände teilen mussten.
Ab hier werde ich keinerlei Höflichkeiten verwenden. Den jeder bekommt das was er verdient =)
Weiter mit #32:
Es ist eine absolute Frechheit von dir uns als Aggressive, miesgrämige und mega besoffene Metaller zu bezeichnen. Wer oder was gibt dir das recht so zu urteilen. Mir ist beim hinausgehen NIEMAND aufgefallen der torkelte, jemanden dumm anmachte oder ne fresse zog. Auch während des Konzertes an den Ständen nicht. Ich hab selber, nach dem Konzert noch mit wildfremden Leuten erfahrungen ausgetauscht und über das Konzert gequatscht. Und jeder besitzt das Recht, sich nachdem er sich so einem Organisatorischen Mist aussetzen musste seine Meinung kund zu tun und ist deswegen noch lange keine memme.
Zu #37
NiChTs BeSsErEs Zu TuN aLs DiE ReChTsChReIbUnG aNdErEr Zu BeUrTeiLeN?
Kennste den? http://bilder.hifi-forum.de/small/404274/hans-der-rechtschreibflamer_65216.jpg
#51 Alter, halt einfach die Fresse. wenn nur die hälfte von dem was du behauptest war wäre, würde ich dir zustimmen. tststs
Jetzt wieder mit Höflichkeiten.
@tiSie: Absolut richtig was sie sagen, nur die meisten Leute außerhalb der Szene sehen vielleicht mal ein paar Bilder von Festivals oder von unserer Erscheinung, ziehen daraus ihre schlüsse und verallgemeinern.
Leute versteht endlich das dieses Machogehabe die Agressive Musik und selbst der, wie ich zugeben muss, bei einigen (hin und wieder auch bei mir) ausufernde Alkoholgenuss sind nur ein kleiner Teil einer der Friedlichsten Subkulturen dieser Welt.
Recht herzlichen dank für ihre Aufmerksamkeit
P.S. War´s nicht einfach mega-geil.
P.P.S Ein großteil meines Freundeskreises besteht aus Studierten bzw. Studenten.
22:05
(hier gehts weiter http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/Arena-Chef-gesteht-Fehler-beim-Big4-Konzert-in-Gelsenkirchen-ein-id4842708.html)
Es war eben doch das lokale Management was versagt hat. Immerhin geben sie es zu.
20:08
Danke für #59. ich möchte auch mal klarstellen, dass nur ein gewisser Prozentsatz des Publikum extrem alkoholisiert war und gerade Metallica auch Nicht-Headbanger zieht! Sondern viele Freiberufler, Akademiker etc. Wir waren auch nur zu Metallica angereist, wie die zeitgleich mit uns angekommenden Jungs im Berliner Porsche. Ich glaub sogar das durchschnittlich Bildungsniveau ist beim Metallica-Konzert höher als bei der hier gern zitierten Schlagernacht!
19:57
@tiSie
Also mit Wacken kann man es wohl allein schon aus Gründen des Platzangebotes und der Selbstversorgung der Gäste nicht vergleichen.
Aber ich stehe immer noch dazu, dass die Dixis in Wacken selbst bei 30°C noch angenehmer sind, als die in der Arena nach einer Stunde.
Und es gab übrigens in der Tat auch wassergespülte Toiletten in Containern im Innenraum links, nur haben nicht so viele Leute die Dinger wahrgenommen.
Über den Vergleich mit der Schlagernacht und der Sensation White einer Person, die offenbar die Situation selbst vor Ort gar nicht erlebt hat, lache ich immer noch.
Danke an #59 für die Aufrechnung und den Vergleich der Zuschauerzahlen.
Man kann dem ach so undisziplinierten Publikum wohl auch keinen Vorwurf machen, dass es Durst hat. An Cola und Wasser kam man ja ebenso schlecht ran, wie ans Bier. Das hat also absolut nichts damit zu tun, dass sich dort jeder hätte sinnlos betrinken wollen. Zwischendurch gab es sogar an einem Stand mal kurzzeitig keine Cola mehr.
Dass #25 nur 15 Minuten für ein Bier angestanden hat wundert mich gemessen an dem Zeitpunkt (zwischen Anthrax und Megadeth) absolut nicht. Wenn man sich da mal aufmerksam ungesehen hätte, wäre aufgefallen, das zu diesem Zeitpunkt auch höchstens knapp über die Hälfte des Publikums anwesend war. Ich habe da auch nur 15 Minuten an der Bratwurstbude gestanden. Bei Slayer stand man aber dann schon 40 Minuten am Getränkestand.
Und wenn vertraglich festgelegt wird, dass das Catering der Arena unterliegt, sollte man sich als Veranstalter darauf verlassen können, dass die Seite des Vertrages auch ordentlich erfüllt wird. Herr Lieberberg wird wohl kaum selbst jede Veranstaltung besuchen und kontrollieren. Meines Erachtens hat hier in erster Linie die Planung der Arena versagt und nicht der Veranstalter. Wobei ich betonen möchte, dass eine Schuldzuweisung hier niemandem hilft. Das einzige, was hier nützt, ist konsequent zu sein und die Arena als Veranstaltungsort für derartige Konzerte nicht mehr zu buchen.
18:42
@61: Weil Schalke-Catering da kein Bier verkauft.
17:41
Tja da fragt frau sich wieso das kurioserweise im kleinen Kuhkaff Wacken klappt!?!
17:18
@ der Maas: Warum sollte ein Herr Lieberberg davon ausgehen, dass in Gelsenkirchen der lokale Betreiber nicht fähig ist? MLK hat seit 20 Jahren bewiesen, dass sie es können und hat sich nach eigener Aussage ja wohl auf das S04-Catering verlassen. Vom Unsinn einer Knappenkarte und der Angebotsverknappung (siehe Rechenbeispiel oben) wusste er wohl nichts. Er ging wohl davon aus, dass man auf Schalke wüsste, wie so etwas geht. Jetzt weiß er und die Fangemeinde es besser.
Sollte MLK jetzt bei jedem Veranstalter erst noch einen Stresstest machen und nach versteckten Fußangeln suchen?