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Bundestagswahl

Überzeugungstäter: Kandidaten stellen sich vor

23.09.2009 | 13:23 Uhr

Die vier Direktkandidaten von SPD, CDU, Grünen und FDP stellen sich vor: Joachim Poß, Wolfgang Meckelburg, Robert Zion und Marco Buschmann benennen ihre Ziele und ihre Wunschregierung.

SPD

Der Kandidat: Joachim Poß (60), seit 1980 Bundestagsabgeordneter, vorher Geschäftsführer der Falken; verheiratet, drei Kinder

Die Ziele: „Drei gute Gründe, mir die Erststimme zu geben:

– Ich will auch weiterhin mit Erfahrung und Leidenschaft meinen Einfluss als Fraktionsvize zum Wohle Gelsenkirchens einsetzen. In den letzten Jahren sind so allein aus Stadtumbau-, Ganztagsschulausbau- und kommunalen Investitionsprogrammen rund 57 Millionen Euro Bundesmittel nach Gelsenkirchen geflossen.

– Weichenstellungen in Berlin entscheiden auch über Zukunftsperspektiven für unsere Region: So verbessert der Ausstieg aus der Kernenergie die Chancen auf Erhalt des Steinkohlebergbaus und einen Ausbau erneuerbarer Energien.

– Soziale Gerechtigkeit ist mir ein Anliegen. Z.B. sind die Begrenzung der Gehaltsexzesse von Managern und die Einführung eines Mindestlohns zwei Seiten einer Medaille.”

Der Wunsch: Welche Koalition soll Deutschland nach der Bundestagswahl regieren?

„Wenn schon nach Wünschen gefragt wird: Am liebsten wäre mir eine reine SPD-Regierung, in der wir unsere Vorstellungen ohne Abstriche umsetzen können. Wenn ich einen Wunschpartner nennen sollte, dann sind es auf Bundesebene die Grünen.”

Mehr Infos über den SPD-Kandidaten unter www.joachim-poss.de.

CDU

Der Kandidat: Wolfgang Meckelburg (60), seit 1990 Bundestagsabgeordneter, vorher Lehrer am Gymnasium; verheiratet

Die Ziele: „Drei gute Gründe, mir die Erststimme zu geben:

– Bundestagspräsident Norbert Lammert hat gesagt, ich sei ,Anwalt der kleinen Leute'. In der Tat, mit meinen Aufgabenfeldern Arbeitsmarkt, Rente und Sozialpolitik kümmere ich mich um die Belange der Menschen, ohne die Förderung des Mittelstands und wirtschaftliche Vernunft aus dem Blick zu verlieren.

– Deutschland muss Bildungsrepublik werden und bis 2015 10 % des Bruttoinlandsproduktes in Bildung und Forschung investieren. Bildung darf keine Frage des Einkommens der Eltern sein.

– Wer arbeitet, muss mehr im Geldbeutel haben, als derjenige, der nicht arbeitet. Deshalb halte ich an den Zielen Arbeit für alle und Mindesteinkommen als einer Kombination aus Lohn und staatlichen Leistungen fest.”

Der Wunsch: Welche Koalition soll Deutschland nach der Bundestagswahl regieren?

„Unsere Kanzlerin Angela Merkel mit einer starken CDU/CSU in einer Koalition mit der FDP. Die Große Koalition birgt die strukturelle Gefahr einer rot-rot-grünen Koalition in sich, die jederzeit durch einen Links-Schwenk der SPD erreichbar wäre.” 

Weitere Infos: www.wolfgang-meckelburg.de.

Die Grünen

Der Kandidat: Robert Zion (43), Publizist, ledig

Die Ziele: „Drei gute Gründe, mir die Erststimme zu geben:

1. Wir wollen Hartz IV zu einer bedarfsdeckenden, individuellen und sanktionsfreien Grundsicherung umbauen, die ich zum Grundeinkommen weiterentwickeln will. Zusätzlich brauchen wir einen gemeinwohlorientierten Arbeitssektor und neue Arbeit für Menschen in Umwelt, Gesundheit, Pflege, Bildung, Kultur und Wissenschaft sowie Mindestlöhne.

2. Ich fordere eine Exit-Strategie für Afghanistan und einen Abzug der Bundeswehr bis Ende 2010. Die Alternative zum falschen, nicht gewinnbaren Krieg der NATO liegt in einer Übergabe der Verantwortung für Afghanistan an die UN.

3. Internetsperren und Vorratsdatenspeicherung gehören zurückgenommen, der Überwachungswahn gestoppt. Zudem brauchen wir auf Bundesebene mehr direktdemokratische Elemente wie Bürgerentscheide und Volksbegehren.”

Der Wunsch: Welche Koalition soll Deutschland nach der Bundestagswahl regieren?

„Das Land braucht linke Korrekturen und einen sozial-ökologischen und demokratischen Neuaufbruch. Daher liegt es in der Pflicht aller Parteien jenseits von Schwarz-Gelb und der Großen Koalition die Blockadehaltung endlich zu überwinden.“

Mehr Infos über den Grünen-Kandidaten im Internet unter: www.robert-zion.de.

FDP

Der Kandidat:Marco Buschmann (32), Rechtsanwalt, ledig

Die Ziele: „Drei gute Gründe, mir die Erststimme zu geben:

Um ein Signal zu setzen

a) gegen die Große Koalition, b) für eine Entlastung der Menschen in diesem Land und

c) für junge Menschen mit Mut und Tatkraft.”

Der Wunsch: Welche Koalition soll Deutschland nach der Bundestagswahl regieren?

„Nur eine Koalition aus FDP und CDU besitzt die wirtschaftliche Vernunft, um Deutschland zügig aus der Krise zu führen.”

Mehr Infos über den FDP-Kandidaten im Internet unter: www.buschmann2009.de.

Die Chancen

2002: 60,27 %. 2005: 59,67 %. Alles andere als ein klarer Sieg des stellvertretenden Bundestagsfraktions-Vize Joachim Poß (SPD) am Sonntag wäre eine Riesensensation. Seit 1980 hat der Bueraner sein „Abo” Wahl für Wahl souverän verlängert.

Gute Chancen hat auch Wolfgang Meckelburg (CDU). Auf Platz 25 der NRW-Liste steht der 60-jährige Kreisvorsitzende – besser denn je. 2005 erlebte er eine Zitterpartie und konnte sich erst in der Nacht sicher sein, dass es erneut gereicht hat. Seit 1990 sitzt Meckelburg im Bundestag.

Auch Marco Buschmann (FDP) darf sich Hoffnungen machen. Der Kreisvize steht auf Platz 20 der liberalen NRW-Liste. Auf rund 14 % müsste die FDP im Land kommen, damit es im dritten Anlauf klappt. 2002 war er zwar Spitzenkandidat der Jungen Liberalen in NRW, büßte seinen Chancen aber auch deshalb ein, weil ihn der eigene Kreisverband nicht nominiert hatte. 2005 wurde Buschmann auf Platz 15 der Liste das (relativ) schwachen FDP-Ergebnis in NRW zum Verhängnis.

Parteiintern bereits im Vorfeld gescheitert ist Robert Zion: Die NRW-Grünen reichten den 2007 durch den Göttinger Parteitag bekannt gewordenen „Rebell der Basis” bei der Kandidatenaufstellung so weit durch, dass Zion schließlich verzichtete.

Und sonst?

Sechs Kandidaten kämpfen am Sonntag in Gelsenkirchen um die Erststimmen und den direkten Einzug in den Deutschen Bundestag. Neben den Bewerbern von SPD, CDU, Grünen und FDP sind das ein Maurer aus Hückelhoven für die NPD sowie Stefan Engel (55) für die MLPD. Engel ist Vorsitzender des Zentralkomitees der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD), die ihren Bundessitz bekanntlich in Horst hat. Die Linkspartei hatte zwar mit dem Vorstandsmitglied Ralph Geiling einen Direktkandidaten für den Gelsenkirchener Wahlkreis aufgestellt, die Meldefrist beim städtischen Wahlamt anschließend allerdings regelrecht verpennt (wir berichteten). Die Linkspartei kann somit in Gelsenkirchen nur mit der Zweitstimme gewählt werden.

Lars-Oliver Christoph

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Kommentare
24.09.2009
12:13
Blockierter Kommentar.
von BieneMaja23 | #22

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24.09.2009
11:04
Überzeugungstäter: Kandidaten stellen sich vor
von Thea K. | #21

@ 9 von 76543210

Welch Frust in Ihrem Kommentar!

In der Pannschoppenstraße gilt es ja seit Anfang August weniger Hundehaufen zu entfernen.
Gell?!!

24.09.2009
07:10
Überzeugungstäter: Kandidaten stellen sich vor
von 76543210 | #20

ich weiß nicht was #7 Hundehaufenhasser unter dem Ruhrgebiet versteht, aber das soll und wird wohl sein Geheimnis bleiben. Ansonsten allen die immer noch nichts geschnallt haben, ihr habt jetzt 5 Jahre Zeit eure Wunden zu lecken, 5 Jahre lang Zeit Hundehaufen zu entfernen,5 Jahre lang Zeit von Hunden endlich mal gebissen zu werden und 5 Jahre lang Zeit das immer und immer wieder zu erleben. Das und nur dass muss man immer und immer wieder den Menschen draußen im Ruhrgebiet sagen. Das muß in die Köpfe eingehämmert werden. Wir sind gekommen um zu bleiben, aber #7 Hundehaufenhasser kann nur dazu ab und zu seinen Frust im Internet abladen und danach wieder Hundehaufen entfernen gehen. Oder darauf ausrutschen, je nachdem wie der morgendliche Rotwein schmeckt.

23.09.2009
23:58
Überzeugungstäter: Kandidaten stellen sich vor
von fsch | #19

@Hundehaufenhasser: Aber dennoch kann und darf man die Linke mit der Zweitstimme - und die entscheidet ausschließlich über die Sitzanteile im Bundestag - wählen, oder?

23.09.2009
23:44
Überzeugungstäter: Kandidaten stellen sich vor
von Hundehaufenhasser | #18

@ #3 von 76543210

Am Sonntag sind BUNDESTAGSWAHLEN und da gibt es in Gelsenkirchen KEIN Ergebnis für die Linke.
Wie hundsmiserabel die Partei in Gelsenkirchen tatsächlich abgeschnitten hat, kann man an dem im Ruhrgebietsvergleich schlechtestem Ergebnis sehen.
Vielleicht wurden einfach nur die völlig falschen Kandidaten aufgestellt?!
Die Linke war schließlich so nett und die Meldung eines eigenen Direktkandidaten für die Bundestagswahl schlichtweg VERPENNT!
Das kann man gar nicht oft genug schreiben!
DAS MUß (!) in Erinnerung bleiben!

23.09.2009
21:40
Überzeugungstäter: Kandidaten stellen sich vor
von immerwiederneu | #17

Neuvorlage wegen löschen durch den Moderator

koko meint: Trotzdem hoffe ich für Gelsenkirchen, endlich mal 3 Kandidaten im Bundestag zu haben.
Stefan Engel (MLPD), ein Maurer aus Hückelhoven für die NPD und Robert Zion (Grüne) wäre eine Möglichkeit.

Auch wenn das Ergebnis der waz nicht passt - hier ist volkes Wille.

23.09.2009
20:58
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #16

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23.09.2009
20:58
Blockierter Kommentar.
von immer noch wieder | #15

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23.09.2009
20:57
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von moderation  | #14

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23.09.2009
20:56
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von  moderation  | #13

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